Poker um neuen Vertrag von Klaus Allofs

Verlängerung bei der Verlängerung

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Klaus Allofs

Bremen - Willi Lemke hatte sich schon vor Wochen klar positioniert: Der im Sommer auslaufende Vertrag mit Sportchef Klaus Allofs soll unbedingt verlängert werden. Doch so einfach ist das trotz der nun schon über ein Jahrzehnt andauernden Zusammenarbeit offenbar nicht.

Nach zwei Gesprächsrunden mit Allofs gab es zwar eine Annäherung – mehr aber nicht. So war es zwar oft in der Vergangenheit, aber diesmal soll die Distanz zwischen Angebot und Forderung ziemlich groß, Allofs von den Vorstellungen des Aufsichtsrates nicht angetan sein. Es geht dem Vernehmen nach weniger um den persönlichen Verdienst, sondern mehr um die Wertschätzung der Arbeit, die Laufzeit des Kontraktes - und natürlich um Macht.

Das sind die Nachwehen des Sommertheaters, als sich Allofs und Aufsichtsratschef Willi Lemke - völlig untypisch für Werder – einen öffentlichen Machtkampf geliefert hatten. Lemke und sein Gremium verhängten einen Transferstopp, weil der Club sein Saisonbudget nicht nur schon ausgereizt hatte, sondern bereits ins Minus gerutscht war. Allofs verwies aber auf die besondere verletzungsbedingte Not in der Innenverteidigung – und durfte schließlich nach langem Hin und Herr den Griechen Sokratis ausleihen. Allerdings mit dem klaren Auftrag, möglichst bald die Bilanz wieder in Ordnung zu bringen. Das gelang ganz schnell durch den Millionen-Verkauf von Per Mertesacker an den FC Arsenal. Alles war wieder gut, sportlich lief es auch prima, doch vergessen hat Allofs diese Geschichte nicht. Sein Ruf nach mehr vertraglich fixierten Freiheiten in finanziellen Dingen liegt da auf der Hand.

Im Poker um einen neuen Konrakt spielt auch die Laufzeit eine interessante Rolle. Lemke will unbedingt vermeiden, dass die Verträge von Allofs und Trainer Thomas Schaaf – so wie in diesem Sommer – zeitgleich auslaufen. Der Coach hat bislang immer für zwei weitere Jahre unterschrieben, für Allofs bleiben da jetzt nur die ungeraden Zahlen. Die ,,1“ wäre gegenüber Allofs allerdings respektlos, andererseits ist die ,,3“ einigen im Aufsichtsrat zu hoch. Kompromisse mit Halbjahres-Lösungen schließen sich eigentlich aus, weil das in der Branche nicht nur unüblich ist, sondern gleich das nächste Riesenproblem (Auslaufen eines Vertrags während einer Spielzeit) schafft.

In dieser Woche bewegt sich nichts mehr, Allofs weilt noch bis morgen im Urlaub, tags drauf folgt das Bundesliga-Spiel in Mainz. Aber die Zeit drängt, schon jetzt beginnen die Planungen für die neue Spielzeit. Da ist es absolut sinnvoll, den künftigen Sportchef, aber auch den Trainer zu kennen. Deshalb will die Geschäftsführung, zu der neben Allofs als Vorsitzender auch Klaus-Dieter Fischer und Klaus Filbry gehören, nächste Woche erste Gespräche mit Schaaf führen. Aber verlängert der Coach überhaupt, bevor er nicht um die Zukunft seines kongenialen Partners Klaus Allofs weiß? Wohl kaum. Deswegen dürfte die Verlängerung der Verlängerung bei Allofs für noch längeres Warten auf die Schaaf-Entscheidung sorgen. Lemkes Wunsch nach baldiger Klarheit ist im Vertragspoker verhallt. · kni

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