Nordderby eventuell ohne Hunt und Arnautovic

Versuchslabor Trainingsplatz

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Aufgepasst, der Trainer spricht! Thomas Schaaf rief seine Mannen bei jeder Unterbrechung zur Erklärungsrunde zusammen.

Bremen - Das 0:5 steckt fest. Fest in den Köpfen der Werder-Profis. Diese „Schmach“ gegen Borussia Dortmund sei nicht so einfach abzuschütteln, sagt Stürmer Nils Petersen.

„Wir reden immer noch drüber, das ist das Schlimmste“, seufzt auch Kapitän Clemens Fritz. Dabei naht schon das 98. Nordderby beim Hamburger SV (Sonntag, 15.30 Uhr) – ein Spiel voller Emotionen und Prestige, in dem „wir alles wieder vergessen machen können“, glaubt Fritz. An einem Erfolg beim ewigen Rivalen können sich die am Boden liegenden Bremer wieder aufrichten. Aber: Ausgerechnet jetzt drohen in Aaron Hunt und Marko Arnautovic zwei Stützen der Hinrunde auszufallen.

So wie am Samstag die Spieler des BVB die Werder-Profis attackierten und niederstreckten, schlagen jetzt die Viren und Bakterien zu. Vize-Kapitän Hunt hat sich eine Grippe eingefangen, Ar-nautovic plagt ein Magen-Darm-Infekt. Gestern fehlten beide beim Training, ob sie auch am Sonntag ausfallen werden, ist noch nicht abzusehen. „Es wäre ein Verlust. Wenn sie nicht dabei sind, würde uns das schwächen“, sagt Trainer Thomas Schaaf. Aber noch gibt es Hoffnung, dass Hunt und Arnautovic, die besten Feldspieler der ersten Saisonhälfte, rechtzeitig wieder auf die Beine kommen. „Wir müssen uns gedulden. Bis Sonntag ist ja noch Zeit“, meint Schaaf und bringt an, was er in solchen Situationen immer sagt: „Wir haben genügend Alternativen.“

Wirklich? Am Wochenende hatte der Coach das ganze System über den Haufen geworfen, nur weil in Ar-nautovic (damals gelbgesperrt) ein Leistungsträger fehlte. Das erwies sich als Flop, hinzu kam das kollektive Versagen der Spieler – fertig war die 0:5-Pleite.

Nun stellt Schaaf alles und jeden auf den Prüfstand. Im Training testete der 51--Jährige gestern drei verschiedene Formationen, wechselte das Personal jeweils auf einigen Positionen (siehe die Formationen 1 - 3). Er hätte nicht anders trainiert, wenn Hunt und Arnautovic dabei gewesen wären, sagte er später. Aber es sah schon sehr danach aus, dass der Coach nach neuen Lösungen sucht. „Wir überprüfen jeden. Wie ist er drauf, wo steht er? Das haben wir sehr intensiv getan. Ich lege mich aber überhaupt noch nicht fest“, erklärte Schaaf.

In drei Fällen zeichnen sich Veränderungen gegenüber dem 0:5 jedoch deutlich ab. Eljero Elia (siehe Artikel unten), Sebastian Prödl und Theodor Gebre Selassie laufen Gefahr, aus der Startelf zu fliegen. Innenverteidiger Prödl tauchte in keiner der drei „Testmannschaften“ auf, an der Seite von Sokratis agierte jeweils Assani Lukimya. Rechtsverteidiger Gebre Selassie muss seinen Platz vermutlich für Aleksandar Ignjovski räumen, und Elia findet sich auf der Bank wieder, wenn Schaaf behagt, was der Rest ihm zeigt.

Sogar ein 4-4-2 mit der Doppelspitze Petersen/Akpala ließ der Coach üben. Dann besetzten Mehmet Ekici (als Hunt-Vertreter immer dabei) und Kevin De Bruyne die Flügel. Einmal auch Elia. Aber dass der Status des Niederländers nach 18 Spielen von Anfang an wackelt, ist unverkennbar. Thomas Schaaf ist drauf und dran, dem Fünf-Millionen-Einkauf die Treue aufzukündigen. „Wir haben mit ihm viele Gespräche geführt, haben ihm das Vertrauen ausgesprochen. Was wir aber feststellen, ist, dass er auf dem Platz nicht zu Ende bringt, was er vorbereitet.“ Sprich: die Effizienz fehlt. Und das schon, seit Elia bei Werder ist. Den 25-Jährigen auf die Bank zu setzen, wäre konsequent.

Vielleicht waren die Wechselspiele gestern aber auch nur ein Mittel, die Spieler zu kitzeln. Nils Petersen hat eben diesen Verdacht: „Nach dem 0:5 muss ja jeder Angst haben, dass er am Sonntag nicht wieder auf dem Platz steht. Und die, die nicht gespielt haben, wittern ihre Chance. Jeder muss alles geben, um den Trainer zu überzeugen. Die Spannung ist sehr hoch, und das kann nur positiv für uns sein.“ · csa

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