Der Rückfall bleibt Claudio Pizarro erspart, aber die Zuversicht hat einen Knacks bekommen

Vorsichtige Entwarnung

Claudio Pizarro (re.) ist vorsichtig – die Probleme am Sprunggelenk sind noch nicht ausgestanden.

Werder-Bremen - DUBAI · Der Blick unter die Bettdecke verriet Claudio Pizarro gestern Morgen: Alles ist offenbar noch mal gutgegangen! Das Sprunggelenk des rechten Fußes sah aus wie am Abend zuvor, keine Schwellung zu sehen. Und auch kaum Schmerzen zu spüren. Jedenfalls nicht im Ruhezustand. Und auch nicht wenig später beim Auslaufen. Dennoch stellte sich bei Werder Bremens Torjäger keine vollkommene Zufriedenheit ein.

„Laufen ist zwar kein Problem“, sagte er, aber schon bei den ersten Trainingseinheiten in Dubai habe er gemerkt, „dass ich bei vielen Bewegungen mit dem Ball noch Probleme bekomme“. Deshalb beäugt er die vermeintliche Entwarnung gestern Morgen auch mit einer gehörigen Portion Skepsis. „Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Ich will aber auf keinen Fall zu viel Risiko eingehen“, meinte Pizarro.

Verständlich, denn der Haarriss im Sprunggelenk hatte ihn im alten Jahr zu einer Pause von 46 Tagen gezwungen. Ein Rückfall im neuen Jahr muss also unter allen Umständen ausgeschlossen werden.

Von eben einem solchen Rückschlag war Pizarro beim 2:1-Sieg über den arabischen Spitzenclub Al Ain, zu dem er beide Bremer Tore beigesteuert hatte, jedoch nicht sehr weit entfernt. Schon zur Pause habe der Peruaner über leichte Probleme geklagt, berichtete Sportchef Klaus Allofs später. Für die 60. Minute war ein Wechsel ohnehin vorgesehen. Aber: In der 53. Minute gab‘s schon den Tritt auf die paar Quadratzentimeter am rechten Fuß, die derzeit die empfindlichste Stelle an Pizarros Körper darstellen. Folge: Comeback der Schmerzen, Rückkehr der Sorgen.

Die waren weitestgehend unbegründet, wie sich herausstellte. Aber die Zuversicht, mit der der 31-Jährige in die Vorbereitung gestartet war, hat einen Knacks bekommen: „Ich habe den Fuß im Urlaub in Ruhe gelassen, und es wurde auch viel besser. Leider habe ich Probleme, wenn ich viel trainiere. Der Fuß hat noch nicht die Kraft.“

Sollte er aber eigentlich haben. Denn nach der langen Pause hatte Pizarro noch am Ende der Hinrunde wieder gespielt. Drei Einsätze gegen Schalke (eingewechselt in der 63. Minute), Athletic Bilbao (ausgewechselt in der 62.) und Hamburger SV (durchgespielt) waren eigentlich das Zeichen, dass die Angelegenheit ausgestanden ist.

Das sei sie auch, meint Trainer Thomas Schaaf und schreibt Pizarros neue Sorgen einer gewissen Übervorsicht zu. „Es ist doch klar, dass er genau in sich hineinhorcht. Nach einer Verletzung dauert es generell, bis der Spieler wieder die absolute Gewissheit hat, dass alles in Ordnung ist.“ Schaaf geht jedenfalls davon aus, „dass Claudio ganz normal im Trainingsprozess bleibt.“ Was sich am Nachmittag bewahrheitete: Pizarro absolvierte das volle Programm.

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