Ujahs Fotos vor dem Werder-Slogan stoßen Kölnern sauer auf / Werder-Coach „echt froh“

Schumacher tobt, Skripnik lobt

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Die unschönen Nebengeräusche seines Wechsels konnte auch Anthony Ujah nicht überhören. Doch Werders Sportchef Thomas Eichin stellt klar: „Alles ist im Rahmen des Normalen verlaufen.“

Bremen - Anthony Ujah strahlend im Spielertunnel des Weserstadions – unter dem Slogan „100 % Werder“: Dieses Foto vom Bremer Neuzugang stieß den Fans und Verantwortlichen seines Noch-Arbeitgebers 1. FC Köln richtig sauer auf: „Das war schlechter Stil“, wetterte FC-Sportchef Jörg Schmadtke. Die Entschuldigung aus Bremen folgte gestern: „Da ist wohl der Puls bei unseren PR-Mitarbeitern ein bisschen hoch gegangen“, räumte Werder-Sprecher Michael Rudolph ein: Die Euphorie rund um den Transfer des Stürmers „war kein guter Ratgeber“, sagte Rudolph zu den Bildern, deren Veröffentlichung „erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant waren“. Dies nimmt Kölns Vizepräsident Toni Schumacher den Bremern sogar ab. Der Ex-Torwart findet aber: „Das sollte einem Bundesligaclub nicht passieren. Was ich erwarten kann, ist, dass man sich anständig verhält.“ Dass „die Gespräche schon eine Weile liefen, während wir noch mitten im Abstiegskampf stecken“, empfindet Schumacher als „unglücklich.“

Werders Sportchef Thomas Eichin stellte jedoch klar: „Bis auf die Fotos ist alles im Rahmen des Normalen gelaufen. Und bei Ausstiegsklauseln ist das immer ein besonderer Fall.“ Der Werder-Manager hatte Schmadtke „am Sonntagabend informiert und vorgeschlagen, „dass wir uns erstmal bedeckt halten. Am Dienstag ist dann der FC an die Öffentlichkeit gegangen, und wir haben nachgezogen.“

Bleibt der Wunsch, dass Ujahs letzte Tage in Köln nicht zum Spießrutenlauf werden. „Wir wollten Anthony damit nicht schaden und hoffen, dass er als Erstligaspieler zu uns kommt“, stellte Rudolph klar. Zudem erinnerte er daran, dass der nigerianische Nationalspieler bei der Aktion nicht über die Maßen posiert habe: „Er hat keinen Daumen gereckt sich nicht ins Trikot zwängen lassen.“

Diese Fotos folgen später, doch viel wichtiger ist Werder ohnehin das Autogramm des 4,5-Millionen-Euro-Transfers auf dessen neuem Arbeitspapier: „Es war unser Wunschspieler – und wir sind echt froh, dass wir ihn bekommen haben“, sagte Trainer Viktor Skripnik über den Angreifer mit seinen bisher zehn Saisontoren: „Genau so einen Typen brauche ich für meine Fußball-Philosophie: ein sehr aggressiver Stürmer, der den Zweikampf sucht, nicht wartet und da reingeht, wo es weh tut.“

Insgesamt passe Ujah „in allen Bereichen in unser Anforderungsprofil“, beschrieb Eichin: „Er kennt die Bundesliga schon, hat Entwicklungspotenzial – und einen tollen Charakter. All dies hat uns bewogen, uns an diesem Transfer festzubeißen.“

ck

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