Werder verpflichtet den Tschechen Theodor Gebre Selassie / Vertrag bis 2016

Vorschusslorbeeren für den „ganz interessanten Mann“

Theodor Gebre Selassie (Bild) ist „sehr schnell, stark im Zweikampf und schaltet sich gut in die Offensiv ein“ – so fällt das Urteil von Werder-Sportchef Klaus Allofs aus. ·

Bremen - Von Malte Rehnert. Das ging jetzt aber ruckzuck: Am Morgen nach dem EM-Aus der Tschechen (0:1 gegen Portugal) vermeldete Werder Bremen Theodor Gebre Selassie als Neuzugang. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn trotz einer Vielzahl von Angeboten von uns überzeugen konnten“, sagte Sportchef Klaus Allofs über den 25-jährigen Rechtsverteidiger tschechisch-äthiopischer Abstammung.

Nächste Woche kommt Gebre Selassie, der rund 1,5 Millionen Euro Ablöse kostet, zum Medizincheck nach Bremen – und unterschreibt seinen Vertrag bis 2016.

„Diese Entscheidung ist genau die richtige. Ich möchte in Bremen an meine erfolgreiche letzte Saison anknüpfen“, sagt Gebre Selassie. Mit Slovan Liberec ist der Außenverteidiger, der auch bei Werders Bundesliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg und VfB Stuttgart sowie mehreren englischen Clubs auf dem Wunschzettel gestanden haben soll, tschechischer Meister geworden. Dass die Bremer zuletzt nicht oben mitspielten, international zum zweiten Mal in Folge fehlen und in der Vor-Vorsaion tief im Abstiegskampf steckten, schreckt den 13-maligen Nationalspieler mit dem klangvollen Namen nicht ab: „Werder ist ein Verein mit viel Tradition und hat immer hohe Ziele.“

Er selbst soll nun dazu beitragen, dass diese auch wieder erreicht werden. Allofs jedenfalls ist fest davon überzeugt, einen richtig guten Fang gemacht zu haben: „Theo ist sehr schnell, stark im Zweikampf und schaltet sich gut in die Offensiv ein. Ein ganz interessanter Mann für unsere rechte Seite. Die kann er komplett bespielen, das gibt uns einige Möglichkeiten.“ Wie in der Nationalmannschaft wird Gebre Selassie, den die Bremer seit der Rückrunde intensiv beobachtet haben, aber wohl auch bei Werder als Rechtsverteidiger eingeplant. Kapitän Clemens Fritz könnte dann – wie in der Vorsaison mehrfach praktiziert – ins Mittelfeld vorrücken. „Mal abwarten, welche Lösung die beste ist“, sagt Allofs.

Bei der EM hat der Werder-Sportchef seinen Neuzugang („Er hat gute Leistungen gezeigt“) ausschließlich rechts hinten gesehen – und dabei gegen Portugal eine unglückliche Szene beim entscheidenden Gegentor, als Megastar Cristiano Ronaldo unbemerkt im Rücken heranrauschte und das 1:0 köpfte. Gebre Selassie war stehengeblieben. „Da kann man sich geschickter verhalten“, urteilt Allofs, fügt aber gleich lobend an: „Ansonsten hat er das gut gemacht, gegen einen wie Ronaldo geschickt die Zweikämpfe geführt.“

Seinen persönlichen EM-Tiefpunkt hatte Gebre Selassie aber nicht etwa gegen Portugal, sondern bereits im Auftaktspiel gegen Russland (1:4) erlebt, als russische Fans ihn rassistisch beleidigten. Das ist ihm in seinem Geburtsland Tschechien auch schon häufiger passiert. „Es tut mir leid, wenn es jemand als Problem sieht, dass ich für Tschechien spiele“, sagt der 25-Jährige. Trotzdem habe er nie daran gedacht, für Äthiopien aufzulaufen: „Dort war ich zum letzten Mal als Zweijähriger, weil mein Vater als Arzt helfen musste. Ich habe mein ganzes Leben in Tschechien verbracht.“

Bis jetzt. Demnächst zieht Gebre Selassie, der nach Abwehrmann Assani Lukimya sowie den beiden Torhütern Raphael Wolf und Richard Strebinger Werders vierter Neuzugang ist, nach Bremen. Ob er bereits beim Vorbereitungsstart am 5. Juli dabei ist oder noch ein bisschen Extra-Urlaub bekommt, steht noch nicht fest. Allofs: „Das besprechen wir alles, wenn er nächste Woche herkommt.“

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