Pfiffe, Ersatzbank, Stürmersuche

Warnsignale für Petersen

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Die Laune im Training war gestern gut bei Nils Petersen.

Bremen - Vor zwei Wochen hatte es angefangen. Da hallten im Spiel gegen den VfL Wolfsburg die ersten Pfiffe von den Rängen des Weserstadions, und sie richteten sich gegen einen der Ihren: Nils Petersen.

Mit seinen 25 Jahren weiß er längst, dass so etwas zum Job des Fußball-Profis manchmal dazu gehört. Gerade bei Stürmern, so lange sie unter akuter Torflaute leiden. Damit muss man leben, auch wenn es weh tut. Doch Pfiffe bedeuten immer auch eins: Alarmstufe Rot. Und so hat auch Petersen längst gemerkt, dass der Kampf gegen den Abstieg nicht die einzige Schlacht ist, die er derzeit zu führen hat. Es geht auch um ihn selbst, um seine Karriere und seine künftige Rolle bei Werder. Denn obwohl er mit sechs Treffern aktuell immer noch der beste Bremer Torschütze ist, scheinen seine Aktien stetig im Sinkflug zu sein. Als Stürmer Nummer eins hatte er die Saison begonnen, nun muss sich Petersen mit der Jokerrolle begnügen, wenn überhaupt.

„Wir sind im Abstiegskampf, da sind Einzelschicksale nicht gefragt“, meint Petersen und macht gut Miene zum bösen Spiel, „es ist kein Drama, dass ich jetzt zweimal auf der Bank saß. Ich warte auf meine Chance.“ Doch die Zeit arbeitet gegen ihn, denn hinter den Kulissen ist Werder längst auf der Suche nach mehr Offensivpower (siehe oben). Es ist das nächste Warnsignal für Petersen: Mehr Konkurrenz bedeutet potenziell noch weniger Einsatzzeit für ihn. Bei den letzten beiden Spielen gegen Schalke und Hannover kam Petersen nur in Kurzeinsätzen am Ende der Partien zum Zuge. Und er wurde gegen die Königsblauen auch nicht direkt für Stürmerkollege Franco Di Santo gebracht, als der kurz nach der Pause nicht weitermachen konnte. Die Zeichen sprechen eher gegen Petersen. Mehr noch, seit Trainer Robin Dutt nun Eljero Elia als zweite Sturmspitze nutzt und damit offenbar das richtige Händchen hatte. Denn der Niederländer spielte zuletzt besser denn je im Werder-Dress. „Mich freut es für Elia“, sagt Petersen, „er ist ein Riesen-Fußballer, und jetzt zeigt er endlich, dass er effektiv sein kann.“

Effektiv muss auch Petersen sein, am besten am Samstag beim Auswärtsspiel gegen Mainz 05. Denn dort ist Di Santo gesperrt. Es wäre Petersens große und in dieser Saison vielleicht gar letzte Chance, sich wieder zu bewähren. Doch nicht einmal in dieser offensichtlichen Konstellation als einzige gelernte Sturmkraft kann sich die Nummer 24 seines Einsatzes sicher sein. „Ich hoffe darauf und werde im Training alles tun, damit der Trainer sieht, dass ich für Samstag bereit bin“, kündigt Petersen an.

Noch vor einem Monat schienen er und Di Santo sich gerade als Doppelspitze im Bremer Spielsystem gefunden zu haben. Doch derzeit ist es allein der Argentinier, der „extreme Torgefahr ausstrahlt“ mit zwei Treffern in zwei Spielen, bemerkt auch Petersen. Er will kämpfen, um seine Position und seine Reputation, doch er will keine lauten Ansprüche anmelden. Dafür fehlen ihm in seiner jüngsten Form auch die Argumente. Die könnte er allein durch Tore und gute Leistungen sammeln, und das ist Petersen in der Fremde zumindest bisher leichter gefallen. Alle seine sechs Saisontreffer gelangen ihm in gegnerischen Stadien. „Ich will unbedingt wieder treffen“, betont er, „und man hat doch am oft gescholtenen Elia gesehen, wie schnell es im Fußball wieder bergauf gehen kann.“ Doch die kleine Ewigkeit, die der Niederländer im Formtief steckte, will und kann Petersen sich gewiss nicht gönnen. · phi

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