Vorstellung des neuen Spielers

Thomas Delaney: „Ich will ein Anführer sein“

+
Thomas Delaney im Weserstadion.

Bremen - Locker, freundlich, gut gelaunt – wenn sich die Qualitäten eines Fußballers daran messen lassen könnten, wie er sich bei seiner Vorstellung präsentiert, dann hätte sich Werder Bremen in Thomas Delaney eine echte Granate ins Team geholt.

Der Däne machte bei seiner Vorstellung einen extrem sympathischen Eindruck. Bescheiden, aber doch selbstbewusst sprach der von Champions-League-Teilnehmer und Dänemark-Champion FC Kopenhagen gekommene Mittelfeldspieler über seine Erwartungen an die vor ihm liegende Zeit in Bremen. „Der Wechsel“, sagte er, „ist ein großer Schritt nach vorne für mich.“

Seine Motivation: Von Kindesbeinen an hatte Delaney, Sohn eines in Dänemark geborenen US-Amerikaners und einer Dänin, beim FC Kopenhagen gespielt. 22 Jahre lang. Zuletzt war er Kapitän des dänischen Serienmeisters und Publikumsliebling. Jetzt, mit 25 Jahren, wagt er den Wechsel zu Werder in die Bundesliga. Die Gründe: „Es ist der perfekte Schritt für mich. In Dänemark habe ich alles erreicht, habe Champions League gespielt, viele Trophäen gewonnen. Jetzt habe ich eine neue Herausforderung gefunden, an der ich wachsen kann. Werder ist der richtige Club, um mich zu beweisen.“ Sein Kernsatz: „Ich hoffe, ich kann besser werden durch Werder und Werder besser durch mich.“

 

Thomas Delaney am Montag im Weserstadion. 

Die Eingewöhnung: Viermal war Thomas Delaney von Kopenhagen nach Bremen gedüst, ehe er gestern seinen Dienst bei Werder antrat. „Eine Wohnung habe ich schon, ein paar Möbel fehlen noch“, sagt er und lacht. Seine Freundin und Hund Chester begleiten ihn nach Bremen. In eine Stadt, die er – frei übersetzt – für schnuckelig hält: „Nicht sehr groß, aber auch nicht zu klein. Die Atmosphäre ist gut, es sieht nach einer schönen Stadt aus.“

Taktische Vorlieben: Thomas Delaney ist ein Mann fürs Mittelfeld, für das defensive Mittelfeld. Nicht aus Zufall hat er bei Werder die Rückennummer 6 bekommen. Die trug früher Frank Baumann, der heutige Sportchef. Vergleiche? Besser nicht, so Baumann: „Thomas kann viel mehr als ich damals. Er ist viel in Bewegung auf dem Platz, ist stark gegen den Ball und im Umschalten. Er sucht auch den Weg in den Strafraum. Ich stand ja meistens nur vor der Abwehr rum und habe die anderen dirigiert.“

Delaney steht für Fleiß und Flexibilität. Er sagt, dass ihm das System auf dem Platz total egal sei. „Die Formation interessiert mich nicht. Ich will Fußball spielen, will laufen. In Kopenhagen haben wir hauptsächlich ein 4-4-2 gespielt, in der Nationalmannschaft ein 3-5-2 oder 5-3-2. Das macht für mich keinen großen Unterschied.“

Seine Ansprüche: „Ich möchte ein Anführer sein!“ An diesem Zitat wird sich Thomas Delaney irgendwann messen lassen müssen. Ihm ist klar, dass „ich Zeit brauchen werde bis dahin. Die Vorbereitung bis zum ersten Spiel ist kurz. Hoffentlich bin ich in ein paar Monaten auf dem besten Stand.“ Werder-Chefcoach Alexander Nouri, der bei Delaneys Verpflichtung im Sommer noch Trainer der U 23 war, ist „froh und glücklich“, den 25-Jährigen jetzt im Team zu haben: „Wir sind von ihm sehr überzeugt. Wir wissen aber, dass er in der Anfangszeit Unterstützung und Hilfe braucht. Die werden wir ihm geben.“

Das sind die ersten Bilder von Thomas Delaney bei Werder

GER,Thomas Delaney (Neuzugang SV Werder Bremen)
Thomas Delaney steht am Montag erstmals im Weserstadion. © nordphoto
GER,Thomas Delaney (Neuzugang SV Werder Bremen)
Thomas Delaney bekommt bei Werder die Trikotnummer 6. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Claudio Pizarro (v. l.) begrüßt Thomas Delaney und Tim Steidten (Sportlicher Leiter SV Werder Bremen) auf dem Trainingsgelände von Werder Bremen. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Claudio Pizarro (l.), Thomas Delaney und Tim Steidten im Gespräch. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Werders Neuzugang. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Thomas Delaney  und Tim Steidten (Sportlicher Leiter SV Werder Bremen). © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Thomas Delaney  und Tim Steidten am Weserstadion. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Delaney soll dem Bremer Mittelfeld zu mehr Stabilität und Torgefahr verhelfen. © nordphoto
GER,Thomas Delaney (Neuzugang SV Werder Bremen)
Thomas Delaney © nordphoto
GER,Thomas Delaney (Neuzugang SV Werder Bremen)
Thomas Delaney © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Niklas Moisander begrüßt Thomas Delaney. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Delaney beim Aufwärmen © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Die Werder-Spieler in Aktion. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Fin Bartels im Duell mit Thomas Delaney. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Delaney in Aktion. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Delaney im Weserstadion. © nordphoto

Seine Konkurrenten: Clemens Fritz, Philipp Barg-frede, Florian Grillitsch in speziellen Situationen auch Zlatko Junuzovic – die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist groß für Thomas Delaney. „Es ist ein starker Wettbewerb, ich stehe erstmal hinten an“, meint der Mann mit den dunklen Locken. Vielleicht ist es ein bisschen Understatement, das er da verbreitet, vielleicht aber auch eine realistische Einschätzung. Auf jeden Fall spricht er respektvoll über die Kollegen, die für ihn auch Konkurrenten sind. „Clemens Fritz hat auch in Dänemark einen großen Namen, ich habe ihn oft spielen sehen“, sagt er – und fügt lachend an: „Aber er ist schon etwas älter – ich hoffe, er nimmt mir das jetzt nicht übel.“ Wird er schon nicht. Denn auch Fritz weiß, dass Thomas Delaney geholt wurde, um das Loch, das Fritz mit seinem im Sommer erwarteten Karriereende hinterlassen wird, zu stopfen.

csa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Meistgelesene Artikel

Eilers nach Ismael-Abgang kaltgestellt

Eilers nach Ismael-Abgang kaltgestellt

Kohfeldt: „Kruse stresst mich am meisten“

Kohfeldt: „Kruse stresst mich am meisten“

Ismael über Griechenland-Engagement: „Das war alles unseriös“

Ismael über Griechenland-Engagement: „Das war alles unseriös“

Baumann über Kainz: „Keine Anfrage aus Köln“

Baumann über Kainz: „Keine Anfrage aus Köln“

Kommentare