Viel Lob für Pizarro und seinen Super-Auftritt

Der „Coach“ ist müde, aber glücklich

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Claudio Pizarro

Bremen - Es war sein bestes Spiel für Werder seit seiner Rückkehr – aber darüber reden wollte Claudio Pizarro eigentlich nicht so gerne. Im Trainingsanzug und mit schwarzen Kopfhörer-Stöpseln in den Ohren schlich der Peruaner am Dienstagabend durch die Katakomben des Gladbacher Borussia-Parks. Vorbei an den Journalisten, denen er – nach einem Statement zum spektakulären 4:3 gefragt – nur ein „morgen“ zurief. Nach dem Hinweis, dass morgen aber ja nun frei sei, grinste der 37-Jährige verschmitzt, sagte „Ach ja“ und kam doch noch kurz zurück.

Ins Rampenlicht mochte sich Pizarro bei seiner Analyse allerdings nicht stellen. Er war „sehr müde“, schließlich habe er „lange nicht mehr 90 Minuten gespielt“. Genau genommen erst ein Mal in dieser Saison – beim katastrophalen 0:3 gegen Leverkusen am 26. September. Er war auch „sehr zufrieden“ über sein „gutes Spiel“ mit einem Tor und einer Vorlage. „Ich hoffe, es geht so weiter. Wir haben alle zusammengehalten, das macht mich stolz“, meinte Pizarro noch mit Blick auf den Hinrunden-Abschluss am Samstag in Frankfurt.

Einige Stunden später, nach der Ankunft in Bremen, twitterte er ein Jubel-Mannschaftsfoto aus dem Weserstadion, wo die Profis in der Nacht – beleuchtet von der künstlichen Rasen-Sonne – locker austrabten. „Well done, lads“, also „Gut gemacht, Jungs“, schrieb Pizarro dazu.

Das galt auch für ihn selbst, den ältesten Mann im Bremer Kader. Er hatte nach einer eher durchwachsenen ersten Halbzeit im Bremer Zweier-Sturm mit Anthony Ujah eindrucksvoll gezeigt, wie er Werder weiterhelfen kann. Mit der Vorlage für Janek Sternberg vor dem 1:1, mit dem wichtigen Treffer zum 3:2, aber auch mit Worten und Gesten. „Wir haben viel gesprochen auf dem Platz, das war sehr wichtig. Vorher hatten wir viel Unruhe“, urteilte er. Pizarro munterte auf, spornte an und dirigierte besonders seine jungen Mitspieler – und die waren ganz angetan vom Lenker des Bremer Offensivspiels. „Er macht gute, positive Ansagen, coacht viel auf dem Platz. Das hilft einem weiter“, meinte der 20-jährige Florian Grillitsch: „Und dass er ein Spitzenspieler ist, darüber brauchen wir nicht zu reden.“

Bisher hatte Pizarro seine fußballerischen Qualitäten (meistens als „Joker“) nur in Ansätzen gezeigt, in Gladbach trumpfte er nun mal so richtig auf. Sehr zur Freude seines Sturmpartners Ujah, der ebenfalls traf. „Ich bin sehr glücklich für Claudio. Und ich habe immer gesagt: Wenn wir zusammenspielen und einen guten Tag haben, wird es schwierig für die Gegner.“ Er sei sicher, ergänzte Ujah, „dass Claudio uns noch viel helfen wird, in Frankfurt und in der Rückrunde. Wenn er erst mal eine richtige Vorbereitung mitgemacht hat, sehen wir den richtigen Pizarro.“

Genau das erwartet Sportchef Thomas Eichin vom Sturm-„Oldie“ – und der Anfang ist gemacht. „Claudio kommt langsam richtig in Schuss“, stellte Eichin zufrieden fest. Trainer Viktor Skripnik stimmte ebenfalls in die Lobeshymnen ein: „Claudio ist Claudio – er ist echt wichtig für uns. Er hat in der Kabine gesagt: Wir können das, wir machen das. Auch dafür haben wir ihn geholt.“ Und für Tore und Vorlagen, für die Pizarro in Gladbach von den mitgereisten Werder-Fans mit Sprechchören gefeiert wurde.

mr

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