„Keine leichte Entscheidung, aber die richtige“

Leuchtturm mit Strahlkraft: Junuzovic bleibt bis 2018

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Zlatko Junuzovic mit dem T-Shirt „JunobleibtBremer“. 

Bremen - Die Merchandising-Maschinerie lief schon, da war die Unterschrift unter den neuen Vertrag gerade erst getrocknet. Nur Minuten, nachdem Zlatko Junuzovic seine Treue zu Werder Bremen bewiesen und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bis 2018 verlängert hatte, wurden „JunobleibtBremer“-T-Shirts im Internet zum Kauf angeboten.

Für den einen oder anderen Werder-Mitarbeiter gehörte das weiße Shirt mit der schwarzen Junuzovic-Silhouette gestern sogar zur Dienstkleidung. Ein Beweis, wie glücklich der Club mit der keinesfalls selbstverständlichen Vertragsverlängerung des Österreichers ist. Und stolz noch dazu. Zumal Junuzovic laut Geschäftsführer Thomas Eichin keine Ausstiegsklausel eingeräumt wurde.

Werder hat einen seiner Besten damit nach monatelangem Poker langfristig an sich gebunden. Anders als in vielen Fällen zuvor hat ein Star nicht das Weite gesucht, sondern vertraut weiter auf Werder. Ein Erfolg für den Club, keine Frage. Auch wenn er mit einer Verdoppelung des Junzuzovic-Gehaltes von einer auf zwei Millionen Euro jährlich eingefädelt worden war.

Schlussendlich wird das Geld eine große Rolle gespielt haben. Aber nicht die alleinige, denkt Trainer Viktor Skripnik: „Ich glaube nicht, dass wir ihm so viel gegeben haben, dass kein anderer Verein eine Chance hatte.“ Junuzovic sprach auf der eigens wegen seiner Vertragsverlängerung einberufenen Pressekonferenz nicht über Geld, sondern über ein Gefühl. Über das gute Gefühl, bei Werder zu bleiben. „Das habe ich“, erklärte der 27-Jährige: „Natürlich gab es auch andere Optionen. Und es war sicher keine leichte Entscheidung. Aber die richtige. Ich bin zufrieden und glücklich.“

Mit seinen Leistungen – speziell seinen Freistoßkünsten – hatte sich der im Januar 2012 von Austria Wien an die Weser gekommene österreichische Nationalspieler auf die Notizzettel mehrerer Clubs gespielt. Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und der 1. FC Köln sowie Trabzonspor aus der Türkei – alle hatten Interesse. Doch Junuzovic wählte das Bewährte. Skripnik ist darüber begeistert: „Obwohl Zlatko in den drei Jahren, die er schon bei Werder Bremen spielt fast nur Abstiegskampf erlebt hat, entscheidet er sich weiter für uns. Das zeigt, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Und dass dieser Spieler eine positive Zukunft sieht für Werder.“

So ist es. Junuzovic hat mit dem Vertrauen in eine bessere Zukunft unterschrieben und hat jetzt einiges vor mit den Bremern. „Ich hoffe, dass wir uns weiter entwickeln, dass wir in die obere Tabellenregion zurückkehren. Momentan geht es vorwärts. Wir müssen diesen Weg jetzt aber auch weitergehen.“

Junuzovic unterschreibt Vertrag bis 2018

Er ist bereit dazu. Als Vorbereiter – wie schon sieben Mal in dieser Saison. Als Torschütze – wie schon viermal. Als Vorweggeher. Junuzovic, sagte Thomas Eichin, sei „ein Leuchtturm“ in der Mannschaft. Der Vergleich mag für einen nur 1,72 Meter großen Spieler nicht gerade perfekt sein, soll aber nur Junuzovics Bedeutung unterstreichen. Eichin: „Wir sind stolz, einen Spieler zu halten, um den herum wir eine Mannschaft aufbauen wollen. Seine Vertragsverlängerung hat eine Strahlkraft auch auf andere Spieler.“ Für Skripnik ist Junuzovic Teil des „Fundaments, auf dem wir an unserem Haus weiterbauen können. Zladdy ist eine Leitfigur. Einer, der nicht nur Tore schießt, sondern auch in der Kabine ordentliche Ansprachen hält. Auf einen wie ihn gucken die jungen Spieler mit offenem Mund.“

Und die Fans mit Begeisterung. Sie starteten Anfang des Jahres im Internet die Aktion „JunubleibtBremer“. Der 27-Jährige war geschmeichelt, „es hat meine Entscheidung sicher zu einem Teil beeinflusst.“ Etwas anderes hätte er auch nicht sagen dürfen, sonst würden die eiligst hervorgekramten T-Shirts bestimmt in den Regalen verstauben.

Eine Frage blieb gestern noch offen. Die, ob der neu geschlossene Vertrag auch in der zweiten Liga seine Gültigkeit hätte. Junuzovic rollte mit den Augen, sagte, dass das niemanden etwas angehe und die Frage sowieso überflüssig sei: „Wir bleiben in der Liga. Das ist das, was zählt.“ csa

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