Österreicher lehnt Angebote ab:

Wechsel? Arnautovic will nicht

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Marko Arnautovic im Training. Er lässt sich nicht hängen, das gefällt dem Trainer. Spielen darf der Österreicher trotzdem nicht.

Bremen - Nach dem Training war erstmal eine Gute-Laune-Demo angesagt. Marko Arnautovic trottete rüber zu einer Gruppe Kumpels, die ihm vorher bei seiner Arbeit zugesehen hatte. Ein großes Hallo. herzliche Umarmungen, kraftvolles Abklatschen.

Arnautovic alberte noch ein bisschen rum, lachte laut und trottete dann – seine vierköpfige Entourage im Schlepptau – Richtung Kabine. Von Ärger über seine Reservistenrolle bei Werder Bremen keine Spur. Auch nicht – und das ist das eigentlich Überraschende – von Wechselabsichten.

Dem Österreicher geht es offenbar gut bei Werder Bremen. Obwohl er nicht spielt, obwohl ihn das ein Drittel seines Verdienstes kostet, obwohl der Club ihn lieber heute als morgen verkaufen würde. Doch Arnautovic sperrt sich. Angebote von West Ham United und Celtic Glasgow hat er bereits abgelehnt. Warum? Quasi im Vorbeigehen erklärt er, wie er es sieht: „Für einen Wechsel müssten drei Faktoren zusammenkommen: Ein Club, der kaufen will. Ein Club, der abgeben will. Und ich muss auch wollen“, sagt der eigenwillige Profi und schiebt mit einer ausladenden Geste hinterher: „Will ich? Ich bin hier – das sagt doch alles.“

Vielleicht nicht alles. Aber zumindest, dass bisher das richtige, das überzeugende Angebot noch nicht dabei war. West Ham United, so heißt es, hat aber noch nicht aufgegeben, will weiter verhandeln. West Bromwich Albion mit Ex-Werder-Stürmer Markus Rosenberg ist angeblich ebenfalls interessiert. Und in Spanien sind dem Vernehmen nach gleich vier Clubs (Espanyol Barcelona, UD Levante, Real Sociedad und FC Sevilla) an Arnautovics Diensten interessiert. Doch dessen Lust auf einen Wechsel zu einem europäischen Durchschnittsclub scheint klein zu sein. „Ich bin ganz entspannt, so entspannt wie noch nie“, sagt er und gibt damit zu verstehen, dass ihn die aktuelle Situation nicht stört.

Dabei kann ihm nicht gefallen, was gerade passiert. Er spielt nicht. Der 24-Jährige schmorte in beiden Bundesligaspielen nur auf der Bank. Anfangs waren Fitnessdefizite der Grund, doch das gilt nicht mehr. „Er kann mittlerweile von Anfang an und ohne Probleme 60 bis 70 Minuten mit höchstem Tempo spielen“, erklärt Coach Robin Dutt, „aber er spielt nicht, weil ich anderen den Vorzug gebe“.

Das Training am Dienstag: Mit Arnautovic, ohne Caldirola

Werder-Training ohne Caldirola und Fritz

Eine klare Aussage. Selbst die Talente Niclas Füllkrug und Özkan Yildirim haben den einst für 6,5 Millionen Euro verpflichteten Arnautovic überholt. Den ficht die Rückversetzung in die zweite oder dritte Reihe aber nicht an. Alles ist ja so entspannt. Sein Berater holt weiter Angebote ein und sondiert selbige, während Arnautovic in letzter Konsequenz nicht abgeneigt ist, seinen nur noch eine Saison laufenden Vertrag in Bremen zu erfüllen. Oder ist abzusitzen die korrektere Beschreibung?

Nein, nein, nein – sagen Dutt und auch Sportchef Thomas Eichin, die weiter kein schlechtes Wort über Arnautovic verlieren. Vielleicht weil sie wirklich zufrieden sind mit dem Auftreten des bulligen Angreifers, vielleicht weil jede negative Äußerung die Verkaufschancen mindern würde. Wie auch immer: Dutt lobt weiter Arnautovics Verhalten („Ich rechne ihm hoch an, dass er sich mit mir austauscht. Seine Zeit wird kommen“), Eichin sieht auch keinen Grund, Kritik zu üben. Dass Arnautovic Angebote ablehnt, „ist sein gutes Recht“, sagt der Manager, der bislang vergeblich auf ein Millionenplus durch Ablöse und eingespartes Top-Gehalt hofft: „Es gibt einen Vertrag, den wir zu akzeptieren haben. Wir üben auf den Spieler keinen Druck aus. Die Transferperiode ist noch lang.“ Erst am 2. September, zwölf Uhr mittags, ist alles zu spät. · csa

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