Eichin: „Wir bringen Spieler auf ein anderes Level“

Ein Verlust! Ein Gewinn?

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Erstmal muss Sportchef Thomas Eichin den Spieler Kevin De Bruyne aus der Werder-Zukunftsplanung streichen. Aber die Hoffnung auf eine Wende gibt er deshalb nicht auf.

Bremen - 180 Bundesliga-Spiele hat Thomas Eichin während seiner aktiven Karriere absolviert. Er hat nie ein Tor geschossen. Er war ausschließlich dafür da, Schaden von seinem Verein abzuwenden, indem er die Angriffe der anderen stoppte.

Der Mann ist also sehr erprobt im Weggrätschen von Bedrohungen. So macht es der Geschäftsführer von Werder Bremen dann auch mit dem Fall Kevin De Bruyne.

Es steckt eine für Werder Bremen negative Note in der Entwicklung dieser Personalie. Eine Saison lang durfte sich der Belgier auf Leihbasis und im Auftrag des FC Chelsea Wettkampfhärte bei Werder holen. Doch jetzt, da die Londoner ihren Ausbildungsspieler in die Oberstufe, sprich den internationalen Wettbewerb, versetzen wollen, ist Werder nicht mehr gut genug. De Bruyne (21) wird gehen, weil Werder anno 2013 die Möglichkeit fehlt, einem überdurchschnittlich talentierten Kicker wie ihm den Nährboden für ein prächtiges Wachstum zu bieten. So sieht es jedenfalls der FC Chelsea, der Stammverein des Belgiers. Der Spieler trägt das in vollem Umfang mit. Also müssen die Fragen formuliert werden: Wenn der erste angehende Top-Spieler einen Bogen um Bremen macht, dann auch der zweite und auch der dritte? Bekommt Werder als ins Niemandsland der Bundesliga abgerutschter Club überhaupt noch Talente wie De Bruyne oder früher Diego und Mesut Özil zu fassen? Laufen jetzt auch die letzten Stars weg?

Wer nicht mehr mit der Champions League locken kann, hat es doppelt schwer. Das weiß auch Eichin. Aber er wertet den Verlauf des Geschäfts mit De Bruyne und dem FC Chelsea ganz anders, sagt: „Wir haben gezeigt, dass wir ein Verein sind, der Spieler auf ein anderes Level bringen kann.“ Schließlich hat der FC Chelsea mit seiner Planfortschreibung bestätigt, dass De Bruyne nach einer Saison in Bremen fit ist für die ganz große Bühne. Der Verlust also als Gewinn? Jedenfalls sei es etwas, womit der SV Werder sehr wohl werben könne, meint Eichin.

Im Übrigen auch noch bei De Bruyne. Mit ihm zu planen, wäre zwar fahrlässig, aber solange die Londoner kein neues Betätigungsfeld für ihn gefunden haben, sei Werder im Rennen, glaubt Eichin. „Ein anderer Verein muss erstmal bieten können, was wir für Kevin getan haben“, erklärt der 46-Jährige und meint: Einen garantierten Stammplatz (de Bruyne hat in Bremen 27 von 27 möglichen Ligaspielen absolviert) und volle Entfaltungsmöglichkeiten auf dem Platz. Ob er beides bei seinem FC Chelsea oder einem anderen Champions-League-Teilnehmer (Leverkusen oder Dortmund) auch finden würde? Eichin nährt Zweifel und wartet auf ein Umdenken bei den Engländern, wartet, was passiert: „Wir sind jetzt erstmal nur in der Zuschauerrolle. Aber wir sind da, wenn wir eine Chance bekommen, ihn erneut auszuleihen. Für Kevin ist bei uns immer ein Platz frei. Wenn er weiter für uns spielen würde, wäre das wunderbar. Wenn nicht, werden wir andere Lösungen finden.“

Training vor dem Spiel gegen Schalke 04

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Und Werder ist natürlich längst auf der Suche. Als Neuverpflichtungen sind Andreas Ivanschitz (Mainz 05) und auch der auf der linken Seite vielseitig einsetzbare Konstantin Rausch (Hannover 96) im Gespräch. Eichin spricht aber auch von einem „Top-Spieler aus dem Ausland“. Einen solchen zu locken und dauerhaft für die ergraute Maus aus Bremen zu begeistern, wird aber schwierig. Das zeigt der Fall Kevin De Bruyne. · csa/kni

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