Viktor Skripnik freut sich über jedes Lob – und ärgert sich über jede Kritik

Im Meer der Schulterklopfer

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Viktor Skripniks Bilanz nach acht Spielen ist beeindruckend. In der „Skripnik-Tabelle“ belegt Werder Platz fünf.

Bremen - Viktor Skripnik ist in den vergangenen Tagen vielen Schulterklopfern begegnet. Zum Beispiel bei der Abschiedsfeier von Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer im Bremer Rathaus. Viele ehemalige Werder-Größen waren gekommen – und was sie Skripnik zu sagen hatten, ließ sich nach Schilderung des Trainers auf zwei Kernsätze reduzieren: „Richtig so! Weiter so!“

Es ist keine Frage, dass Skripnik seit seiner Amtsübernahme am 25. Oktober viel Lob bekommt. Weil er auf junge Spieler setzt. Weil er damit erfolgreich ist. Ein Blick auf die „Trainer-Tabellen“ verrät, wie erfolgreich genau. Unter seinem Vorgänger Robin Dutt gewann Werder von neun Spielen nicht eines, holte nur vier Punkte – das bedeutete Platz 18 in der Liga. Und dann Skripnik: 13 Zähler in acht Partien – das wäre Platz fünf, wenn es nicht die neun Partien vorher gegeben hätte.

Die Bilanz des Ex-Profis ist beeindruckend – trotz der hohen Auswärtsniederlagen in Frankfurt (2:5) und Mönchengladbach (1:4). Das sieht der 45-Jährige selbst auch so: „Von außen ist noch kein einziger Spieler dazugekommen. Trotzdem haben wir uns schon so positiv entwickelt.“

Ausschlaggebend dafür ist, dass beinahe jede Personalentscheidung des neuen Coaches ein Treffer war. Er hat prominente Namen wie Elia, Petersen, Obraniak, Makiadi auf die Tribüne oder die Ersatzbank verbannt und der Jugend die Chance gegeben, die offenbar überfällig war. Und es zeigte sich: Die jungen Burschen können mithalten, sind teils eine deutliche Bereicherung. Davie Selke (19) funktioniert als Stürmer in Heimspielen hervorragend, Melvyn Lorenzen schickt sich an, es ihm gleich zu tun. Und Levent Aycicek ist gut gestartet, plagt sich seit geraumer Zeit aber mit Adduktorenproblemen herum. Drei Beispiele für die zukunftsgerichtete Personalpolitik a la Skripnik. Im Rathaus haben ihn Männer wie Trainerlegende Otto Rehhagel in seinem Tun bestärkt – und den neuen Werder-Coach freut das ungemein: „Du fühlst Unterstützung von Leuten, die wirklich Ahnung haben von Fußball.“

Dass er – speziell nach den Pleiten in Frankfurt und Mönchengladbach – auch öffentliche Kritik einstecken musste, war – sagen wir mal – nicht nach dem Geschmack des Ukrainers. „Es gibt wirklich Kritik, über die du nur den Kopf schütteln kannst oder über die du lachen musst“, sagt er, lacht aber nicht, sondern guckt bitterböse. Gar nicht wie einer, der Fünfter in seiner „Skripnik-Tabelle“ ist.

csa

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