Werder-Boss bestätigt Treffen mit Sportdirektor Braida / Auch Ekici ein Thema

Verteidigersuche führt Allofs zum AC Mailand

Drei Spieler, die Werder offenbar sehr interessieren: Der Nürnberger Spielgestalter Mehmet Ekici...

Bremen - Klaus Allofs würde gerne, aber so richtig kann er im Moment noch nicht. Solange der Klassenerhalt für Werder nicht definitiv feststeht, verlaufen die Personalplanungen schleppend. „Es stört schon, dass wir nichts Endgültiges machen können“, stöhnt der Bremer Sportchef und fügt an: „Das betrifft sowohl Neuverpflichtungen als auch die Vertragsverlängerungen mit Spielern, mit denen wir gerne weiterarbeiten möchten.“

Und dennoch: Vor dem letzten Heimspiel der Saison morgen (15.30 Uhr) gegen Meister Borussia Dortmund, in dem Werder den Abstiegskampf erfolgreich beenden will, gibt’s in punkto Neuzugänge klare Tendenzen. Laut „Bild“ haben die Bremer Spielgestalter Mehmet Ekici (21) vom Bundesliga-Konkurrenten 1. FC Nürnberg im Visier. Italienische Medien berichten zudem vom Interesse an den Verteidigern Didac Vila (links) und Sokratis Papastathopoulos (innen/beide AC Mailand).

...sowie die beiden Verteidiger Didac Vila

Allofs bestätigte gestern, dass er in Mailand war und sich mit Milan-Sportdirektor Ariedo Braida getroffen hat. „Das war internationale Kontaktpflege“, wiegelte der Werder-Boss ab – allerdings mit einem Schmunzeln. Der 54-Jährige will zwar weiterhin keine Namen kommentieren, er sagt aber: „Wir wissen, auf welchen Positionen wir ‘was machen wollen. Da kann man sich denken, um welche Spieler es sich handeln könnte.“ Vermutlich um den Spanier Vila (21) und den Griechen Papastathopoulos (22), die beim designierten italienischen Meister nur Nebenrollen spielen und zumindest ausgeliehen werden könnten. Vila kam erst im Winter von Espanyol Barcelona und in der Serie A bislang noch gar nicht zum Einsatz, Papastathopoulos bringt’s auf fünf Saisonspiele.

Dass es beim Treffen mit Braida auch um Marko Marin und einen möglichen Wechsel des Bremer Mittelfeldmanns gegangen ist, wie „Sky Sports 24“ berichtet hatte, wies Allofs gestern energisch zurück: „Das kann ich sicher sagen – und damit will ich auch Unruhe vermeiden. Marko war bei dem Gespräch überhaupt kein Thema.“

... und Sokratis Papastathopoulos vom AC Mailand.

Marin selbst weiß von nichts. „Ist das so? Davon habe ich nichts gehört“, sagte er gestern zum angeblichen Milan-Interesse. Er wolle sich ohnehin „voll auf das Spiel gegen Dortmund“ konzentrieren: „Das ist das Wichtigste. Mit anderen Dingen beschäftige ich mich nicht.“ Ganz so abwegig ist der Gedanke „Milan und Marin“ allerdings nicht. Der Dribbler genießt in Italien hohes Ansehen, vor den Qualifikationsspielen zur Champions League im August 2010 gegen Sampdoria Genua lobten ihn die dortigen Medien ausgiebig. Und: Er spielt in Bremen eine durchwachsene Saison, hat auch auf seiner derzeitigen Position im offensiven Mittelfeld nicht wirklich überzeugt – genauso wie Aaron Hunt.

Allofs hatte erst kürzlich mangelnden Ideenreichtum im Mittelfeld – speziell auf der „10“ – beklagt und legte gestern noch mal nach. Der Weggang von Mesut Özil sei „Teil unseres Problems“ gewesen. Hinzu kam, dass es „mit Marko und Aaron nicht so funktioniert hat“. Der Glaube daran, die Kreativzentrale mit Bordmitteln besetzen zu können, hat arg gelitten – auch bei Allofs, der zugibt: „So eine Entscheidung kann man während der Saison relativieren. Das ist doch klar.“

Das heißt: Werder sucht einen neuen Regisseur – und da kommt dann Ekici ins Spiel, der einen Marktwert von etwa drei Millionen Euro hat und den sich die Bremer wohl leisten könnten. Der Deutsch-Türke, der drei Länderspiele für die Türkei bestritten hat, gehört allerdings dem FC Bayern (Vertrag bis 2012) und ist nur an Nürnberg ausgeliehen. Der neue Münchner Coach Jupp Heynckes muss also entscheiden, ob er Ekici braucht. Denkbar ist aber auch, dass die Bayern den Vertrag verlängern und Ekici weiter an Nürnberg verleihen. Dies sei sogar der Wunsch des Spielers, wie „Club“-Sportchef Martin Bader im „kicker“ betonte: „,Memo‘ hat erklärt, dass er gerne hierbleiben würde.“

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