Dokumentarfilm widmet sich auch Werder

Viele Einblicke – nicht nur in Fußballer-Seelen

"Hauptsache Fußball"

Bremen - Die Glitzerwelt des Fußballs zeigt das Fernsehen praktisch jeden Tag. Der Film „Hauptsache Fußball – Junge Profis auf dem Weg ins Spiel“ zeigt den Sport aus einer ganz anderen, nachdenklichen Perspektive.

Dazu tragen neben den meist namenlosen Talenten, die Filmemacher Andreas Bach den Zuschauern vorstellt, unter anderem Reiner Calmund, Christian Nerlinger und Arnd Zeigler bei.

Werders Stadionsprecher appelliert beispielsweise an die Stars von morgen: „Es gibt nur noch selten Spieler, die lange bei einem Verein bleiben und so ein langes Stück Vereinsgeschichte mitschreiben.“ Deshalb werde er in Bremen auch Torsten Frings vermissen.

Typisch für einen Dokumentarfilm kommt auch Bach in den kompletten 140 Minuten (dazu umfasst die DVD 57 Minuten Bonusmaterial) ohne Moderation aus. Die Geschichte erzählen seine Darsteller, zu denen auch die Nationalspieler Holger Badstuber und Stefan Reinartz (U 21) gehören.

Besonders interessant wird es dann, wenn Jörg Neblung Einblicke in seine Arbeit gewährt. Der Zuschauer ist mit dabei, wenn sich der ehemalige Berater und Freund des verstorbenen Nationaltorhüters Robert Enke mit seinen Mandanten und Vereinen trifft. Der 43-Jährige nimmt zudem kein Blatt vor den Mund – erst recht nicht, wenn es um seinen Berufszweig geht: „Wir sind jetzt die Branche, wo früher die Goldsucher auf Schiffen nach Klondike gefahren sind. Und deshalb hat die Branche auch zu Recht einen schlechten Ruf.“

Der Titel des Films ist allerdings auch Programm: „Hauptsache Fußball“. Denn Autor Bach vergisst offenbar nur zu gern den Untertitel seines Werks, wenn er beispielsweise Vater Zeigler über die fußballerische Zukunft seines Sohnes spekulieren lässt. Auch wenn sich die Experten Manni Breuckmann und Christoph Biermann zu Wort melden, geht es eher um das Abschneiden von Hannover 96 oder Werder in der gerade abgelaufenen Saison. Auf die Spitze treibt es Bach, als der bekennende Bayern-München-Fan eine gefühlte halbe Stunde seiner Tour zum letztjährigen Champions-League-Finale der Bayern gegen Inter Mailand in Madrid widmet.

Dennoch ist die DVD durchaus zu empfehlen, nicht zuletzt, weil in dem Film eine Heidenarbeit steckt. Unglaublich viele Spieler, Trainer und Funktionäre, aber auch einige Fans kommen zu Wort. Zu denen zählt ein Anhänger des VfL Bochum, der den Abstieg seines Teams rührselig kommentiert: „Ich werde erstmal noch ein paar Bier trinken und dann wird alles wieder gut – irgendwann…“

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