Werder-Torjäger Nils Petersen trifft wieder regelmäßig

„Da vorne ist jemand“

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Der Blick in eine torreiche Zukunft bei Werder? Nils Petersen hat wieder Selbstvertrauen und scheint bereit zu sein für die neue Saison. ·

Bremen - Sie sind immer noch nicht ganz verschwunden, diese trüben Gedanken an die hundsmiserable Rückrunde. Doch Nils Petersen ist eifrig dabei, sie wegzuschießen. Der Werder-Stürmer wirkt nicht mehr gehemmt, sondern wie von einer schweren Last befreit. Er spielt eine starke Vorbereitung, hat seine Vollstreckerqualitäten wiederentdeckt und scheint bereit zu sein für die neue Saison, die am Sonntag mit dem Pokalspiel bei Drittligist 1. FC Saarbrücken beginnt.

„Jedes Tor tut mir richtig gut. Ob es nun gegen einen Kreisligisten ist oder gegen eine Mannschaft wie Fulham“, sagt Petersen. Gegen den englischen Erstligisten hatte er die Bremer am Sonntag mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg geführt, es war bereits das elfte Tor des 24-Jährigen im neunten Testspiel. Er „knipst“ wieder und ist eindeutig Bremens bester Schütze vor Niclas Füllkrug (acht).

In der Rückserie der vergangenen Saison hatte das alles ganz anders ausgesehen. Bei den Bremern, die sogar in akute Abstiegsgefahr gerieten, lief gar nichts mehr zusammen – und bei Petersen auch nicht. Nach guter Hinserie (sieben Tore) traf er ab Spieltag 23, wie es in der Fußballersprache so schön heißt, keinen Möbelwagen mehr. In zwölf Partien in Folge blieb er ohne Treffer, insgesamt waren es für einen Stürmer quälend lange 1 073 Minuten. „So etwas soll mir nie wieder passieren“, sagt er heute. Vielleicht machte ihm während dieser Zeit auch ein bisschen seine ungeklärte Zukunft zu schaffen. Es gab zwar früh die Absicht von Werder, die Leihgabe des FC Bayern fest zu verpflichten – doch weil bis zum vorletzten Spieltag (1:1 im Heimspiel gegen Frankfurt) keiner wusste, ob Werder überhaupt erstklassig bleibt, zog sich diese Personalie lange hin. Erst nach dem Saisonende machte Sportchef Thomas Eichin Nägel mit Köpfen, kaufte den Stürmer für drei Millionen Euro vom deutschen Rekordmeister und stattete ihn mit einem Vertrag bis 2017 aus.

Petersen, der stets betont hatte, gerne in Bremen bleiben zu wollen, war am Ziel. Und nun, da er ein „richtiger“ Werderaner ist, klappt’s auch wieder mit seinem Hauptjob, dem Toreschießen. Das gibt ihm Selbstvertrauen, das ist wichtig für ihn. Aber auch für die Mannschaft, wie Petersen betont: „Sie sieht, dass ich wieder da bin. Dass da vorne jemand ist, auf den sie sich verlassen kann. Ich freue mich, dass es so ist und wieder klappt.“

Ein wichtiger Grund für die deutliche Leistungssteigerung ist offenbar auch die neue Rolle, die sich Trainer Robin Dutt für ihn ausgedacht hat. In der vergangenen Saison bekam Petersen als einzige Spitze nicht selten zu wenig gute Anspiele und hing ziemlich in der Luft. Nun spielt Werder in der Offensive deutlich variabler. Im Zentrum tummelt sich oft Aaron Hunt. Verlässt der Vizekapitän die Neuner-Position, die laut Dutt „immer besetzt sein muss“, stößt Petersen ganz vorne rein. „Es tut ihm gut, wenn er nicht mit dem Rücken, sondern mit dem Gesicht zum Tor steht“, findet der Bremer Coach. Ansonsten weicht sein Mittelstürmer häufig auf den rechten Flügel aus. Ein sehr laufintensives Spiel, aber für Petersen kein Problem: „Das stört mich gar nicht. Ich renne gerne fürs Team. Und solange man trifft, macht es sowieso großen Spaß.“ Für ihn ist es am wichtigsten, dass er überhaupt spielt: „Wir haben so viel Qualität in der Offensive. Da muss man doch froh sein, wenn man seinen Platz bekommt.“

Dass die anderen Bremer Angriffsspieler längst nicht so viele Tore machen wie er, beunruhigt Petersen nicht: „Im Training schießen Marko Arnautovic oder Eljero Elia die Netze kaputt, das wird auch im Spiel wieder kommen. Wichtig ist doch auch, dass wir uns die Chancen überhaupt erarbeiten.“ · mr

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