Werder-Coach Dutt spricht „in Superlativen“

„Volltreffer“ Caldirola schwächelt nur beim Singen

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Sehr wertvoll für Werder: Luca Caldirola hat gleich in seinem ersten Bremer Jahr überzeugt – und wird mit Lob überschüttet. 

Bremen - Die kleine, schräge Aufmerksamkeit für die Fans zeigt hervorragend, was für ein Typ dieser Luca Caldirola ist: Identifikation mit dem Verein plus eine Portion Selbstironie – eine angenehme Mischung.

Heiligabend lud Werders Italiener aus dem Heimaturlaub in Mailand ein Video bei Facebook hoch, in dem er „Wir sind Werder Bremen“ singt – mit Mikro und auf Deutsch. Er sitzt dabei auf einem roten Ledersofa und wird vom Vater seiner Freundin Maria musikalisch begleitet. Darunter schrieb der 23-Jährige treffend: „Ich weiß, dass ich besser Fußball spiele. Aber das ist mein Geschenk für euch.“ Noch mehr aber freuen sich die Bremer Fans über Caldirolas Leistungen. Er ist der Bremer Dauerbrenner in dieser Saison, hat sich längst in die grün-weißen Herzen gespielt – und geträllert . . .

Es reichte gestern die simple Frage, wie er das erste Werder-Jahr des für 2,3 Millionen Euro von Inter Mailand verpflichteten Verteidigers beurteilt – und schon brach aus Trainer Robin Dutt eine wahre Lob-Fontäne heraus: „Luca ist der Neuzugang, der vom ersten Tag an konstant alle Erwartungen zu 100 Prozent erfüllt hat. Er ist ein absoluter Volltreffer für uns, sportlich und menschlich. Von ihm kann ich eigentlich nur in Superlativen sprechen. Und er ist ein richtiges Schnäppchen.“ Für Sportchef Thomas Eichin, der während der Pressekonferenz zum letzten Saisonspiel in Leverkusen (morgen, 15.30 Uhr) wie immer neben Dutt saß, blieb kaum noch Schwärm-Potenzial übrig. „Es ist alles richtig, was der Robin sagt. Luca hat sich sehr schnell eingefunden“, urteilte Eichin über seinen besten Griff auf dem Transfermakt: „Wir sind sehr zufrieden mit ihm.“

Und Caldirola ist es auch. Das merkt man im Gespräch sofort. „Sehr gut“ gefällt es ihm in Bremen und bei Werder, sagt er. Alle hätten ihm bei der Integration geholfen – besonders Sebastian Prödl, Zlatko Junuzovic und Theodor Gebre Selassie. Schnell entstand auch eine Freundschaft zu den beiden (ebenfalls neuen) Argentiniern Franco Di Santo und Santiago Garcia, mit denen Caldirola gerne mal ein bisschen herumalbert. Der Italiener trägt aber auch selbst zur flotten Eingewöhnung bei. Im Deutschunterricht ist er enorm fleißig, kann sich inzwischen gut verständigen. „Und ich verstehe schon alles“, betont er.

Ebenso bemerkenswert ist der sportliche Aspekt. Caldirola – meistens innen, aber auch mal links eingesetzt – war schnell unumstrittene Stammkraft. Er hat 32 von 33 möglichen Bundesligaspielen bestritten – mehr als alle anderen Bremer. Nur im Nordderby gegen den HSV fehlte er wegen einer Gelbsperre: „Und das hat mich sehr geärgert.“ Ansonsten ist er ziemlich zufrieden mit seiner ersten Saison in Deutschland – und sogar „sehr überrascht“, dass er so oft zum Einsatz kam: „Am Anfang habe ich gedacht: 15 Spiele wären gut. Da bin ich jetzt natürlich sehr glücklich.“

Bilder vom Training am Donnerstag

Dutt hat die Qual der Wahl

Trotz starker Auftritte war der ehemalige Kapitän der italienischen U 21 bisher kein Thema für das A-Team von Nationalcoach Cesare Prandelli. „Ich kann ihn nur empfehlen. Vielleicht gibt es bei der WM-Nominierung ja noch eine Überraschung“, meinte Dutt. Caldirola glaubt nicht daran, er kennt Prandelli nicht mal persönlich. Nach der WM will er „mal schauen, wie es weitergeht. Die Nationalmannschaft ist mein Traum, ganz klar.“ Allerdings nicht der einzige. Auch mit Werder will Caldirola – am liebsten schon in der nächsten Saison – hoch hinaus: „Hier ist die Europa League mein großer Traum. Im Fußball ist nichts unmöglich.“ · mr

Anmerkung der Redaktion: Luca Caldirola ist 23 Jahre alt. In der ersten Fassung hatten wir leider das falsche Alter. Wir bitten dies zu entschuldigen. 

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