"Wir haben ganz viel Fantasie, nichts zu sagen"

Warten auf Allofs: Gut gelaunte „Wölfe“ mauern noch

+
Klaus Allofs

Von Thomas Wolfer - Nicht einmal die eisigen Temperaturen konnten Diego am Tag nach seiner Gala gegen Leverkusen die Laune verderben. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht scherzte der Brasilianer auf dem frostigen Trainingsplatz mit seinen Mitspielern und absolvierte am Montagmorgen bestens gelaunt eine lockere Übungseinheit.

Die Stimmung beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg ist nach dem furiosen 3:1 (3:0)-Sieg gegen Bayer Leverkusen blendend. Noch weiter verbessern würde sie sich aber sicher, wenn Klaus Allofs bei den Wölfen als neuer Manager unterschreiben würde. Der Wechsel des 55 Jahre alten Geschäftsführers vom Ligakonkurrenten Werder Bremen zum Meister von 2009 scheint nur noch Formsache.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Deal in dieser Woche perfekt gemacht werden, obwohl beide Klubs genau wie Allofs selbst bei Nachfragen weiter mauern. „Dazu sagen wir heute nichts“, äußerte VW-Chef Martin Winterkorn, mächtigster Mann in Wolfsburg. Und Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke sagte: „Es gibt keinerlei Kontakte mit Wolfsburg.“

Lemke hofft auf Allofs' Verbleib in Bremen („Davon gehen wir auch aus, da wir keinen anderen Stand haben“), im Hintergrund wird jedoch schon über die Höhe der Ablösesumme spekuliert, da Allofs noch einen gültigen Vertrag bis 2015 besitzt. Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (sid) liegt diese im mittleren einstelligen Millionen-Bereich.

In Wolfsburg könnte der Manager als Nachfolger des entlassenen Felix Magath einen Vertrag bis 2016 erhalten. Doch über eine mögliche Vertragslaufzeit wollte Francisco Javier Garcia Sanz, Vorsitzender des VfL-Aufsichtsrates, genauso wenig sprechen, wie über einen neuen Manager im Verein generell. „Es gibt noch nichts“, sagte der VW-Manager.

Diesen Standpunkt vertrat am Montag auch Geschäftsführer Thomas Röttgermann: „Sobald die Entscheidung getroffen ist, wird sie bekannt gegeben. Wir haben ganz viel Fantasie, nichts zu sagen. Da können sie sich sicher sein. „ Und genauso wenig Neuigkeiten gab es in der Trainerfrage. Mit drei Siegen aus vier Pflichtspielen lieferte Lorenz-Günther Köstner beste Argumente für eine weitere Zusammenarbeit.

Doch noch habe niemand mit dem eigentlichen U23-Trainer gesprochen, der für Magath eingesprungen war und die Mannschaft wieder auf Kurs gebracht hatte. Ob sich Köstner einer Zusammenarbeit mit Allofs vorstellen könne? „Was spricht dagegen?“, antwortete der 60-Jährige, ohne sich aber weitere Aussagen entlocken zu lassen. Köstner hat die Wölfe wieder zu einer Einheit geformt und das Team nach dem schwachen Saisonstart an die Nichtabstiegsplätze herangeführt. „Ich genieße jedes Spiel“, sagte der Coach, der die einst so „launischen Diva“ Diego wieder auf Touren gebracht hat.

„Er ist sehr wichtig für uns. Wir haben großes Vertrauen in ihn“, betonte der Brasilianer, der gegen Leverkusen doppelt traf und das dritte Tor von Bas Dost hervorragend einleitete. Die Mannschaft habe wieder zusammengefunden, und Diego würde nur auf so einem hohen Niveau spielen können, weil ihm die Teamkollegen den Rücken frei halten, sagte Köstner: „Er hat seine Harmonie gefunden und der Mannschaft in der letzten Zeit mit brutal viel gelaufenen Kilometer geholfen. Wir brauchen ihn auch in den nächsten Spielen.“

Auch wenn es in Wolfsburg aufwärts geht, ist die Situation immer noch heikel. Mit elf Punkten aus elf Spielen ist das ursprüngliche Saisonziel, die Qualifikation für den Europacup, in weiter Ferne. „Wir werden konzentriert weitermachen und diesen Weg fortsetzen“, sagte Köstner. Wie lange sein persönlicher Weg noch gehen wird, spiele dabei keine Rolle: „Ich würde gerne weitermachen, aber ich kann jede Entscheidung nachvollziehen.“

Eine ebenfalls als Gerücht im Raum stehende Verpflichtung von Bremens Trainer Thomas Schaaf schloss Röttgermann derweil indirekt aus. „In unserem Raum steht es nicht“, betonte der Geschäftsführer. sid

Das könnte Sie auch interessieren

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Kommentare