Umstrittener Jubel hat juristische Folgen

Anzeige gegen Werders Lukowicz

Bremen/Lübeck - Die umstrittene Jubelgeste hat nun auch ein juristisches Nachspiel für Maik Lukowicz. Die Lübecker Polizei hat Strafanzeige gegen den 19-Jährigen aus Werders U23 erstattet. Das bestätigte gestern Carola Aßmann, Sprecherin der Polizeidirektion Lübeck. „Der Staatsschutz ist mit eingeschaltet“, erläuterte Hauptkommissarin Aßmann das Vorgehen: „Zusammen mit unserem 2. Revier, das sich mit allem befasst, was rund um den Fußball passiert, laufen die Arbeiten jetzt Hand in Hand, um den Sachverhalt zu klären.“

Lukowicz hatte im Regionalliga-Spiel des VfB Lübeck nach einem Bremer Tor vor dem VfB-Fanblock in einer Pose gejubelt, die an den Hitlergruß erinnerte – und der ist als „Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen“ verboten. Die im Stadion eingesetzten Beamten hatten von der Szene nichts mitbekommen, doch nach Ansicht des Videomaterials entschloss sich die Polizei zur „Anzeige von Amts wegen“, wie die Sprecherin erklärte. Vom VfB Lübeck, dessen Vorstandssprecher Thomas Schikorra von einer „außergewöhnlichen Unsportlichkeit“ des Bremer Stürmers gesprochen hatte, ging diese Initiative nicht aus.

Werder-Sportchef Thomas Eichin, der die Vorwürfe als „haltlos“ bezeichnet hatte, kann die neue Entwicklung überhaupt nicht nachvollziehen und sprach gestern Abend von einer „unsäglichen Geschichte“. Werder werde Lukowicz „in allen Punkten unterstützen, ihm helfen und ihn schützen“, erklärte Eichin.

Laut Aßmann gibt es nun zwei mögliche Wege: „Entweder legen wir dem Staatsanwalt die Videobilder vor, der dann entscheidet, ob überhaupt ermittelt werden soll – oder wir ermitteln von vornherein durch.“ Die Entscheidung über die Vorgehensweise „soll in den nächsten ein, zwei Tagen fallen“, eine Dringlichkeit bestehe nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Im Falle weiterer Untersuchungen stünden Befragungen des Beschuldigten – also Lukowicz – und von Zeugen an, deren Zahl die Polizeisprecherin noch nicht beziffern konnte. Die Schiedsrichter zählen aber sicherlich dazu. Dafür müsse Lukowicz allerdings nicht in Lübeck aussagen: „In diesem Fall würden wir ein Vernehmungsersuchen an die Bremer Polizei stellen“, verdeutlichte Aßmann.

Ob die Geschichte sportliche Folgen (etwa eine Sperre) für Lukowicz hat, ist noch offen. „Mal abwarten, was der Norddeutsche Fußballverband (in diesem Fall zuständig, Anm. d. Red.) macht“, sagte Eichin dazu.

ck/mr

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