Vulkan Arnautovic: Nach dem Ausbruch der Durchbruch?

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Marko Arnautovic jubelt vor einer Werbebande, die für ihn zum Motto werden sollte: Helfen und gewinnen.

Bremen - Die Aktion war atemberaubend, wundervoll, ein Stück große Fußball-Kunst. Als Marko Arnautovic eine weite Flanke von Claudio Pizarro 17 Meter vor dem Tor mit dem rechten Fuß volley nahm, der Ball einen perfekten Bogen nahm und genau neben dem Pfosten einschlug, staunte jeder am Hamburger Millerntor: Wow!

Und bestimmt jeder fragte sich: Wieso spielt dieser Marko Arnautovic eigentlich so wenig bei Werder Bremen?

Der österreichische Stürmer hatte beim 5:4-Testspielsieg gegen den FC St. Pauli eine perfekte Demonstration seines Talents abgeliefert. Denn dem Volleyknaller zum 4:1 war bereits ein dynamischer Sololauf zum 3:1 sowie die Vorbereitung des 2:1 durch Marko Marin vorangegangen – alles innerhalb von nur fünf Minuten. Eine Eruption des Könnens. Oder wie Arnautovic es formuliert: „Es war ein Tag für mich, zu zeigen, dass ich mehr spielen möchte.“

Das ist sein Ziel, nicht etwa – wie Gerüchte besagen – der Wechsel ins Ausland. Kein Berater putze in seinem Auftrag bei europäischen Clubs die Klinke, beteuert der 22-Jährige. Zwar gebe es von irgendwoher „eine Anfrage, aber wie konkret die ist, weiß ich nicht. Ich habe mit niemandem geredet“, sagt er und will das Thema, das für ihn keines ist, nicht weiter behandeln. Was er will, ist Toreschießen. So wie am Dienstagabend auf St. Pauli. „Ich hoffe, ich kann hier jeden glücklich machen – die Kollegen, den Trainer, die Fans“, meint Arnautovic.

Bilder vom Mittwochstraining

Das Training am Mittwoch

Um es rundheraus zu sagen: In seinem ersten Bremer Jahr war der bullige Angreifer Lichtjahre davon entfernt, diesen Plan Realität werden zu lassen. Ar-nautovic bekam durch nicht immer glückliches Auftreten abseits des Spielfeldes den Stempel eines „Bad Boys“ aufgedrückt, auf dem Platz blieb er weit hinter den Erwartungen zurück. Drei Tore bei 25 Einsätzen – mager, mager.

Und auch die neue Saison geht nicht gut los für den Wiener. Zwei Spiele, zwei Einwechslungen, nichts Zählbares. „Nein“, sagt er ganz klar, mit dieser Situation ist er überhaupt nicht zufrieden. Der Doppelpack in Hamburg könnte nun der Vorbote für bessere Zeiten sein – vorausgesetzt von der Eruption des Könnens bleibt mehr als nur Rauch.

Doppelpack gegen St. Pauli

Werder Bremen - St. Pauli

Die Grundlagen dafür sind bei Arnautovic ohne Frage vorhanden. Diese Kraft, diese Schussgewalt, diese Ballbehandlung vereinen nur wenige Spieler in sich. Die großen Defizite waren bislang die taktische Disziplin und die Bereitschaft, sich für andere zu quälen.

Dass sich Arnautovic mit den beiden Toren in die Startelf für das Punktspiel am Samstag gegen den SC Freiburg geschossen hat, ist deshalb eher unwahrscheinlich. Zu groß ist bei Coach Thomas Schaaf nach zwölf Monaten Arnautovic-Erfahrung die Skepsis. Er entscheide „nicht nach einem Spiel, nach einer Aktion oder einer Szene“, erklärt der 50-Jährige, „es geht darum, was der Spieler insgesamt anbietet. Er muss sich immer einbringen, alles abrufen.“ Das hat Arnautovic – so die Botschaft – bislang nicht getan.

Dennoch: Aktionen wie die am Dienstag regen die Phantasie an, wie unterhaltsam und unberechenbar ein Werder-Sturm mit Schlitzohr Pizarro und Vulkan Arnautovic sein könnte. Vielleicht schafft Letzterer nach dem Ausbruch auch den Durchbruch. · csa/kni

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