Bayern und Pizarro dementieren Einigung / Herzog rät München zur Verpflichtung

Unheimlich unentschieden

Volle Konzentration auf den Ball, Claudio Pizarro will sich von den Wechselgerüchten nicht ablenken lassen: „Das ist doch normal für mich.“ ·

Bremen - Heute Mittag sitzen sie zusammen – die Oberen des SV Werder und des FC Bayern. Gemeinsames Essen vor dem direkten Duell wenige Stunden später im Weserstadion. Das hat schon Tradition. Aus der einstigen Feindschaft ist zwar keine Freundschaft geworden, aber man respektiert sich und tauscht sich aus. Auch über Claudio Pizarro?

Werder gegen die Bayern: Heute ab 15.15 Uhr live auf Kreiszeitung.de

„Da wird weniger übers Tagesgeschäft gesprochen“, behauptet Klaus Allofs. Doch es ist kaum vorstellbar, dass sich der Werder-Boss nicht nach dem aktuellen Stand des Bayern-Interesses an Pizarro erkundigen wird. Offiziell hat der Rekordmeister eine am Donnerstagabend vom „Münchner Merkur“ verkündete Einigung mit dem Bremer Torjäger dementiert, aber dabei das Kapitel Pizarro längst nicht zugeschlagen.

„Die Meldung ist definitiv falsch“, sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge der „Bild“. Mediendirektor Markus Hörwick legte gestern auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Bremen nach: „Es gibt keinen Vertrag. Es hat keine Gespräche gegeben. Und es ist auch nicht so, dass er am Montag bereits in München vorgestellt wird.“ So weit, so gut. Zumal auch Pizarro selbst gestern Mittag auf dem Weg in die Kabine beteuerte: „Ich habe noch keine Entscheidung getroffen.“

Das Abschlusstraining am Freitag

Training von Werder Bremen am Freitag

Doch viel spannender ist eigentlich, was die Beteiligten nicht sagten. Es wäre speziell für die Bayern ein Leichtes gewesen, dieses Thema, das sie gestern doch ziemlich nervte, ad acta zu legen. Aber es wollte niemand aussprechen, dass der FC Bayern einen Pizarro gar nicht will. Was im Umkehrschluss bedeutet: Die Bayern beschäftigen sich sehr wohl mit Pizarro. Wie intensiv, wissen nur sie selbst. Aus München ist von einer Uneinigkeit zu hören. Präsident Uli Hoeneß will Pizarro zurückholen, Rummenigge nicht. Ihm ist der Stürmer mit 33 Jahren zu alt und vom Gehalt (4,2 Millionen Euro bei Werder) zu teuer.

Andreas Herzog hat sich dagegen schon entschieden. „Für Bayern wäre es absolut gut. Man hat ja gesehen, was Claudio zuletzt wieder bei Bremen geleistet hat. Aufgrund seiner Qualität weiß man, dass man ihn jederzeit bringen kann“, sagte der inzwischen 43-Jährige, der sowohl für die Bayern als auch die Bremer gespielt hat. Jetzt arbeitet Herzog als Co-Trainer von USA-Coach Jürgen Klinsmann, und in der „tz“ prophezeit er: „Für Werder wird es schwer, Claudio zu ersetzen.“

Heute ist er aber noch da – und soll seinen Noch-Club wieder Richtung Europa schießen. Allerdings hat die Tormaschine ausgerechnet gegen die Bayern so ihre Probleme. Vier Mal traf Pizarro im Weserstadion auf die Münchner, vier Mal blieb er ohne Tor - und als bestes Ergebnis gab es im März 2009 ein 0:0. Aber Serien sind bekanntlich da, um gebrochen zu werden.

Werder braucht heute mit seiner Rumpftruppe einen Pizarro in Topform – und in den nächsten Tagen Klarheit, wie es mit ihm weitergeht, um Ersatz zu schaffen. Sollte Allofs heute von den Bayern tatsächlich keine neuen Informationen bekommen, der nächste gute Gesprächspartner steht schon parat. Pizarro-Berater Carlos Delgado kommt zum Nord-Süd-Gipfel und sorgt vielleicht endlich für eine Entscheidung. · kni

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