Vestergaard freut sich schon auf die neue Saison und lobt Prödl

Abwehrchef? „Ich würde es gerne machen“

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Jannik Vestergaard (hinten) hat klare Vorstellungen, was passiert, wenn Sebastian Prödl (vorne) nicht mehr da ist: Dann möchte der Däne der neue Abwehrchef bei Werder werden.

Bremen - Das Wort hat schon Bedeutung – und wer diese Bezeichnung trägt, der hat was erreicht. Deshalb zögert Jannik Vestergaard auch keine Sekunde mit der Antwort, als er gefragt wird, ob er der neue Abwehrchef beim SV Werder werden will, wenn Sebastian Prödl im Sommer nicht mehr da ist: „Ich würde es gerne machen. Es gehört zu meiner Entwicklung, dass ich Verantwortung übernehmen muss, dass ich präsent bin, dass ich eine gute Ausstrahlung habe. Das ist mein Ziel für die neue Saison.“

Der 22-Jährige sagt es ganz ruhig und sachlich, denn es ist mitnichten eine Kampfansage. Und Vestergaard hätte auch kein Problem damit gehabt, wenn Prödl seinen auslaufenden Vertrag verlängert hätte. Im Gegenteil! „Ich hätte es gerne gesehen, wenn er geblieben wäre. Es ist ärgerlich, dass er geht. Denn ich bin weit weg davon, komplett zu sein. Ich muss dazulernen – und von Basti konnte ich viel lernen“, spricht Vestergaard mit größter Wertschätzung von seinem fünf Jahre älteren Kollegen. Und der Däne ist mit seinem Lob für den Österreicher längst noch nicht fertig: „Basti ist einer, auf den sich eine Mannschaft verlassen kann. Er strahlt Ruhe aus und gibt den anderen damit Sicherheit. Und er tut einfach alles für den Sieg.“

Eigenschaften, die übrigens genauso zu Vestergaard passen. Auch deshalb wurde er von Werder im Winter für eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro aus Hoffenheim geholt – schon als möglicher Ersatz für Prödl, der mit seiner Vertragsverlängerung zögerte. Die Frist von Werders Angebot für den Österreicher verstrich. Trotzdem blieb noch eine Hintertür offen: Bei einer Qualifikation fürs internationale Geschäft hätte der erfahrene Nationalspieler ein neues Angebot bekommen. Doch der 27-Jährige entschied sich anders, sucht eine neue Herausforderung.

Bei Werder hätte es für Prödl durchaus eng mit einem Stammplatz werden können. In der Rückrunde gilt eigentlich das Pärchen Jannik Vestergaard/Alejandro Galvez als Topbesetzung im Abwehrzentrum. Doch durch Verletzungen und Sperren, musste Trainer Viktor Skripnik immer wieder umstellen. So kam auch Assani Lukimya zu seinen Einsätzen. Gegen die beiden Abwehrriesen Vestergaard (1,99) und Prödl (1,94) hat er allerdings keine Chance. Wenngleich: Vestergaard und Prödl ähneln sich schon sehr – und sie haben beide im Spielaufbau Schwächen. Deshalb ist auch Galvez der optimale Nebenmann. Der 25-Jährige kann den feinen und intelligenten Pass nach vorne spielen, ist defensiv aber ebenfalls stark. Wegen Knieproblemen ist die Saison für ihn schon seit einigen Wochen gelaufen. Er hofft nun auf einen gesunden Neustart am 1. Juli beim Trainingsauftakt.

Auch Vestergaard hat diesen Termin schon im Kopf. Natürlich fiebert er dem Euro-Endspiel gegen Dortmund entgegen, und natürlich sehnt er sich nach ein paar Wochen Urlaub. Aber mit der Aussicht, künftig als Abwehrchef mehr Verantwortung zu tragen, sagt er: „Ich freue mich schon jetzt auf die Vorbereitung. Da können wir gezielt arbeiten, um von Anfang an stabil zu stehen – und um nicht wieder von ganz unten zu starten.“

kni

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