Vertrag vorzeitig verlängert / Caldirola: „Vier Innenverteidiger genau richtig“

Lukimya bleibt ein Bremer – muss dafür jemand weichen?

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Bis 2017 trägt er die Raute weiter ganz nah am Herzen: Assani Lukimya verlängerte seinen Vertrag vorzeitig.

Bremen - Robin Dutt klang schon ein wenig feierlich. „Ausnahmsweise darf ich heute mal für Thomas Eichin sprechen“, berichtete der Werder-Trainer nach dem gestrigen Vormittagstraining. Und das, was er in Vertretung seines Sportchefs vermeldete, war mal eine wohltuende Neuigkeit inmitten aller Mutmaßungen über eventuelle Bremer Notverkäufe oder etwaige Neuverpflichtungen: „Assani Lukimya wird gleich seinen Vertrag um weitere zwei Jahre bei uns verlängern!“ So kam es eine Stunde später auch. Der Innenverteidiger unterschrieb einen neuen Kontrakt bis Sommer 2017 und setzte damit ein Zeichen. Wie so oft in den vergangenen Tagen.

Denn die zwei Tore des 28-Jährigen in den ersten beiden Pflichtspielen der neuen Saison verschafften Werder einen deutlich entspannteren Start als in den Sommern zuvor: Sein zwischenzeitliches 2:1 gegen Viertligist Illertissen ebnete den Weg in die zweite DFB-Pokalrunde, sein Anschlusstor bei Hertha brachte am Ende ein 2:2 ein. Lukimya ging voran, rannte, rackerte. Ein Gesicht des neuen SV Werder, der laut Dutt für „Fußball mit Herz“ stehen soll. Kein Wunder, dass Eichin nach der Unterschrift erleichtert war. „Assani ist ein ganz wichtiger Spieler und mit seiner kompromisslosen Art einer der zweikampfstärksten der Liga“, stellte der Geschäftsführer heraus. Und Dutt lobte: „Luki ist momentan wirklich im Aufwind.“

Ein Trend, den der vor zwei Jahren von Fortuna Düsseldorf an die Weser gekommene Kongolese fortsetzen will – in Bremen: „Mein Ziel ist es, mich gemeinsam mit der Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln“, erklärte der Abwehr-Hüne: „Man merkt, dass es Schritt für Schritt vorwärts geht.“ Hinzu kamen das „große Vertrauen und die Wertschätzung“, die ihm der Verein entgegenbringe. Deshalb bekannte er sich für weitere zwei Jahre zu den Grün-Weißen – ohne zeitliche Not, denn sein bisheriges Arbeitspapier galt noch bis Sommer nächsten Jahres. Doch „die ruhige Art, mit der hier gearbeitet wird“, lieferte Lukimya ein weiteres Argument zum Bleiben. Nun freut er sich, „weiterhin Teil des Teams zu sein“.

Möglichst in der ersten Elf – und dem steht zumindest bis zum nächsten Spiel am Samstag im Weserstadion gegen Hoffenheim nichts im Weg. Denn selbst wenn Dutt gestern betonte, dass bei ihm „niemand einen Freibrief“ erhalte, hat der Chefcoach keinen Grund, den fleißigen Defensivmann (Laufleistung in Berlin: 10,7 Kilometer) aus seiner Startaufstellung zu streichen. Dies könnte die Rückkehr von Abwehrchef Sebastian Prödl erschweren, der nach überstandenem Muskelfaserriss wieder fit ist. Vielleicht muss auch Luca Caldirola aus dem Abwehrzentrum weichen – keine dieser Optionen schloss Dutt gestern aus.

Womöglich auch, weil er sich nicht sicher sein kann, ob ihm beide bis zum Wochenende überhaupt noch zur Verfügung stehen. Denn Werder braucht Geld, Prödl (Vertrag bis 2015) und Caldirola (bis 2017) könnten es einbringen, wenn noch ein interessierter Club bis zum Ende der Wechselfrist anklopft. Prödl hat Eichins Angebot zur Vertragsverlängerung bisher nicht angenommen. Angesprochen auf seine Rolle als Wechselkandidat, sagte der Österreicher zuletzt: „Es gibt nichts Neues von mir“ – und ging davon aus, diese Saison in Bremen zu bleiben.

Caldirola beantwortete die Frage nach einem vorzeitigen Abschied gestern deutlicher. Sollte Eichin auf ihn zukommen und sagen, dass er verkauft werden müsse, „würde ich antworten: Ich bleibe!“, verriet der Italiener – und lachte selbstsicher.

Doch Eichin dürfte den 23-Jährigen kaum vorzeitig verramschen – denn erstens hat Italiens neuer Nationaltrainer Antonio Conte Caldirola laut Nachrichtenportal tuttomercatoweb.com auf dem Zettel, und eine Nominierung für die Squadra Azzurra würde den Marktwert erheblich steigern. Zweitens erinnerte Caldirola daran, dass er auch anderweitig einsetzbar wäre: „Für mich ist es egal, ob ich Links- oder Innenverteidiger spiele.“ Dass er Santiago Garcia auf der Außenbahn vertreten kann, hat er bereits bewiesen. Und dass er dies im Fall einer Sperre für den Argentinier wieder tun muss, scheint angesichts des Temperaments seines Teamkollegen – wie jüngst zu sehen in Berlin – nicht ausgeschlossen…

So oder so: Caldirola findet, dass Werder in der Mitte der Defensivreihe perfekt aufgestellt ist – und schließt da Neuzugang Alejandro Galvez ebenfalls mit ein: „Vier Innenverteidiger im Kader sind genau richtig“, urteilt er auch mit Blick auf Verletzungsrisiken. Von Käufen oder Verkäufen innerhalb dieses Mannschaftsteils rät er ab: „Fünf sind zu viele, drei sind zu wenig.“

Ähnlich sieht es Dutt – trotz des momentanen Luxusproblems: „Es ist jetzt zwar schwerer, sich auf zwei Innenverteidiger festzulegen, aber wir hatten auch schon Situationen, in denen es überhaupt nicht schwer war, weil es keine Wahl gab.“

Nun hofft der 49-Jährige, dass es beim aktuellen Stand bleibt. Und sehnt das Ende der Wechselfrist am Sonntagabend herbei, „weil dann endlich alle Spekulationen beendet sind.“ Immerhin: Assani Lukimya hat gestern für sich schon mal Fakten geschaffen.

ck

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