Peru will den Werder-Star als Motivator mitnehmen / Allofs ist dagegen

Verletzt, aber Pizarro soll trotzdem zur Copa America

Claudio Pizarro hatte sich so auf die Copa America gefreut, doch nun ist der Peruaner verletzt.

Bremen - Von Björn Knips. Nach dem Schock folgte Perus Notlösung: Wenn Claudio Pizarro nach seinem Innenbandriss im Knie schon nicht für den Andenstaat bei der Copa America (1. bis 24. Juli in Argentinien) spielen kann, dann soll er wenigstens als Motivator mit. Das fordert Nationalcoach Sergio Markarian. Doch Pizarros Arbeitgeber Werder Bremen hält davon gar nichts.

„Wenn der Spieler nicht spielen kann, dann macht es keinen Sinn, dass er zur Copa fährt“, sagt Sportchef Klaus Allofs, der von Pizarro persönlich die neueste Entwicklung erfuhr. Ein Machtwort verkniff sich Allofs jedoch, er setzt auf Kommunikation: „Wir werden das in den nächsten Tagen besprechen.“

Allofs‘ Zurückhaltung hat mehrere Gründe. Da wäre zum einen die Abstellungspflicht der FIFA, zum anderen Pizarros Psyche nach der Verletzung in dem Trainingsspiel gegen die U 20 von Sporting Cristal. „Claudio wollte unbedingt dieses Turnier spielen“, berichtet Allofs. Entsprechend enttäuscht sei der 32-Jährige im Telefongespräch gewesen. Zumal er erst im März – drei Jahre nach der umstrittenen Suspendierung – sein Comeback im Nationaldress gefeiert hatte.

Entscheidend dürfte in jedem Fall die medizinische Seite sein. „Es macht Sinn, dass Claudio in dieser ersten sensiblen Phase der Verletzung bei der peruanischen Mannschaft behandelt wird“, erklärt Werder-Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski. Zehn bis 14 Tage sind in solchen Fällen durchaus üblich, oftmals gibt‘s sogar noch eine Verlängerung um eine Woche. So könnte auch der Kompromiss aussehen. Pizarro wäre damit zumindest beim Endspurt der Vorbereitung und in der ersten Turnierwoche beim peruanischen Team, falls der Heilungsprozess durch die Reise nach Argentinien nicht gefährdet würde. Denn in den ersten Tagen ist vor allem eines wichtig: Das Bein muss ruhig gestellt werden.

Eine schnelle Genesung von Pizarro ist natürlich oberstes Ziel bei Werder. Der Torjäger wird dringend gebraucht. Doch sechs Wochen wird er mindestens fehlen, acht Wochen sind wahrscheinlicher. Damit würde Pizarro nicht nur Ende Juli das DFB-Pokalspiel in Heidenheim, sondern auch die ersten beiden Bundesliga-Spieltage verpassen. „Das ist eine blöde Situation“, seufzt Allofs, der sich schon in der Abwehr mit großen Personalproblemen herumschlagen muss. Immerhin gibt‘s im Sturm – zumindest zahlenmäßig – ausreichend Ersatz: Sandro Wagner, Marko Arnautovic, Denni Avdic und Markus Rosenberg. Der Schwede gehört nach seiner Ausleihe an den spanischen Club Racing Santander wieder zum Werder-Kader, und darüber ist Allofs nach der Pizarro-Verletzung sehr froh: „Wir wissen, was wir an Markus haben. Das Gespräch mit ihm war sehr positiv. Er will noch einmal in der Bundesliga angreifen.“

Einen Ersatz für Pizarro zu kaufen, kann und muss sich Werder nicht leisten. Denn die Ausfallzeit ist überschaubar und die aktuelle Verletzung des Peruaners hat nichts mit seinen muskulären Problemen in der vergangenen Saison zu tun. Irgendwann muss sein Verletzungspech auch mal ein Ende haben.

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