Viel Wirbel um Mesut Özil: Hält er dem Druck stand?

Mesut Özil

Werder-Bremen - BREMEN · Der Blick in die Glaskugel erübrigt sich. Denn es braucht gewiss keine hellseherischen Fähigkeiten, um schon jetzt zu wissen, dass Mesut Özil eine Rückrunde bevorsteht, die mit „turbulent“ nur unzureichend beschrieben ist.

Seit der Junge aus dem Kohlenpott bei Werder Bremen gewissermaßen zur neuen Lichtgestalt des deutschen Fußballs aufgestiegen ist (oder soll man sagen: überhöht wird?), dreht sich alles um den 21-Jährigen.

Mit seinen Top-Leistungen in der Hinrunde (sechs Tore und zehn Assists machten Özil zum Top-Scorer der Liga) hat er Erwartungen geweckt, die so riesig sind, dass es fast unmöglich scheint, sie zu erfüllen.

Özil soll bei Werder weiter so spielen wie bisher – nach Möglichkeit sogar noch besser. Er, der „Glücksfall für den deutschen Fußball“ (Zitat Bundestrainer Joachim Löw), soll Deutschland bei der WM zudem in die Nähe des Titels (oder ein Stück weiter) führen. Und nebenbei muss Mesut Özil auch noch seine Zukunft klären. Ein Werder-Angebot zur Verlängerung des bis 2011 laufenden Vertrages liegt auf dem Tisch, Özils Berater Reza Fazeli hat jedoch eine Wir-warten-mal-ab-was-noch-kommt-Taktik ausgetüftelt. Das bringt Spekulationen, Schlagzeilen, Unruhe. Aber bringt es Mesut Özil auch aus dem Tritt?

Die Befürchtung besteht, dass der Nationalspieler (sieben Länderspiele) dem Druck nicht standhält. Wenngleich er auf dem Platz bislang keine Anzeichen erkennen ließ, sonderlich sensibel für die besonderen Umstände zu sein. Özil spielt halt Fußball – und das auf eine Art, die vielleicht am treffendsten so beschrieben ist: Nicht sein Kopf lenkt, sondern seine Instinkte.

Der Hype um den Bremer Mittelfeldspieler nähert sich dabei schon jetzt dem Diego-Level der vergangenen Saison. Dabei sind noch nicht mal konkrete Angebote bekannt. Bislang wird dem FC Sevilla und Arsenal London lediglich unterstellt, sie würden Özil haben wollen. Werder-Sportchef Klaus Allofs erahnt aber eine Dunkelziffer größeren Ausmaßes: „Wir wissen, dass sich viele Top-Clubs Gedanken in Richtung Özil machen.“ Auch Bayern München? „Es wäre keine große Überraschung“, sagt Allofs und mahnt die Münchner, keinen zweiten Fall Miroslav Klose zu initiieren. Den damaligen Werder-Stürmer hatte ein Bayern-Angebot im Frühjahr 2007 nämlich gewaltig aus dem Tritt gebracht.

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