Der Ex-Bremer Owomoyela erklärt den BVB

„Vorsichtig, ich bin noch kein Opa“

Patrick Owomoyela

Dortmund · Patrick Owomoyela war einer der beliebtesten Werder-Profis. Er gefiel in Bremen von 2005 bis 2008 nicht nur als Rechtsverteidiger, sondern auch wegen seiner offenen, sympathischen Art. Längst ist der heute 32-Jährige ein Dortmunder – aber für die Medien in seiner Ex-Heimat nimmt sich Owomoyela vor dem Duell mit Werder am Samstag gerne Zeit.

Herr Owomoyela, als Sie vor fast vier Jahren von Werder zu Borussia Dortmund gewechselt sind, da wirkte das wie ein Abstieg. Nun hat der BVB die Bremer längst überholt, warum?

Patrick Owomoyela:Weil ich da bin . . . (lacht) In Dortmund hat sich wirklich viel getan. Dort gab es damals einen großen Umbruch und in Jürgen Klopp einen neuen Trainer, der optimal zu dieser jungen Mannschaft passt. Werder musste in der Zeit viele namhafte Abgänge verkraften wie Diego, später Mesut Özil oder auch Per Mertesacker – das kann ja nicht immer sofort kompensiert werden. Werder hat aber das Potenzial, bald wieder ganz oben dabei zu sein. So ein Umbruch geht eben nicht von heute auf morgen. In Dortmund hat es auch etwas gedauert.

Worin unterscheiden sich der BVB und Werder?

Owomoyela:Früher war es Werder, das mit seinem tollen Fußball Sympathien in ganz Deutschland gesammelt hat, jetzt ist es der BVB. Weil der Club fast tot war und die Mannschaft nun extrem jung ist, sind die Sympathien vielleicht sogar noch größer. Und in Dortmund sind sie einfach noch fußballverrückter als in Bremen, wo die Identifikation mit dem Club auch schon sehr groß ist. Aber hier ist Fußball Religion – und dieses Stadion mit über 80 000 Zuschauern natürlich der Wahnsinn.

Sie sprechen die sehr junge Dortmunder Mannschaft an – welche Rolle nehmen Sie da als alter Hase ein?

Owomoyela:Vorsichtig, ich bin noch kein Opa, auch wenn ich mit 32 Jahren der zweitälteste Spieler im Kader bin. Ich fühle mich noch jung, habe kein Problem mit den jungen Spielern, die für ihr Alter wirklich schon sehr weit sind.

Stammspieler sind Sie aber nicht mehr.

Owomoyela:Das ist leider richtig. In der vergangenen Meistersaison war ich die ersten Spiele noch Stamm, doch dann kam eine blöde Verletzung mit Operation. Ich habe nur noch einmal am Saisonende gespielt. Jetzt komme ich auch nur sporadisch zum Einsatz. Ich bin zwar topfit, aber die anderen machen ihre Sache wirklich gut. Ich versuche, voll da zu sein, wenn ich gebraucht werde – wie beim Hinspiel in Bremen. Dafür sammle ich auch Spielpraxis in der Regionalliga-Mannschaft, wie gerade erst am Dienstag (1:0 gegen SC Wiedenbrück 2000, Torschütze: Owomoyela, Anm. d. Red.).

Wird die Regionalliga nach dieser Saison Ihre neue Heimat?

Owomoyela:Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Ich habe eigentlich noch zu viel Saft, um nur noch ein Tippgeber für die jungen Spieler zu sein. Ich würde schon noch gerne auf höchstem Niveau spielen. Aber ich fühle mich in Dortmund auch sehr wohl und könnte mir gut vorstellen, noch länger im Verein zu bleiben. Wir werden sehen, was die Gespräche bringen.

Und was bringt das Titelrennen, gibt‘s die zweite Dortmunder Meisterschaft in Folge?

Owomoyela:Ich bin kein Hellseher. Ich weiß nur, dass wir es selbst in der Hand haben.

Da ist ein Heimsieg gegen ein Team wie Werder quasi Pflicht, oder?

Owomoyela:Wir sind immer scharf darauf zu gewinnen. Aber das gelingt uns nicht immer – wie gerade das 0:0 in Augsburg gezeigt hat. Auch Werder kann für uns ein Stolperstein sein. Den 3:0-Sieg gegen Hannover fand ich jedenfalls ziemlich überzeugend.

Da war allerdings auch noch Claudio Pizarro dabei. Gegen Dortmund wird Werders bester Torjäger wahrscheinlich gesperrt fehlen.

Owomoyela:Natürlich ist das eine Schwächung für Werder, aber deswegen haben wir noch nicht gewonnen. Werder besteht nicht nur aus Claudio und einem sehr guten Torwart Tim Wiese. Da sind auch noch neun andere richtig Gute auf dem Platz. Deshalb müssen wir eine Topleistung bringen, um Werder zu besiegen. · kni

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