Jurica Vranjes und Dusko Tosic wollen weg, bislang ist von Interessenten aber noch nichts bekannt

Wechselpläne mit Hindernissen

„Mit der aktuellen Situation ist doch niemand zufrieden – Werder nicht und ich auch nicht“, sagt Jurica Vranjes.

Bremen - Von Carsten Sander · Was Jurica Vranjes sich zu sagen wagt, ist nur die halbe Wahrheit. Die zweite Hälfte bleibt unausgesprochen, steht ihm aber ins Gesicht geschrieben.

Der Mittelfeldspieler ist sauer, wütend, enttäuscht, deprimiert. Seit einem Vierteljahr schon ist er auf die Tribüne verbannt, von Trainer Thomas Schaaf verstoßen. Scheinbar ohne Chance auf eine Rückkehr in den Kader. Wie ihm geht es auch Dusko Tosic. Beide planen in der Winterpause ihren Abgang, suchen nach neuen Vereinen. Und Werder hält ihnen die Tür auf.

„Für alle Beteiligten wäre eine Trennung sinnvoll, wenn die Situation so bliebe, wie sie sich jetzt darstellt“, sagt Club-Chef Klaus Allofs und lädt interessierte Clubs ein, sich bei ihm zu melden: „Wir sind gesprächsbereit.“

Das Problem: Noch ist nichts von möglichen Abnehmern durchgesickert. Was nicht weiter verwundert. Denn wer soll sich um Spieler reißen, die seit einem halben Jahr ohne Spielpraxis sind? Die nicht mal dann in den Kader berufen werden, wenn noch Plätze frei sind? Schaaf hat das Duo wochenlang mit dieser Praxis abgestraft. In jedem Zeugnis wäre das eine glatte Sechs.

Vranjes war zuletzt am 16. Mai (1:3 gegen den Karlsruher SC) im Einsatz. Tosic durfte gegen den KSC ebenfalls ran – danach aber nur noch 17 Minuten beim 1:1 gegen Bayern München am zweiten Spieltag der laufenden Saison. Seither ist er weg vom Fenster.

Anders als bei dem Kroaten Vranjes ist der Mimik des Serben nichts über seine Empfindungen über die Dauerdegradierung zu entlocken. Es sei denn, sein Grinsen spiegelt die Gefühlslage wider. Was kein gutes Licht auf den 24-Jährigen werfen würde. Seine Aussagen lassen dagegen erkennen, wie er seine Lage bewertet. „So wie es aussieht, muss ich weg“, meint er und fasst das spezielle Problem in einem Satz zusammen: „Ich habe so lange nicht gespielt, dass ich woanders bei null anfangen müsste.“

Seinen Berater hat er längst mit der Suche nach einem neuen Arbeitgeber beauftragt. Und natürlich sagt er, dass es Interessenten gibt. Konkretere Informationen bleibt er hingegen schuldig. Keinen Hehl macht er wiederum aus seinen Ambitionen. Ein „guter Erstligist“ soll es sein. Denn Tosic hat – hört, hört – trotz des tiefen Falls in Bremen immer noch die Teilnahme an der WM in Südafrika im Blick. „Ich muss wieder spielen – auch im Hinblick auf Südafrika“, sagt er und blendet konsequent aus, dass ihn nicht eine Verletzung oder übermäßig starke Konkurrenz ins Abseits gebracht haben, sondern allein schlechte Leistungen. Im Sommer 2008 war er noch auf einem anderen Stand. Tosic hatte eine Saison mit regelmäßigen Einsätzen hinter sich, stand im September zu Beginn der WM-Qualifikation noch in der Startelf des späteren Gruppensiegers Serbien. Doch der Ausbootung bei Werder folgte logischerweise auch der Sturz aus dem Auswahlteam. Jetzt will der achtmalige Nationalspieler im letzten halben Jahr vor der WM noch die Wende schaffen – natürlich nicht bei Werder, sondern irgendwo anders.

Dem Mann ist zu helfen. Bringt er Interessenten, kann er gehen. Aber nicht ablösefrei, das stellt Klaus Allofs klar. Weder Tosic noch Vranjes (beide mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet) seien zu verschenken, so Allofs: „Geplant ist es nicht, sie einfach so ziehen zu lassen.“ Ein wenig Kapital will Werder noch herausschlagen, um das sportliche und finanzielle Verlustgeschäft Tosic (kam 2007 für 1,8 Millionen Euro vom FC Sochaux) noch ein bisschen abzumildern.

Dass Werder an ihm noch verdienen will, kann Jurica Vranjes nicht verstehen. Der ehemals als Musterprofi gelobte 29-Jährige sieht die Dinge anders: „Es tut mir leid, dass es so gekommen ist. Aber mit der aktuellen Situation ist doch niemand zufrieden – Werder nicht und ich auch nicht.“ Also wäre der saubere Schlussstrich nach viereinhalb weitgehend störungsfreien Jahren doch nur fair, meint er und sieht für sich gute Chancen auf dem Markt: „Es gibt Gespräche.“ Mit wem? Da grinst auch Vranjes…

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