Vranjes, Tosic und Husejinovic – und ihre schwierige Situation bei Werder

Die Unerwünschten versprechen Vollgas

War’s Absicht oder nur Zufall? Werder-Coach Thomas Schaaf ließ die unerwünschten Drei, (von links) Dusko Tosic, Said Husejinovic und Jurica Vranjes, gestern beim Training in einer Mannschaft spielen.

Bremen - Von Björn Knips. Eigentlich sollten und wollten sie gar nicht mehr in Bremen sein, doch im Abstand von wenigen Minuten schlichen Said Husejinovic, Jurica Vranjes und Dusko Tosic gestern in die Werder-Kabine. Alles andere als fröhlich, aber dafür überpünktlich.

Als wollten sie demonstrieren: Wir lassen uns nicht hängen, auch wenn wir unerwünscht sind.

Die Werder-Verantwortlichen hatten in den vergangenen Wochen vergeblich versucht, das Trio loszuwerden. Trainer Thomas Schaaf verbannte Vranjes, Tosic und Husejinovic sogar auf die Tribüne, obwohl ihm dadurch bei den Spielen weniger als die erlaubten 18 Profis zur Verfügung standen. Doch es fand sich bis zum Transferschluss am Montag kein passender Abnehmer für die drei Unerwünschten. Mal war der interessierte Club nicht bereit, die von Werder geforderte Ablösesumme zu zahlen, oder der Spieler lehnte einen Wechsel ab. So wie zum Beispiel Husejinovic, der nicht zum Zweitligisten MSV Duisburg wollte. Offenbar wegen schlechter Erfahrungen bei seiner Ausleihe in der vergangenen Rückrunde an den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Husejinovic: „Die Zeit war für mich nicht so gut.“

Das sind die Ausgemusterten

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Aber ist sie jetzt besser? Husejinovic zuckt nur mit den Schultern. Er ist ratlos. „Ich weiß nicht, warum ich nicht zum Kader gehört habe. Ich habe gut trainiert“, behauptet der 21-Jährige. Und genau das sagen auch seine Leidensgenossen Vranjes und Tosic. Sie sind sich keiner Schuld bewusst. „Ich gebe jeden Tag im Training Vollgas. Natürlich klappt das mal besser und mal weniger gut. Das ist doch normal“, meint Vranjes. An seinem Engagement auf dem Trainingsplatz werde sich auch in Zukunft nichts ändern. Doch der 29-Jährige ist skeptisch, ob sich seine Situation noch einmal verbessern wird, und schmollt: „Wenn ich eine Chance bekomme, ist das in Ordnung, wenn nicht, dann ist das auch in Ordnung. Im Winter bin ich jedenfalls weg.“

So klar äußern sich seine beiden jüngeren Kollegen nicht. Husejinovic will in den nächsten Tagen erst einmal das Gespräch mit Schaaf suchen. Tosic nicht. „Das ist nicht notwendig“, sagt er: „Ich werde noch härter arbeiten und dann ja sehen, ob es reicht.“ Klingt ziemlich cool, doch der 24-Jährige gesteht auch: „Das ist eine schwierige Situation für mich.“

Die Schaaf entschärfen könnte, indem er das Trio nach den geplatzten Wechseln begnadigen würde. Doch der Coach schaltet vor-erst auf stur, will sich nicht direkt zum Trio äußern, sondern sagt nur ganz allgemein: „Ich erwarte von jedem, dass er eine absolute Leistung abliefert, immer ans Limit geht und alles nutzt, was drin ist.“ Pünktlichkeit beim Training wird ihm sicher nicht ausreichen.

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