2:2 in Wien „hat uns die Augen geöffnet“ / Kapitän Frings redet Klartext

Weckruf zur rechten Zeit

Das Lächeln wirkt gequält: Torsten Frings war mit dem 2:2 seiner Bremer bei Austria Wien überhaupt nicht zufrieden.

Bremen - Von Arne Flügge · Siege, Serien und die Jagd nach Rekorden: Bei Werder Bremen lief es in den vergangenen Wochen wie am Schnürchen. Auch im Europa-League-Spiel bei Austria Wien sah es lange nach einem klaren Erfolg aus.

Bis die Bremer wieder in den Schlendrian längst vergessen geglaubter Zeiten zurückfielen, eine 2:0-Führung verspielten und sich am Ende mit einem 2:2 begnügen mussten.

Im Grunde ist nicht viel passiert. Nur dass es die Bremer versäumt haben, in der Gruppe L im Kampf um den Achtelfinaleinzug mit dem dritten Sieg in Folge eine Vorentscheidung herbeizuführen. Doch wie nachlässig sich Werder nach dem Doppelpack von Claudio Pizarro (19./63.) in der Schlussphase präsentierte und noch die Gegentreffer von Emin Sulimani (73.) und Schumacher (87.) hinnahm, das erinnerte doch sehr an die Spiele, in denen vermeintlich schlechtere Mannschaften grob fahrlässig unterschätzt wurden.

Immerhin war bereits kurz nach Spielschluss bei den Profis die Erkenntnis da, in der letzten halben Stunde Mist gebaut zu haben. „Das Spiel hat uns die Augen geöffnet“, sagte Rechtsverteidiger Clemens Fritz, der beim 2:2 durch Schumacher keine gute Figur abgegeben hatte: „Es hat die letzte 100-prozentige Entschlossenheit gefehlt. Das darf uns nicht wieder passieren.“

Zu passives Defensivverhalten und eine schlampige Chancenverwertung, dazu eine schon an Arroganz grenzende Lässigkeit – die Schlussphase in Wien hat Werder den Spiegel der vergangenen Saison vorgehalten, in der vermeintliche Außenseiter auf die leichte Schulter genommen wurden – und prompt wurde die Quittung präsentiert. Gerade die Erinnerung daran „müsste uns doch eigentlich Warnung genug sein, dass wir gegen keine Mannschaft etwas geschenkt bekommen“, meinte Kapitän Torsten Frings: „Wir können es nur gemeinsam über den Kampf schaffen. Dann kommt das Spielerische von allein.“

In den nächsten vier Partien trifft Werder erneut auf vermeintliche Underdogs. Morgen geht’s nach Bochum, am Mittwoch kommt Zweitligist 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal nach Bremen, anschließend geht’s in der Liga nach Nürnberg, ehe Wien zum Rückspiel antritt. Im Hinblick auf diese Partien „war es vielleicht ein Weckruf zu rechten Zeit“, wie Frings fand: „Wenn wir nicht in jedem Spiel zu 100 Prozent bei der Sache sind und nur einen Tick nachlassen, dann kann uns jede Mannschaft Probleme bereiten. Wir sind gut beraten, nicht überheblich zu sein.“

Schließlich geht es für die Bremer in den kommenden zwei Wochen um sehr viel. In allen drei Wettbewerben kann Werder den Grundstein für eine überaus erfolgreiche Saison legen. Und daher „ist es umso wichtiger, dass wir in jedem Spiel dagegenhalten“, fordert Frings, „wir müssen schon gegen Bochum zu der Leistung zurückfinden, die uns in den vergangenen Wochen so stark gemacht hat.“ Damit die in Wien über weite Strecken gezeigte Vorstellung „eine unrühmliche Ausnahme bleibt“, wie es Sportdirektor Klaus Allofs formulierte: „Das viele Lob zuletzt scheint einigen nicht gut getan zu haben. Das war eine Fehleinschätzung der Situation. Ich hoffe, dass sie das jetzt begriffen haben.“

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