Vize-Kapitän Sebastian Prödl lobt Charakter und Stärke des Teams: „Wir können eine Menge“

„Es macht richtig Spaß“

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Sebastian Prödl erwartet nicht den Vertrag seines Lebens, sondern einen „coolen“ Vertrag, in dem alles passt.

Bremen - Seine Hauptaufgabe besteht darin, Tore zu verhindern. Doch am vergangenen Spieltag bewies Sebastian Prödl Torjägerqualitäten, rettete Werder Bremen mit seinem späten Tor das 3:3 bei Bayer Leverkusen. Vor der Partie beim FC Augsburg heute (15.30 Uhr) spricht der Innenverteidiger und Vize-Kapitän über die Gefahr, dass gegen den Angstgegner „zusammengetrampelt“ werden könnte, was sich Werder mit zuvor drei leidenschaftlichen Unentschieden aufgebaut hat. Und er beweist wie gegen Leverkusen sowohl offensive als auch defensive Talente: Offensiv geht er im Interview das Thema der Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags an, defensiv bleibt aber der Inhalt seiner Aussagen.

Hallo, Herr Prödl, womit sollen wir beginnen?

Sebastian Prödl: Lassen Sie uns mit der Vertragsverlängerung beginnen…

…damit Sie sagen können, dass Sie zu dem Thema nichts sagen wollen?

Prödl (lacht): So ungefähr. Es gibt einfach nichts Neues. Es herrscht zwar kein Stillstand in den Gesprächen, aber es gibt auch noch keine Entscheidung – weder in die eine noch in die andere Richtung. Also gibt es auch nichts zu vermelden. Aber auch keinen Grund zur Unruhe.

Im Frühjahr hatten Sie eine Entscheidung im Sommer verlangt. Seit geraumer Zeit liegt Ihnen das – angeblich schon finale – Angebot von Werder vor. Aber jetzt treten Sie auf die Bremse. Das kommt komisch rüber.

Prödl: Es stimmt, ich hatte gesagt, ich hätte gerne im Sommer eine Entscheidung. Aber es kam zu keiner. Deshalb verlagere ich das jetzt in den Winter.

Wenn Ihr Vertrag ausläuft, sind Sie 28 Jahre alt und somit im besten Fußballer-Alter. Erwarten Sie jetzt den Vertrag Ihres Lebens?

Prödl: Klar, mit 28 wird die Zeit als Profi-Fußballer knapper. Aber mir geht es nicht um den Vertrag meines Lebens im finanziellen Sinn, sondern um einen coolen Vertrag.

Was meinen Sie damit?

Prödl: Der Verein muss stimmen. Mein Standing innerhalb der Mannschaft muss passen. Die sportlichen Möglichkeiten und Perspektiven müssen da sein – das spielt alles mit rein.

Ist Werder noch „cool“?

Prödl: Ich fühle mich wohl im Club. Der Trainer schenkt mir Vertrauen, die Mannschaft auch – das sind wichtige Komponenten, die mir auf jeden Fall Rückenwind geben.

Trainer Robin Dutt sagt, das gesamte Team habe nach den drei Unentschieden zum Saisonstart „Wind unter den Flügeln“. Sehen Sie das auch so?

Prödl: Die Stimmung bei uns ist im Moment gut, weil wir gesehen haben, dass der Charakter der Mannschaft stimmt (Werder holte in allen drei Partien einen Rückstand auf, d. Red.). Wir haben gezeigt, zu was wir fähig sind, welche mentale Stärke wir besitzen. Ich glaube, das gibt wirklich Aufwind für die nächsten Wochen. Aber es gibt dir keine Garantie, denn wir hatten in allen Spielen auch schlechte Phasen. Bisher war unsere Leistung über 90 Minuten noch nicht so ausbalanciert, dass es für einen Sieg gereicht hätte. Es ist einiges vielversprechend, doch es gibt noch viel zu verbessern.

Es scheint, als hätten Sie auch Probleme, die Leistungsstärke einzuordnen.

Prödl: Nein, wir sind uns sicher, dass wir eine Menge können. Das mag jetzt seltsam klingen, weil wir noch nicht so ganz unsere Richtung gefunden haben. Aber wir haben gegen offensiv sehr starke Gegner wie Hoffenheim und Leverkusen dagegengehalten und sind speziell gegen Leverkusen auf eine Art und Weise zurück ins Spiel gekommen, die nicht nur uns begeistert hat. Es macht im Moment richtig Spaß.

Jetzt ist Augsburg der Gegner – und gegen den FCA hat es Bremern selten Spaß gemacht. In drei Anläufen hat Werder dort noch nie gewonnen. Ist der Aufschwung heute in Gefahr?

Prödl: Was wir uns bisher an Sicherheit und Selbstbewusstsein erarbeitet haben, kann sehr schnell wieder zusammengetrampelt werden. Es kann aber auch ausgebaut werden. Ich sehe die Chancen bei 50:50, erwarte ein Duell auf Augenhöhe.

Akzeptieren Sie für Augsburg die Bezeichnung Angstgegner?

Prödl: Nein, nicht unbedingt. Bisher war es zwar so, dass wir uns gegen Augsburg schwer getan haben, aber das bedeutet nichts. Fakt ist: Es treffen zwei ähnlich veranlagte Mannschaften aufeinander. Bei beiden geht viel über die Mentalität, über den Teamgeist – und wenn es gut läuft, können beide über sich hinauswachsen. Es wird viel über den Kampf entschieden.

An Ihrer Seite hat in den ersten Partien Assani Lukimya gespielt, in der vergangenen Saison ist es meistens Luca Caldirola gewesen. Wie sehen Sie diesen Konkurrenzkampf?

Prödl: Es ist eine gute Konkurrenzsituation, ein Wetkampf auf hohem Niveau. Luki (Assani Lukimya, d. Red.) ist im Moment mit sehr viel Selbstvertrauen ausgestattet. Er ist mental stark, ist ganz stabil in seinem Auftreten. Auch wenn Vorder- oder Nebenleute – ich nehme mich da gar nicht aus – Fehler machen, zieht er seine Linie durch. Aber auch Luca besitzt große Qualität. Der Trainer kann da nicht viel falsch machen.

Wo ist Ihre Position in diesem Konkurrenzkampf, zu dem auch noch Alejandro Galvez gehört?

Prödl: Ich kann mir nie sicher sein. Der Trainer wird sich auch fragen, ob er mich aufstellen soll, wenn ich mal eine Schwächephase haben sollte. Aber das befürchte ich im Moment nicht. Ich bin gut drauf. Und das hat auch etwas mit Wohlfühlen zu tun.

csa

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