Werder unterliegt Wolfsburg 0:1 – so wird’s mit dem Klassenerhalt noch richtig schwer

Von wegen Rettung: Es wird gezittert

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Die Bremer Dominik Schmidt (l) und Marko Arnautovic nach dem Abpfiff.

Bremen - Herzlichen Glückwunsch, Thomas Schaaf! Doch darüber dürfte sich der Coach von Werder Bremen heute kaum freuen. Denn seine Mannschaft versaute ihm gestern den 50. Geburtstag durch eine 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen Kellerkind VfL Wolfsburg. Statt der groß angekündigten Rettung oder der sogar anvisierten Kletteraktion in der Bundesliga-Tabelle ist jetzt wieder das große Zittern angesagt. Mit 38 Punkten und vor allem der Einstellung von gestern ist der Klassenerhalt noch lange nicht sicher.

Der Tag hatte schon nicht gut für Werder begonnen: Sandro Wagner musste am Morgen seine Hoffnungen auf einen Einsatz begraben, der lädierte Fuß schmerzte zu sehr. So bekam Marko Arnautovic seine Chance – und U 23-Stürmer Pascal Testroet nahm auf der Bank Platz. Doch im Mittelpunkt stand zunächst ein Wolfsburger: Diego. Der Ex-Bremer war bei seiner Rückkehr ins Weserstadion mit freundlichem Applaus begrüßt worden, zeigte sich dafür aber wenig dankbar: Schon nach zwei Minuten hämmerte der Brasilianer die Kugel aufs Werder-Gehäuse, doch leicht abgefälscht landete das Spielgerät neben dem Tor.

Werder Bremen unterliegt Wolfsburg mit 0:1

Werder Bremen unterliegt Wolfsburg mit 0:1

Und Werder? Die Gastgeber hatten aus ihrem Fehler von St. Pauli offenbar nichts gelernt. Wieder gingen sie viel zu verhalten in die Partie und bekamen dafür die Quittung. Diego durfte im Mittelfeld ohne Gegenwehr einen Angriff einleiten, den Sascha Riether mit dem 1:0 vollendete (22.). Dazwischen hatte erst Petri Pasanen eine Flanke unglücklich abgewehrt und dann Keeper Tim Wiese einen Cicero-Versuch pariert – allerdings genau vor die Füße von Riether.

0:1 – Werder war wieder mittendrin im Abstiegskampf und entsprechend verunsichert. Wie zum Beispiel Mikael Silvestre, der Wiese mit einer völlig verunglückten Kopfball-Rückgabe zu einer halsbrecherischen Rettungsaktion gegen Mario Mandzukic zwang (28.).

Retten wollte auch Arne Friedrich, allerdings wählte der Wolfsburger dabei gegen Pizarro das gestreckte Bein. Dafür hätte der bereits verwarnte Nationalspieler Gelb-Rot sehen müssen, doch Schiedsrichter Manuel Gräfe ließ die Karten stecken (36.). Zwei Minuten später haderte Werder erneut mit dem Unparteiischen, diesmal hatte der Berliner einen Schubser von Jan Polak gegen Pizarro als nicht elfmeterwürdig eingestuft.

Allerdings: Schuld an dem Spielstand waren ganz allein die Gastgeber. So leblos geht jeder Abstiegskampf verloren. Besonders in der Offensive fehlte es an allem – kein Druck, keine Ideen, keine Finesse. Die VfL-Abwehr hatte besonders leichtes Spiel.

Besserung war auch nach der Pause nicht in Sicht. Zumal die Bremer immer nervöser wurden, es klappte fast gar nichts mehr. Schaaf reagierte mit einem Doppelwechsel: Für Wesley und Philipp Bargfrede kamen in der 64. Minute Aaron Hunt und Dominik Schmidt. Und auf einmal passierte noch ’was! Per Mertesacker verlängerte einen Frings-Freistoß per Kopf, doch Makoto Hasebe rettete auf der Linie (68.). Im Gegenzug köpfte Marcel Schäfer knapp vorbei. Und nur Sekunden später zielte Clemens Fritz auf der anderen Seite wenige Zentimeter zu hoch. Das Spiel flackerte noch mal kurz auf, auch die 40 000 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion schöpften Hoffnung. Letztlich blieb die aber unerfüllt.

Bemerkenswert: Trotz der zurückgekehrten Abstiegsangst verabschiedeten die Bremer Fans den ausgewechselten Diego mit Gesängen (79.). War das die alte Verbundenheit oder die Sehnsucht nach einem Spielmacher? Denn die eigene Mannschaft brachte nichts mehr zustande, musste nach acht Spielen ohne Niederlage die erste Pleite hinnehmen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den Wolfsburg an Frankfurt abgegeben hat, beträgt nur noch vier Punkte. Und nächste Woche kommt Fast-Meister Dortmund . . .

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