Topraks Unfall, Dutts Tränen

Ein Unglück, das verbindet

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Gemeinsam in der Champions League: Robin Dutt und Ömer Toprak bei Bayer Leverkusen. ·

Werder-Bremen - Grüße von Ömer Toprak nimmt Robin Dutt immer besonders gerne entgegen. Dann denkt er an schwere Tage und Wochen zurück, die den Trainer des SV Werder und den Top-Verteidiger von Bayer Leverkusen wohl für immer miteinander verbinden.

Es war der 9. Juni 2009, als die Welt des Ömer Toprak völlig aus den Fugen geriet – und damit auch ein bisschen die Welt von Robin Dutt, damals Topraks Trainer beim SC Freiburg. Auf einer Kartbahn verunglückte der talentierte Verteidiger schwer. Sein Kart kollidierte mit einem anderen, ein Tank explodierte, Toprak erlitt schwere Verbrennungen am Rücken und an den Beinen. Dutt erinnert sich: „Eben war Ömer noch das hoffnungsvollste Talent, und einen Tag später stehe ich bei ihm am Krankenbett. Mit der ganzen Familie war ich da, und ich konnte mir die Tränen nicht verkneifen. Die Art seiner Verletzungen war verheerend. Und du konntest nichts machen, nur für ihn da sein.“

Toprak, damals 19 Jahre alt, drohte das frühe Karriereende. Denn zu Anfang war nicht klar, ob er jemals wieder schmerzfrei würde laufen können. Doch er hat es geschafft. Nach sieben Monaten Pause und sieben Operationen feierte Ömer Toprak sein Comeback auf dem Fußball-Platz – es war der Neustart einer Karriere, die beinahe zu Ende gewesen wäre, bevor sie begonnen hatte. Bewegende Momente auch für Robin Dutt, der den Deutsch-Türken durch die schwere Zeit begleitete: „Ich habe jetzt noch das Video, auf dem zu sehen ist, wie er zum ersten Mal die Krücken wegschmeißt.“ Toprak hat es seinem Trainer geschickt, der hat es gespeichert, weil es ein Meilenstein war im Heilungsprozess. „Da hat man gewusst: Er wird wieder normal am Leben teilnehmen – wenn auch mit ein paar Schönheitsfehlern am Körper“, schildert Dutt.

Dass der Coach den hochtalentierten Abwehrspieler 2011 aber aus Freiburg mitnahm zu Bayer Leverkusen, hatte mit dem Unfall nicht viel zu tun. Da ging es nur um Topraks fußballerische Qualitäten. Aber klar: Nach der Vorgeschichte gemeinsam den Weg zu einem Top-Club zu gehen, „schweißt zusammen“, meint der Coach.

Heute ist Ömer Toprak eine der wenigen Spuren, die Robin Dutt in acht Monaten bei der Werkself hinterlassen hat. In Leverkusen ist der türkische Nationalspieler zu einem Spitzenverteidiger gereift – und am Samstag gibt es das Wiedersehen mit seinem alten Mentor. Für Dutt wird es eine Freude. · csa

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