Transfer zu Palmeiras immer noch nicht perfekt / Atletico-Chef wundert sich

Wechselwirbel um Wesley: „Gott weiß, ob es besser ist“

Abgang mit Hindernissen für Wesley. Mit Palmeiras Sao Paulo ist er sich einig, die Zahlung der Ablösesumme erweist sich aber als schwierig. Unverrichteter Dinge verließ er gestern deshalb mit seinem Berater Hugo Garcia die Werder-Geschäftsstelle.

Bremen - Jetzt ist er weg! Dachten jedenfalls alle. Weil Wesley gestern Nachmittag nicht zum Mannschaftstraining erschien, war die Schlussfolgerung schnell gezogen: Er ist schon auf dem Weg nach Brasilien, um bei Palmeiras Sao Paulo einen Vertrag zu unterschreiben. Aber nix da.

Um 16.05 Uhr ging Wesley in Begleitung seines Beraters Hugo Garcia hoch ins Büro von Werder-Boss Klaus Allofs. Knapp eine halbe Stunde später trottete er jedoch wieder Richtung Kabine und teilte mit: „Ich muss jetzt trainieren.“ Der Wechsel zurück in die Heimat ist also immer noch nicht fix.

Die Aussagen, die Hugo Garcia nach dem Treffen mit Klaus Allofs machte, ließen gar Zweifel aufkommen, ob es überhaupt zum Abschluss kommen wird. „Der Deal ist noch nicht fertig. Wenn es funktioniert, geht Wesley. Wenn nicht, bleibt er Spieler von Werder Bremen“, erklärte der Spielerberater und hüllte sich danach in Schweigen: „Mehr möchte ich nicht sagen.“

Abgang mit Hindernissen für Wesley. Mit Palmeiras Sao Paulo ist er sich einig, die Zahlung der Ablösesumme erweist sich aber als schwierig. Unverrichteter Dinge verließ er gestern deshalb mit seinem Berater Hugo Garcia die Werder-Geschäftsstelle.

Das grundsätzliche Problem des sechs Millionen Euro bringenden Transfers ist aber auch so bekannt: Palmeiras bekommt das Geld für die bereits ausgehandelte Ablösesumme nicht zusammen. Werder fordert Garantien, dass die Drei-Raten-Zahlung (zwei Millionen sofort, je zwei weitere Millionen in 2013 und 2014) auch abgesichert ist. Zwar bemüht sich Palmeiras, doch die bisher unterbreiteten Vorschläge hat Werder abgelehnt. Und Allofs denkt gar nicht daran, Zugeständnisse zu machen: „Versprechen kann man viel. Aber man muss es auch halten können.“

Möglicherweise wiederholt sich, was schon im Fall Naldo zu beobachten war. Internacional Porto Alegre war sich mit dem Spieler einig, hatte ansonsten aber nichts zu bieten. Palmeiras hat Wesley mit einem Dreijahresvertrag überzeugt, erweist sich beim Thema Ablöse aber ebenfalls als zahlungsschwach. Club-Präsident Arnaldo Tirone gibt sich dessen ungeachtet in heimischen Medien positiv gestimmt: „Es läuft gut.“

Wesley selbst mag die unsichere Lage nicht kommentieren. Er vertraut auf seinen Berater („Der macht alles“) und auf eine höhere Kraft. „Gott weiß, ob es besser ist, zu gehen oder zu bleiben“, sagt er. Wobei in diesem Fall möglicherweise weniger Gott als vielmehr Wesleys von Heimweh geplagte Ehefrau Thatiane die Richtung gen Brasilien vorgegeben hat.

Als Profiteur dieser Sehnsucht wähnte sich bereits Atletico Mineiro. Alexandre Kalil, Präsident des Clubs aus Belo Horizonte, war bereit, 4,5 Millionen Euro Ablöse für Wesley zu zahlen. Mit dem 24-Jährigen sei schon alles klar gewesen, berichtete er gegenüber dem brasilianischen Internetportal estadao.com. Doch dann funkte Palmeiras dazwischen. „Wir hatten fast alles arrangiert, da bieten die anderen sechs Millionen Euro. Wir verstehen das nicht“, sagte Kalil. Seine Verwunderung fußt auf der an ihn übermittelten Forderung der Bremer, die nur 5,2 Millionen Euro betragen haben soll. Schlussfolgerung des Atletico-Chefs: „Palmeiras zahlt mehr als verlangt.“ Werder soll‘s recht sein, wenn die Brasilianer denn zahlen können. · csa

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