„Er ist menschlich für mich die größte Enttäuschung meines Lebens“ / Ausleihe in Türkei perfekt

Vranjes – Giftpfeile gegen Schaaf

Nimmt kein Blatt vor den Mund: Bremens Mittelfeldspieler Jurica Vranjes.

Von Arne Flügge · Gestern Nachmittag hat Jurica Vranjes seinen Spind im Weserstadion geräumt. Um 17.00 Uhr ging sein Flieger in die Türkei. Dort absolviert der Mittelfeldspieler von Werder Bremen heute den medizinischen Check beim türkischen Erstligisten Genclerbirligi Ankara. Bis Saisonende lässt sich Vranjes, bei Werder noch bis 2011 unter Vertrag, dorthin ausleihen.

Mit Option auf Weiterbeschäftigung. Am Sonntag kehrt der Kroate noch einmal nach Bremen zurück, um mit einigen Spielern und Kumpels seinen 30. Geburtstag zu feiern und sich von der Mannschaft zu verabschieden. Nach viereinhalb Jahren in Bremen hätte sich Vranjes einen anderen Abgang gewünscht. Dass es nicht so kam, dafür macht er Thomas Schaaf verantwortlich – und deshalb rechnet Vranjes mit dem Werder-Trainer wütend ab.

Schaaf, so Vranjes, sei sportlich „vielleicht der beste Trainer gewesen, den ich je hatte. Als Psychologe aber ist er eine Katastrophe und menschlich für mich die größte Enttäuschung meines Lebens.“ Trotz drei Gesprächen, so der 29-Jährige, habe Schaaf ihm nie erklärt, warum er ihn in den vergangenen Monaten ausgebootet habe. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Das ist total enttäuschend“, schimpft Vranjes: „Wenn er mir nun ins Auge geschaut und gesagt hätte, was ihm nicht passt, wäre das in Ordnung gewesen. Wie das jetzt abgelaufen ist, war es das nicht. Das Verhältnis zwischen mir und dem Trainer ist zerstört.“ Schaaf, so der Mittelfeldspieler, „macht nur sein Ding und zieht das durch. Er ist nie bereit, einen Fehler einzugestehen.“ So sei in ihm der Entschluss gereift, den Verein zu verlassen. „Ich hatte keinen Bock mehr, hier zu bleiben und nur zu trainieren. Das macht dich fertig, das hat mich im Kopf kaputt gemacht“, behauptet der Ex-Nationalspieler, „irgendwann kannst du einfach nicht mehr.“ Glücklicherweise so der Kroate, „bin ich nicht auf Schaaf oder Klaus Allofs angewiesen. Und das ist gut so.“ Beim Club von Trainer Thomas Doll in Ankara will sich Vranjes jetzt „die Lust am Fußball zurückholen, die man mir hier in Bremen genommen hat“.

Schaaf hatte immer betont, dass Vranjes sich sportlich nicht mehr für den Kader qualifiziert hatte. Im Klartext: Die Trainingsleistungen waren zu schwach. „Dass ich schlecht trainiert haben soll, ist doch nur eine Alibi-Aussage. Wenn’s nach den Trainingsleistungen geht, dürften 70 bis 80 Prozent nicht spielen“, poltert der Fußballer: „Dreieinhalb Jahre lang sagt man mir, ich bin ein Musterprofi, und dann werde ich plötzlich, einfach so, ausgebootet. Und dass, ohne mir was zu sagen. Das ist das Schlimmste.“ Vranjes wird konkret: „Da wird lieber ein Tziolis geholt, der weiß Gott nicht besser trainiert hat. Der spielt dann immer und ich bin draußen. Und das kurz nachdem ich meinen Vertrag um drei Jahre verlängert hatte. So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Er selbst habe sich immer korrekt verhalten, behauptet Vranjes: „Ich hätte hier ja auch in den letzten sechs Monaten Scheiße machen und für miese Stimmung sorgen können. Doch das habe ich nicht getan, weil ich Profi bin.“ Doch nun sei ihm auch noch „von oben“ vorgeworfen worden, er habe „schlechte Stimmung in der Kabine“ verbreitet. „Das habe ich nie getan. Ich weiß nicht, wie die darauf kommen“, wundert sich Vranjes: „Wenn sie einen finden, der das behauptet, gebe ich alles zurück, was ich hier in Bremen verdient habe.“

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