Viktor, der Lokomotivführer, fordert Spiel mit Herz gegen den VfB

Punktepumpe muss laufen

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Viktor, der Lokomotivführer: Werder-Coach Skripnik geht die Jagd nach der Europa League zurückhaltend an.

Bremen - Ein bisschen war es so, als hätte jemand dem Werder-Express in den vergangenen Wochen den Strom abgedreht. Drei Spiele in Folge ohne Sieg – das ist eine Bilanz, die nicht zur Vollgas-Statistik unter Trainer Viktor Skripnik passt.

Zuvor war das Team von Platz 18 ins gesicherte Mittelfeld vorgeprescht. Trotz des kleinen Durchhängers hat sich an der Erwartungshaltung in Bremen nichts geändert – wie Trainer Viktor Skripnik erstaunt feststellt: „Europa, Europa – jeder redet hier über Europa.“ Damit wäre es freilich vorbei, wenn das Team morgen (17.30 Uhr) das Auswärtsspiel bei Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart verliert.

Vier sieglose Spiele in Serie? Es wäre ein Novum in der noch kurzen Skripnik-Amtszeit. Doch der Coach sieht im Training Tendenzen, die für ein Ende des kleinen Ergebnistiefs sprechen. Das Feuer, das zuletzt etwas gefehlt hat, sei zurück. Die Freude am Fußball auch. Dass der Leistungspegel gegen Köln (1:1) und Mainz (0:0) nicht am Anschlag war, sei „völlig normal und menschlich“, meint Skripnik und gibt sich nachsichtig: „Ich habe Verständnis dafür, ich war doch auch mal Profi.“

Mit sehr viel Herz habe sich seine Mannschaft aus dem Tabellenkeller gespielt. Und dann kam irgendwann der Kopf dazwischen, machte Meldung, dass da doch schon viele Punkte auf dem Konto seien. Das Herz, so Skripnik, hat dann eben mal Pause gemacht: „Das passiert automatisch.“ Doch Schluss damit, die Punktepumpe muss wieder laufen, fordert der Coach: „Mit Herz zu spielen, ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Ganz bestimmt gegen Stuttgart, den Letzten, der verbissen um seine Chance auf den Klassenerhalt kämpfen wird. Danach folgt das Heimspiel gegen den HSV, anschließend die Partie beim SC Paderborn. Werder bekommt es also hintereinander mit den Teams auf den Abstiegsplätzen zu tun – es können die Stolpersteine auf dem Weg nach Europa sein. „Für den Gegner ist das jeweils ein Endspiel. In Stuttgart heißt das: 50000 gegen 11 – so ein Spiel wird das für uns. Da musst du dich dagegenstemmen“, sagt Skripnik.

Natürlich hat auch der 45-Jährige längst die Europa League im Blick, bezeichnet die Qualifikation als mögliche „Krönung“ des Werder-Aufschwungs und die Partie in Stuttgart als „Knackpunkt“. Aber der Coach ist niemand, der den zweiten Schritt vor dem ersten machen will. Seine Denkweise ist und bleibt sicherheitsbewusst: Erst die Restzweifel am Klassenerhalt ausräumen, dann von Größerem träumen. Oder wie er es formuliert: „Ich sitze in der Lokomotive, laufe nicht vor ihr her.“ Viktor, der Lokomotivführer – ein schönes Bild.

Fritz und Vestergaard wieder im Training

Die Sache ist aber die, dass sein Vorgesetzter längst den Fahrplan mit Endstation Europa entworfen hat. Geschäftsführer Thomas Eichin fordert den Angriff auf den nur zwei Punkte entfernten siebten Platz: „Wir brauchen Ziele, brauchen die Galligkeit und den Ansporn, drei Punkte zu holen.“

csa

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