Fritz fordert mehr Erfahrung für das Team

Die Warnung des Kapitäns

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Intensive Arbeit fordert Clemens Fritz vor dem Start der Rückrunde von Werder – und gestern ging der Kapitän mit vollem Einsatz mit gutem Beispiel voran.

Belek - von Carsten Sander. Der Start ins Jahr war holprig, aber erfolgreich. Der Gegner hieß Energie Cottbus, Werder Bremen gewann diesen ersten Test im Trainingslager im türkischen Belek mit 3:2. Es war der Aufgalopp für eine Bundesliga-Rückrunde, in die Werder als Tabellen-16. mit großer Abstiegsangst geht.

Kapitän Clemens Fritz schlägt im Interview sachte, aber deutlich vernehmbar Alarm, mahnt für die junge Bremer Mannschaft noch in der laufenden Transferperiode Neuzugänge mit Erfahrung an.

3:2 gegen Drittligist Cottbus – wie fällt Ihre Meinung zu diesem Spiel aus?

Clemens Fritz: Es war eine engagierte Leistung. Wir müssen aber auch kritisch mit uns umgehen. Wir haben spielerisch kaum Chancen kreiert, haben wieder zu einfache Gegentore kassiert. Das sind die Punkte, an denen wir ansetzen wollen. Da müssen wir uns verbessern.

Die besagten Probleme haben die Mannschaft bereits die Hinrunde hindurch begleitet. Mit welchen Erwartungen blicken Sie der Rückrunde entgegen?

Fritz: Ganz klar: Die Rückrunde muss besser werden als die Hinrunde, sonst wird es schwierig mit dem Klassenerhalt. Es gibt bei uns nichts, was wir uns schönreden könnten und nichts, worauf wir uns ausruhen könnten. Wir sind Tabellen-16. und müssen in der Vorbereitung sehr, sehr intensiv arbeiten. Wir haben noch einiges zu tun.

Welche Bedeutung kommt dem Rückrundenauftakt mit drei Heimspielen in den ersten vier Partien zu?

Fritz: Die Tabelle ist so eng, da ist ein guter Start enorm wichtig. Wenn du wieder hinterher läufst, wird es immer schwieriger. Wir müssen alles daran setzen, in den ersten Spielen die Punkte zu holen. Weil es dir auch für die darauf folgenden Spiele das Selbstvertrauen bringt.

Levin Öztunali ist die bislang einzige Neuverpflichtung. Trainer Viktor Skripnik hat ihn gegen Cottbus direkt auf die Spielmacherposition gestellt. Kann er mit seinen 18 Jahren schon eine Verstärkung sein im Abstiegskampf?

Fritz: Levin hat bereits gezeigt, dass er über eine hohe spielerische Qualität verfügt. Er hat Zug nach vorne, Tempo auch mit Ball am Fuß. Aber bitte nicht vergessen: Er ist ein noch sehr junger Spieler. Man darf keine Wunder- „Ausfälle tun uns weh“ dinge von ihm erwarten. Die ersten Eindrücke, die ich von ihm habe, sind jedoch sehr gut. Ich traue ihm auch zu, auf der Spielmacherposition zu spielen.

Wie verhält er sich abseits des Platzes?

Fritz: Er versteckt sich nicht, ist ein offener Typ. Er ist kein Lautsprecher, aber auch keiner, dem man jedes Wort aus der Nase ziehen muss.

Ein Teenie im Existenzkampf – braucht Werder nicht noch eine Dosis mehr Erfahrung im Team?

Fritz: Die würde uns sicher gut tun. Ich will uns nicht schlechtreden, wir haben Potenzial im Kader. Aber ich sage auch: Uns darf nicht viel passieren, was Verletzungen angeht. Die Ausfälle von Di Santo und Prödl taten uns unheimlich weh. Wir hoffen jetzt, dass beide so schnell wie möglich zurückkommen und danach keine großartigen Verletzungsausfälle mehr folgen. Dann haben wir auf jeden Fall die Qualität, um die Klasse zu halten. Aber man kann nicht davon ausgehen, dass die Rückrunde störungsfrei läuft.

Um Ausfälle zu kompensieren, reicht die Qualität im Kader nicht?

Gerade im Sturm haben wir hinter Franco einige junge Spieler (Davie Selke, 19, und Melvyn Lorenzen, 20, d. Red.). Die haben das bisher zwar sehr gut gemacht, aber Sie sind natürlich Leistungsschwankungen unterworfen. Sie können uns zwar zum Klassenerhalt schießen, aber das darf man nicht zwingend von ihnen erwarten.

Sind Sie überrascht, dass sich Werder bislang auf dem Transfermarkt so zurückhaltend gibt?

Fritz: Von reinem Aktionismus halte ich nichts. Ich sehe ja auch, dass da intensiv gearbeitet wird. Aber es muss auch passen, der Spieler muss uns wirklich weiterbringen.

Sie stehen vor Ihrer neunten Rückrunde mit Werder – wird es für Sie die schwerste?

Fritz: Es wird mit Sicherheit eine sehr, sehr schwierige Rückrunde. Aber das Gute ist, dass uns allen bewusst ist, dass wir bis zum Ende um den Klassenerhalt kämpfen müssen.

Notfalls auch in der Relegation?

Fritz: Das kann passieren. Aber egal wie: Hauptsache, erste Liga.

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