Zu vorsichtig für den Erfolg

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0:1 – Werder-Pleite in Leverkusen tut nach „Pille-Palle-Tor“ richtig weh

LEVERKUSEN - von Björn Knips · Tschüss, Euphorie! Tschüss, Angriffsfußball! Tschüss, Torgefahr! Der SV Werder Bremen ging gestern in Leverkusen zu sehr auf Nummer sicher und wurde dafür kurz vor Schluss von Michal Kadlec bitter bestraft: Der Linksverteidiger bescherte Bayer mit einem Glückstor in der 86. Minute einen 1:0 (0:0)-Sieg.

Für die Bremer war‘s nach dem 2:0-Auftakterfolg gegen Kaiserslautern ein doppelter Rückschlag, denn neben dem Ergebnis stimmte auch die Offensivleistung nicht.

„Wir haben viel zu wenig nach vorne gemacht“, schimpfte Werder-Keeper Tim Wiese, und Sportchef Klaus Allofs stellte zerknirscht fest: „Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt. Nach Ballgewinn haben wir den Ball viel zu schnell wieder verloren.“

Bilder vom Spiel

Werder verliert in Leverkusen

Nur ein Mal war vorne alles perfekt gelaufen – na ja – fast alles: Denn nach einer feinen Sokratis-Hereingabe schaufelte Lennart Thy die Kugel aus vier Metern über das leere Tor (36.). Ein Fehlschuss der dramatischen Art des erst 19-Jährigen. „Wenn der drin ist, dann geht das Spiel ganz anders aus“, seufzte Wiese. Unglücksrabe Thy suchte erst gar nicht nach Ausreden und gestand: „Den muss ich machen.“ Ex-Torjäger Allofs warb derweil für Verständnis: „Jeder Stürmer hat so eine Chance schon vergeben. Wir werden Lennart bestimmt nicht die Schuld für diese Niederlage geben.“ Notiz am Rande: Das Tor hätte, wenn es denn gefallen wäre, zwar gezählt, das aber zu Unrecht. Denn Vorlagengeber Sokratis stand klar im Abseits.

Die Einzelkritik

Einzelkritik: Totalausfall in der Offensive

Thys Aussetzer war aber nur eine Szene, das grundsätzliche Problem war die Bremer Harmlosigkeit. Während die Defensive einen guten Job erledigte, Leverkusen nur wenige Chancen gestattete und sich im Notfall auf einen überragenden Wiese verlassen konnte, ging nach vorne fast gar nichts. Wesley (im rechten Mittelfeld) und Spielmacher Mehmet Ekici waren Totalausfälle, Aaron Hunt immerhin bemüht, aber wenig effektiv, und Clemens Fritz vernachlässigte als Sechser den Spielaufbau. Ohne Mittelfeld haben‘s auch die Stürmer schwer, vor allem, wenn sie wie Thy und Rosenberg nicht trickreich und robust genug für Einzelaktionen sind.

Durch die Hereinnahme von Claudio Pizarro und Marko Marin nach gut einer Stunde wurde es zwar etwas lebhafter im Angriff, aber bis auf einen Marin-Fernschuss (73.) gab‘s nichts Erwähnenswertes. Außer vielleicht noch, dass Werder nach 88 Minuten die erste Ecke hatte . . .

Warum nur waren die Gäste so vorsichtig gewesen? „Wir haben zu wenig an den Sieg geglaubt“, urteilte Coach Thomas Schaaf. Aber möglicherweise hatten seine Spieler die Marschroute zu defensiv interpretiert. „Wir haben größtenteils das umgesetzt, was wir vorhatten: Leverkusen die Räume eng machen“, berichtete Sebastian Prödl.

Werder nutzte es überhaupt nicht aus, dass Bayer nach Pokal- und Bundesliga-Pleite total verunsichert war, dass im Tor in Bernd Leno ein Debütant stand und dass für Michael Ballack ausgerechnet der beliebte Kapitän Simon Rolfes auf die Bank musste (siehe auch Text übernächste Seite). Schlimmer noch: Am Ende kassierten die Gäste auch noch ein „Pille-Palle-Tor“ (Wiese). Nach einer Ecke köpfte Kadlec Teamkollege Eren Derdiyok an, der Ball landete beim gerade eingewechselten Rolfes, der passte zu Kadlec – und der beendete das Bayer-Billard über den Innenpfosten mit dem 1:0. „Da waren wir viel zu passiv“, ereiferte sich Schaaf. Und Allofs stellte fest: „Wir müssen besser werden. Wer oben mitspielen will, muss zumindest einen Punkt holen, wenn er nicht die schlechtere Mannschaft ist.“ · kni

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