Wagner hofft auf die Wende

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Sandro Wagner wähnt sich bei Werder auf einem „guten Weg“ und hofft, bald wieder eine Chance zu bekommen.

Bremen - Am Freitag kommt der Meister – und die Voraussetzungen im Sturm von Werder Bremen, der bislang für satte zwölf von 16 Saisontoren verantwortlich war, sind nicht gerade optimal.

Claudio Pizarro (sechs Treffer) kehrt erst einen Tag vor der Partie gegen Borussia Dortmund – und bestimmt nicht bestens erholt – von seiner Länderspielreise aus Südamerika zurück. Und der Österreicher Marko Arnautovic (3), der zuletzt neben dem Peruaner angreifen durfte, muss nach seiner Roten Karte aus dem Hannover-Spiel drei Mal zuschauen.

Erster Kandidat auf den Platz neben „Piza“ ist Markus Rosenberg. Der Schwede, der ebenfalls drei Tore vorweisen kann, hatte anfangs noch einen Stammplatz gehabt. Nach dem Heimsieg gegen Freiburg (5:3) verlor er diesen jedoch an Arnautovic – und war vier Mal nur noch Joker. Doch nun wittert der 29-Jährige die große Chance. „Ich habe bisher nicht so viel Spielpraxis bekommen, wie ich es mir erhofft hatte. Aber jetzt habe ich ein gutes Gefühl“, sagte er gestern nach dem Training.

Neben Rosenberg hatte zu Saisonbeginn überraschend Lennart Thy gestürmt. Zwei Mal stand der 19-Jährige in der Startelf, dann war Pizarro nach seinem Innenband-riss im Knie wieder richtig fit – und Thy draußen. Der U 20-Nationalspieler lief seither nur noch in Werders U 23 auf und traf dort einen alten Bekannten: Sandro Wagner. Der 23-Jährige hat bereits sieben Spiele in der Dritten Liga bestritten – aber noch keine einzige Minute in der Bundesliga. Wenn’s nach ihm geht, muss sich das schleunigst ändern. „Ich habe letzte Saison wichtige Tore für Werder gemacht und bewiesen, was ich kann“, meint Wagner. Doch die Vergangenheit zählt für Trainer Thomas Schaaf nicht mehr, das hat er kürzlich klargestellt: „Wenn man mal irgendwo gewesen ist, gibt es keine Garantie, dass man das Gleiche wieder erreicht.“

Der Coach war/ist unzufrieden mit dem Stürmer – und der scheint zu begreifen, dass es ihn nicht weiterbringt, ständig nur auf längst verwelkte Lorbeeren zu verweisen. Ob er Verständnis für Schaafs Entscheidungen, ihn nicht in den Kader zu holen, habe, sei „doch egal. Wenn er es so sieht, wird es so sein. Ich will da nicht nachkarten. Wichtig ist, dass ich es akzeptiere – und das tue ich“, sagt Wagner, der inzwischen wieder etwas offener als in den vergangenen Wochen wirkt – und im Training engagierter. „Ich fühle mich gut und glaube, dass ich auf einem guten Weg bin“, urteilt der 23-Jährige und ergänzt: „Ich kann mich nur mit guten Leistungen anbieten und hoffe, dass ich bald eine Chance bekomme. Und wenn ich spiele, muss ich Gas geben.“

So wie am vergangenen Donnerstag im Testspiel gegen Drittligist VfL Osnabrück. Beim 3:0-Erfolg in Cloppenburg hatte Wagner einige gefährliche Szenen, erzielte auch ein Tor – und durfte durchspielen. „Natürlich habe ich da Selbstvertrauen getankt. Und ich hoffe, es geht so weiter“, sagt er. Das nächste Ziel sei es nun, „gegen Dortmund wieder im Kader zu sein“. Angesichts der nicht gerade üppigen Besetzung im Angriff stehen die Chancen darauf nicht schlecht. · mr

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