Verluste, Verstärkungen, Finanzen, Vorbereitung: Werder und Hertha im Vergleich

Die schwere Standort-Frage

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Anweisungen für die Offensiv-Reihe: Trainer Robin Dutt will heute „keinen Hurra-Fußball“ – und das erklärte er gestern auch Eljero Elia, Franco Di Santo und Izet Hajrovic (v.l.).

Bremen - Es ist noch gar nicht lange her – doch dafür hat sich ziemlich viel verändert. Vor drei Monaten und drei Wochen hatte Werder Bremen Hertha BSC mit 2:0 besiegt – im Weserstadion. „Auf diesem Stand der letzten Saison sind wir momentan nicht“, urteilte Werder-Trainer Robin Dutt vor dem heutigen Bundesliga-Start ab 15.30 Uhr im Berliner Olympiastadion gegen eine „runderneuerte“ Hertha, wie er den gut verstärkten Hauptstadt-Club nannte. Doch auch Werder muss erst „unsere Abgänge kompensieren, die Neuen integrieren und die Jungen heranführen, um den Stand von damals zu erreichen“, mahnte Dutt. Wo steht Werder jetzt? Ein Vergleich mit dem heutigen Gegner:

In Bremen schmerzt vor allem der Abschied von Mittelfeldmotor Aaron Hunt in Richtung Wolfsburg – Doppeltorschütze bei jenem 2:0 über Hertha. „Er hinterlässt eine Lücke, die wir als Mannschaft schließen müssen“, sagt Werders Kapitän Clemens Fritz. Trotzdem glaubt er, dass „wir spielerisch weiter sind“ als zu Beginn der Vorsaison: „Die Integration der Neuzugänge läuft sehr gut – wenn noch nicht alles gelingt, sollte man das den Jungs noch nachsehen.“ Als Beispiel nennt Fritz Izet Hajrovic: „Er hat großes Potenzial, einen feinen linken Fuß und gute Bewegungen drauf. Aber für ihn ist hier vieles völlig neu.“

Hertha BSC muss besonders den Verlust von Adrian Ramos verkraften – mit 16 Treffern bester Berliner Torschütze der Vorsaison und nun in Dortmund. Doch Dutt warnt vor der „neuen Offensivreihe“ der Hauptstädter – mit Roy Beerens, Julian Schieber und Genki Haraguchi. In der Abwehr hebt der Werder-Coach vor allem John Heitinga als nächsten Neuzugang hervor. „Wir werden also keinen Hurra-Fußball spielen.“

Herthas Manager Michael Preetz durfte deutlich mehr investieren als Werders Sportchef Thomas Eichin. Finanzpartner KKR hat den Berlinern bei ihrem Haushaltsplan von 81 Millionen Euro kräftig mitgeholfen, Bremen bekam vom Aufsichtsrat die „schwarze Null“ als Saisonziel verordnet. „Aber wir haben vier Spieler verpflichtet, die uns wenig bis nichts gekostet haben und trotzdem einen Marktwert von acht bis zehn Millionen Euro haben“, verdeutlichte Eichin mit Blick auf die ablösefreien Hajorovic, Fin Bartels, Alejandro Galvez sowie den günstigen Nachwuchskeeper Raif Husic.

Beinharte Trainingswochen für beide – Werders Sommerpause endete allerdings fünf Tage früher. Dafür hatten Clemens Fritz & Co. zwar zwischendurch eine Woche frei, „aber jeder hat ja seinen individuellen Trainingsplan mitbekommen“, relativierte der Verteidiger. Die Testspiele überstanden Hertha und Werder überwiegend unbesiegt – und die Einheiten lange unbeschadet. Bis zum Ende, als sich Berlins Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann eine Kreuzbandzerrung zuzog, die ihn für heute auf Eis legt. Zeitgleich lichtete sich das Werder-Lazarett – und es ging in den letzten Trainings nochmal richtig zur Sache. Für Dutt nachvollziehbar: „Ich habe jetzt 20 gesunde Feldspieler – und alle sind im Rechnen stark genug, um zu wissen, dass vier von ihnen aus dem Kader gestrichen werden.“

Einem Kader, mit dem der 49-Jährige heute einen Liga-Auftaktsieg einfahren will: „Wenn das nur mit Mentalität und Leidenschaft funktioniert, ist es legitim. Wenn wir es dann noch schaffen, gutes Pressing, Passspiel und Tempo auf den Platz zu bringen, ist es auch nicht verboten.“

ck

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