Von wegen Werder ist zu grün für das Nordderby

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Er weiß, was in einem Derby alles passieren kann: Zlatko Junuzovic erlebte im Wiener Stadtduell die Schattenseite des Fußballs kennen.

Bremen - Grüner geht‘s eigentlich kaum, zumindest, was die Bremer Derby-Erfahrung betrifft: Von den 18 Werder-Profis, die am Samstag (15.30) gegen den HSV gewinnen wollen, haben neun noch nie ein Nordderby in Hamburg bestritten.

Doch die jungen Wilden wie Tom Trybull, Niclas Füllkrug oder Florian Hartherz haben keine Angst vor dieser besonderen Atmosphäre in der Arena, die mittlerweile bei fast jedem Nordderby anders heißt. Und Zlatko Junuzovic fürchtet sich schon mal gar nicht, seit er in Wien einen Platzsturm der Fans ausgelöst hat. Außerdem ist da auch noch Werder-Boss Klaus Allofs, der ankündigt: „Wir werden schon dafür sorgen, dass keiner unserer Spieler in Hamburg überrascht sein wird.“

Allofs könnte allerdings viel zu tun bekommen: Der halbe Kader feiert am Samstag seine Hamburg-Premiere im Werder-Trikot. Neun der 18 Spieler, die am Samstag dabei sein werden, haben es noch nicht erlebt, wie man dort von den Zuschauern begrüßt wird. „Nicht gerade freundlich“, erinnert sich Philipp Bargfrede. Der 22-Jährige hatte zwar auch erst einmal das Vergnügen, doch diese „Gänsehaut pur“ hat er nicht vergessen. Trotzdem macht er sich keine Sorgen um seine ganz jungen Kollegen wie Hartherz (18), Trybull (18) und Füllkrug (19): „Die machen das schon.“

Neun Neulinge im Duell gegen den HSV

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Da stimmt Füllkrug sofort zu, spricht von „riesiger Vorfreude“ und von eigener Derby-Erfahrung: „Ich spiele ja nicht erst seit gestern für Werder – in der Jugend sind das auch immer ganz besondere Spiele. Gegen den HSV darf man nie verlieren und muss immer vor ihm in der Tabelle stehen.“

So einfach ist das also – mit dem feinen Unterschied zwischen Jugend und Profis: Die Zuschauerzahl ist am Samstag ein kleines bisschen größer, wahrscheinlich so 56 900. Die Hütte wird voll, die Stimmung aggressiv sein – die Fans mögen sich nun einmal nicht.

Prödl läuft wieder

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Zlatko Junuzovic kennt das. Erst im vergangenen Mai stürmten beim Wiener Stadtderby zwischen Rapid und Austria zahlreiche Fans der Gastgeber nach 26 Minuten den Platz. Weil Junuzovic das 2:0 für die Austria erzielt hatte. „Das war zuviel für die Rapid-Fans“, grinst der Neu-Bremer. Lustig fand er den Spielabbruch damals allerdings nicht: „Das sind keine Fans. Leider gibt‘s solche Idioten überall.“ Etwa auch in Hamburg? Nein, das hat er damit nicht gemeint, er hat keine Angst vor der Wiederholung Wiener Verhältnissen. „Aber eine 2:0-Führung für uns wäre nicht schlecht“, scherzt Junuzovic.

Auch sein Landsmann Marko Arnautovic kommt gerne etwas lockerer rüber. So beschreibt der Stürmer das Verhältnis der beiden Clubs vor seinem vierten Nordderby auf seine ganz eigene Weise: „Ich kann die Rivalität der Fans verstehen: Sie wollen ihre Stadt verteidigen und alles erobern.“ Gewaltlos natürlich, mit Gesängen – wie auch sonst? Schließlich sollen sich auch die weiteren Bremer Derby-Neulinge wie Sokratis, Lukas Schmitz, Aleksandar Ignjovski, Mehmet Ekici und Francois Affolter auf die Partie in Hamburg freuen. „Es ist immer noch ein Spiel, und alle sollen ihren Spaß haben“, merkt Füllkrug alles andere als grün hinter den Ohren an.  kni

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