Vestergaards riesiger Auftakt

„Das wird eine geile Rückrunde“

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Jannik Vestergaard kam den Reportern mit seiner V-Stellung zwar etwas entgegen, die mussten sich aber trotzdem ganz schön strecken, um Werders neuen Riesen zu interviewen.

Bremen - Schwarze Schuhe, schwarze Hose, schwarze Trainingsjacke – das etwas düstere Outfit ließ Grabesstimmung erwarten, doch Jannik Vestergaard versprühte gestern Nachmittag bei seiner offiziellen Vorstellung schnell das komplette Gegenteil davon. „Das ist ein Traum, der für mich in Erfüllung geht, denn Werder ist ein, sehr, sehr großer Verein“, behauptete der Neuzugang von der TSG 1899 Hoffenheim und machte seinem neuen Arbeitgeber im Kampf um den Klassenerhalt gleich Mut: „Ich glaube, das wird eine geile Rückrunde.“

Da herrschte kurz Stille in den Katakomben des Weserstadions. Werder-Mitarbeiter und Journalisten erwarteten schon den berühmten „Alptraum“ von der Rückkehr ins internationale Geschäft. Eine beliebte Ankündigung von Neuzugängen, die offenbar Werders Absturz und die großen finanziellen Probleme nicht mitbekommen hatten. Doch Vestergaard kannte die Grenze. Der 22-Jährige sprach nicht von Europa, sondern nur davon, „dass wir als erstes die Liga halten müssen“.

Wie das geht, hat er mit Hoffenheim schon einmal erlebt. „Da sah es viel mieser aus als hier“, erinnerte sich der Däne an den Januar 2013: „Wir hatten nur zwölf Punkte, aber schon den dritten Trainer. Alles war hektisch.“ Hoffenheim rettete sich am letzten Spieltag in die Relegation und blieb schließlich drin. Daraus hat Vestergaard gelernt: „Auch wenn es dunkel aussieht, es geht immer weiter. Diesen Optimismus bringe ich hier gerne ein.“

Noch mehr sind allerdings seine sportlichen Qualitäten gefragt. Die sind Werder immerhin eine Ablöse von zwei Millionen Euro und einen Vertrag bis Sommer 2018 wert. Allein schon wegen seiner Körpergröße (1,99 Meter) sei er natürlich kopfballstark, meinte der Däne – in perfektem Deutsch übrigens. Kein Wunder, seine Mutter, eine Cellistin, stammt aus Krefeld. Großvater Hannes Schröers kickte Anfang der 1960er Jahre für Fortuna Düsseldorf. Außerdem kam Vestergaard schon als 18-Jähriger nach Hoffenheim. „Dort bin ich erwachsen geworden“, meinte er – und bezog das auch auf sein Spiel: Er könne nämlich nicht nur köpfen, sondern auch Zweikämpfe gewinnen, „und ich habe ein gutes Aufbauspiel“.

Eigenschaften, die in Hoffenheim lange geschätzt wurden. Vestergaard absolvierte 71 Bundesligaspiele, wurde Vizekapitän, A-Nationalspieler für Dänemark (zwei Einsätze) – und schließlich beim Club aus der Abwehr verbannt. Trainer Markus Gisdol habe ihn als Sechser gesehen. „Ich bin aber in erster Linie ein Innenverteidiger, der auch mal Sechser spielen kann“, erläuterte Vestergaard den Hintergrund seines Wechsels.

Das Ja zu Werder sei ihm leicht gefallen: „Bremen ist schon eine Hausnummer.“ Und Hoffenheim eben nur ein Dorfclub, der dank der Hopp-Millionen im Eiltempo nach oben geschossen ist. Vestergaard verkniff sich diesen Vergleich, ließ diese Sichtweise aber durchaus erahnen: „Viele Vereine wünschen sich solche phantastischen Fans. Als Auswärtsmannschaft war es hier immer schwer. Ich bin stolz, nun ein Teil davon zu sein.“

Das ist Werder Bremens Neuzugang Jannik Vestergaard

Am liebsten schon am Sonntag direkt auf dem Rasen des Weserstadions. Fit genug sei er für sein Debüt gegen Berlin – und das grüne Trikot mit der Nummer sieben hatte Werders neuer Riese schon dabei.

kni

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