Verrückt! Werder bleibt dran

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Tim Wiese war schon während des Spiels in Stuttgart restlos bedient. Nach dem Sonnabend darf Werder aber wieder etwas hoffen.

Bremen - Eigentlich glaubten die Spieler schon selbst nicht mehr dran – doch dann gab’s gestern Nachmittag gleich mehrere nette Überraschungen für Werder. In Bayer Leverkusen (3:3 gegen Hertha), Hannover (0:1 in Hamburg) und Wolfsburg (1:2 gegen Augsburg) patzten drei direkte Konkurrenten im Kampf um die Europa League. Und plötzlich ist die Hoffnung zurück.

 Wenn Hoffenheim heute in Freiburg nicht gewinnt, bleiben die Bremer mit 42 Punkten Achter, haben Rang sieben (Hannover/44) und sogar Platz sechs (Leverkusen/45) noch im Visier und nur Stuttgart (49) aus den Augen verloren.

Aber all das hilft nichts, wenn die eigene Leistung nicht stimmt – so wie am Freitagabend beim klaren 1:4 (1:2) in Stuttgart. Spielt Werder so weiter, wird es ganz bestimmt nichts mit dem großen Ziel. „Rechnerisch ist es noch möglich, aber wenn wir so auftreten, dann glaube ich nicht mehr daran“, sagte Kapitän Clemens Fritz, der nach seiner zehnten Gelben Karte – ebenso wie Sokratis – am Samstag gegen den FC Bayern fehlen wird.

Auch seine Teamkollegen zweifeln angesichts der sehr miserablen Rückrunde mit nur zwei mickrigen Siegen (gegen Hamburg und Hannover) am Happy End in der Eurozone – zumal noch Heimspiele gegen die Schwergewichte Bayern München und FC Schalke 04 sowie ein Auswärtsauftritt in Wolfsburg anstehen. „Das Restprogramm hat es in sich, die Voraussetzungen sind denkbar schlecht. Es sieht nicht gut aus“, urteilte Keeper Tim Wiese nach der VfB-Pleite. Und Marko Marin, der vor dem ersten von vier Endspielen in Stuttgart noch sehr zuversichtlich gewesen war, stöhnte: „Das mit dem Optimismus hat sich leider geändert. Jetzt ist es ganz, ganz schwer. Wir hätten einen Sieg gebraucht.“

Doch davon war Werder sehr, sehr weit entfernt – trotz des guten Starts.Anfangs standen die Bremer im 4:2:3:1-System recht sicher und gingen durch Markus Rosenberg in Führung (25.). Danach herrschte allerdings erschreckende Flaute. „Wir standen tiefer und tiefer – und am Ende alle 14 Meter vor dem eigenen Tor“, sagte Torschütze Rosenberg, der als einzige Spitze total auf sich allein gestellt war und haderte: „Für die offensiven Spieler war es schwer heute, weil wir sehr defensiv gespielt haben.“ Auch Wiese hätte sich mehr Angriffsmut von seinen Vorderleuten gewünscht: „Nach dem 1:0 hätten wir auf das 2:0 gehen müssen, aber wir haben uns versteckt.“ Und Naldo, der wie schon gegen Gladbach auf der „Sechs“ begann und dort erneut arg „fremdelte“, monierte: „Wir hätten nach der Führung einfach spielen und ruhig bleiben müssen – das war nicht clever.“

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Spielentscheidend war aber nicht die Bremer Zaghaftigkeit, sondern die schlimme Schwäche bei gegnerischen Standards. Den Ausgleich erzielte Stuttgarts Christian Gentner noch aus dem Spiel heraus, mit einem herrlichen Distanzschuss in den Winkel (37.). Aber danach schlugen die Schwaben noch drei Mal nach ruhenden Bällen zu. Der Ex-Bremer Martin Harnik verwertete zwei Eckbälle von Tamas Hajnal (45.+1/53.), der eingewechselte Cacacu traf kurz vor Schluss nach einer Freistoßflanke von Gotoku Sakai und schenkte Werder damit das 50. Gegentor der Saison ein.

Bremens Sportchef Klaus Allofs bemängelte, „dass wir die gute Gelegenheit der 1:0-Führung gar nicht nutzen konnten. Das enttäuscht mich. Wir bekommen es zu selten hin, Leidenschaft zu zeigen. Aber wir werden an einer Mannschaft arbeiten, die nicht mehr diese extremen Schwankungen zeigt.“ Dafür brauche Werder Veränderungen im „Spiel und in der Besetzung“. Allofs ist überzeugt davon, „dass wir dann mittelfristig eine Mannschaft haben, die wieder oben mitspielt“.

Aber erst mal heißt es jetzt zittern. „Wir müssen realistisch bleiben. Unsere Ausgangslage ist sehr schwierig“, weiß Allofs, der aber weiter kämpfen will: „Wir werden sicher nicht aufgeben.“

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