21-Jähriger unglaublich schussstark / „Noch nicht in Topform“ / Allofs zufrieden

Wenn Arnautovic den Hammer rausholt . . .

Marko Arnautovic (rechts, im Zweikampf mit Uerdingens Ex-Bremer Erhan Albayrak) zeigte gute Ansätze.

Norderney · Bundesliga-Torhüter aufgepasst, da kommt einer mit einem Mordshammer! Fast jedes Mal, wenn Marko Arnautovic gestern Morgen beim Schusstraining aufs Tor knallte, ging ein Raunen durchs Publikum.

Mit Brachialgewalt jagte der 21-jährige Linksfuß die Bälle aufs Tor. Sebastian Mielitz konnte einem da fast schon leid tun. Tapfer wehrte der Bremer Keeper einige Schüsse ab, ob er später allerdings seine Hände in Eiswasser tauchen musste, ist nicht überliefert.

Die Schussgewalt scheint Arnautovic in die Wiege gelegt worden zu sein. Denn ein spezielles Training absolviert er dafür nicht. „Manchmal haue ich nach dem Training noch ein paar Mal drauf. Das ist alles“, sagt der Offensivspieler.

Der Test gegen den KFC Uerdingen am Dienstagabend (6:1), bei dem er ein Tor erzielte und eines vorbereitete, scheint Arnautovic gut getan zu haben. Er wirkte gestern viel lockerer. Ein Scherz mit den Kollegen hier, ein Augenzwinkern für die Fans da. Noch in den vergangenen Tagen hatte man befürchtet, dass der Österreicher mit serbischen Wurzeln zum Lachen in den Keller geht. Das scheint nicht der Fall zu sein.

„Ich war froh, dass ich mal wieder gespielt habe“, erklärt Arnautovic, der in der vergangenen Saison bei Inter Mailand kaum zum Einsatz gekommen war. „Ich bin sicherlich noch nicht in Topform, aber es war schon okay. Noch zwei Wochen intensive Vorbereitung, und ich werde noch besser“, ist sich Arnautovic sicher: „Das Trainingslager auf Norderney war hart, und ich bin auch ein bisschen müde. Ich muss konditionell noch stärker sein, aber das wird kommen.“

Die sportliche Leitung jedenfalls ist mit ihrem Neuen, immerhin gut sechs Millionen Euro teuren Spieler zufrieden. „Man kann nicht erwarten, dass er mit seinen 21 Jahren gleich die Fußball-Welt auf den Kopf stellt“, sagt Sportchef Klaus Allofs, „aber wenn man sieht, was er abliefert, kann man ahnen, was kommen wird. Wir sind sehr zufrieden.“

In der Vorbereitung soll Arnautovic jetzt die Fitness bekommen, „damit er dann in 50 Pflichtspielen seine Leistung abrufen kann“, fordert Allofs.

Trainer Thomas Schaaf sieht Arnautovic da auf einem guten Weg. „Er hat gegen Uerdingen die ganze Palette gezeigt, die er drauf hat“, lobte der Werder-Coach. Er meinte aber auch: „Ich bin sicher, dass das noch nicht alles war. Er wird zulegen, da wird noch mehr kommen.“ Für die Bundesliga-Torhüter bleibt da zu hoffen, dass damit nicht auch Arnautovic’ Schuss noch härter wird . . .

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