Frings und Baumann sehen den schwarzen Sonntag von Bargfrede gelassen / „Er ist stabil genug“

Die Vorgänger als Mutmacher

Alles „Sechser“: Torsten Frings und Frank Baumann sind bei Werder als Profis zwar schon Vergangenheit, kümmern sich aber gerne noch um die Gegenwart in Person von Philipp Bargfrede (Bild).

Bremen/Toronto · Von Björn Knips - Das wird Philipp Bargfrede gut tun. Nach seinem schwarzen Sonntag in Hannover sind ihm seine Vorgänger auf der Position des „Sechsers“ beim SV Werder Bremen zur Seite gesprungen. „Philipp ist ein guter Junge, der macht das schon“, betont Torsten Frings, und Frank Baumann prophezeit: „Philipp ist stabil genug, das wird ihn nicht zurückwerfen.“

Frank Baumann

Bargfrede hatte bei der 2:3-Pleite in Hannover bei allen drei Gegentoren schlecht ausgesehen und später eingeräumt: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Der 22-Jährige war ziemlich geknickt, fand auch keine Begründung für die schlechte Leistung. „Ich hatte nie solche Spiele“, sagt Baumann und lacht: „Jeder Spieler, also auch ich, hatte solche Spiele. Das ist nichts Schlimmes, so etwas passiert.“ Außerdem sei es unfair, Barg-frede alle drei Tore anzukreiden. Nur beim Verschulden des Elfmeters gebe es keine zwei Meinungen. „Da ist er unglücklich hingegangen“, meint Baumann: „Vor dem zweiten Tor spielt Philipp zwar einen Fehlpass, aber deshalb muss noch lange kein Tor fallen. Und beim dritten Tor hebt er nicht alleine das Abseits auf.“ Unentdeckt von den TV-Kameras war Aleksandar Ignjovski nach seinem Ballverlust fast an der Grundlinie enttäuscht zurückgeblieben – und deshalb zählte auch der dritte Streich von Mohammed Abdellaoue.

Torsten Frings

Zu den Szenen in Hannover kann Frings nichts sagen: „Ich habe das Spiel leider nicht gesehen.“ Aber die Partien davor hat sich der Ex-Bremer, der seit dieser Saison in Kanada für den FC Toronto kickt, angeschaut und festgestellt: „Philipp hat doch bisher super gespielt.“ So sieht‘s auch Baumann, der seine Karriere vor gut zwei Jahren beendet hat und seitdem als Assistent von Werder-Boss Klaus Allofs arbeitet: „Philipp hat zu seiner alten Leistungsstärke zurückgefunden. Er ist sehr wichtig für die Mannschaft, aber nun einmal ein Spielertyp, bei dem das nicht so auffällt.“ So wie früher bei Baumann selbst. Der Ehrenspielführer erledigte seinen Job vor der Abwehr ruhig und sachlich, räumte konsequent ab, leitete die Kugel sicher weiter und verzichtete auf Dribblings. „Ich bin nicht der Typ, der drei, vier Spieler aussteigen lässt“, hat Baumann damals gesagt. Heute würde dieser Satz zu Barg-frede passen. „Wir sind uns schon ähnlich“, gesteht „Baumi“: „Philipp erledigt für die Mannschaft viel Arbeit, die man nicht sieht, wenn man nicht genau hinschaut. Und er spielt gerne die einfachen, die sicheren Bälle, die sehr, sehr wichtig sind.“ Dabei verweist der 35-Jährige noch auf die Statistik: „In Hannover hat Philipp nur drei Fehlpässe gespielt, so schlecht war das alles also auch nicht.“

Trotzdem: Der schlechte Eindruck hat sich festgesetzt, auch beim Spieler. Der muss diese kleine Krise nun bewältigen. Stellt sich die Frage: Kommt da die Länderspielpause zum günstigen oder zum ungünstigen Zeitpunkt? „Natürlich ist es schöner, wenn man schnell wieder spielen kann“, erinnert sich Baumann: „Andererseits hat er nun auch fast zwei Wochen Zeit, diese Geschichte zu verarbeiten.“ Am 14. Oktober gegen Dortmund werde es, da sind sich Baumann und Frings einig, wieder den alten Bargfrede auf dem Platz geben. · kni

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