Ujah schon Fan-Liebling

Eingeschlagen

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Zugabe zum Ende der Ujah-Show: Nach dem Abpfiff suchte Anthony Ujah die Nähe zu den Werder-Fans und feierte mit ihnen das 1:1.

Bremen - Als alles vorbei war, versetzte Anthony Ujah die 8000 Bremer Fans nochmals in Ekstase: Der Werder-Stürmer, schon Sekunden nach seinem Tor bei Hertha BSC am Freitagabend frenetisch vor dem Gäste-Block gefeiert, ging nach dem Abpfiff zurück in die Kurve, schnappte sich die größte grün-weiße Fahne im Olympiastadion und schwenkte sie ausgiebig vor dem Anhang.

Schlagartig war die Stimmung zurück, und auch die Mienen der Mitspieler neben ihm hellten sich abrupt auf. Vorher hatte in ihren Gesichtern noch die Enttäuschung über dieses 1:1 (1:1) und vielleicht zwei verschenkte Punkte gestanden, doch der „Gute-Laune-Toni“ wedelte den Frust einfach weg. Ujah hat bei Werder eingeschlagen – dank seiner schon zwei Einschläge in drei Pflichtspielen, aber auch abseits des Platzes.

„Anthony hat uns sofort bereichert – sowohl menschlich als auch sportlich“, beschrieb Clemens Fritz das Phänomen Ujah: „Er tut und macht und rackert für die Mannschaft, wie man jetzt wieder gesehen hat. Natürlich wussten wir nicht, wie er charakterlich ist – aber dass er uns weiterhelfen würde, war mir schon klar, als feststand, dass er zu uns kommen würde“, verriet der Werder-Kapitän. Nur zu gut konnte er sich nämlich noch an die erste Begegnung mit dem Angreifer erinnern – im Heimspiel gegen den 1. FC Köln, das Werder im Oktober mit 0:1 verloren hatte. Torschütze damals: Anthony Ujah. „Er ist ein unangenehmer Gegenspieler für jeden Verteidiger“, verdeutlichte Fritz.

Aber ein angenehmer Mensch, der am Freitag auf die Fragen zu seiner Leistung lieber schnell von sich ablenkte. Stattdessen lobte er seinen neuen Sturmpartner Aron Johannsson („Er hat viel gekämpft und wird von Spiel zu Spiel besser“) sowie seinen Tor-Vorbereiter Ulisses Garcia: „Er schlägt sehr gute Flanken.“ Deswegen hatte er seinem erst 19-jährigen Zimmerkollegen vor dem Spiel auch gut zugeredet: „Ich habe ihm gesagt: ,Bring‘ mehr Bälle rein.‘“ Als einer davon haargenau von links zu Ujah flog, „hatte ich Glück“, spielte er seinen Treffer herunter. „Ein typisches Stürmer-Tor“, nannte es Kollege Zlatko Junuzovic, „dadurch hat er sich selber belohnt.“ Und das trotz der so gut organisierten Berliner Defensive: „Es ist schwierig, für Überraschungsmomente zu sorgen, wenn der Gegner mit acht Mann hinten drin steht“, erklärte Junuzovic: „Da tut man sich schwer, diese Wege zu gehen. Aber Anthony ist überall dabei, links wie rechts, sucht die Positionswechsel und gewinnt jedes Kopfballduell“, staunte der Österreicher über den 24-Jährigen.

Nun hofft sein Trainer Viktor Skripnik, dass „es so mit ihm weitergeht. Genau so, wie Anthony gespielt, war es unser Wunsch.“

Bremen holt Remis in Berlin: Die Noten

Zwei Wünsche konnte der Nigerianer an diesem Abend allerdings nicht erfüllen – ausgerechnet die seiner Freundin Cynthia. Zum Abschied vor der Fahrt nach Berlin „hat sie zu mir gesagt: ,Komm' mit Toren und einem Sieg nach Hause“, berichtete Ujah schmunzelnd. Stattdessen gab's „nur“ einen Treffer – „und mit dem Sieg hat es auch nicht geklappt. Das ist schade, aber dieses Tor gibt mir schon mal Selbstvertrauen. So mache ich jetzt weiter, gebe Gas – und hoffentlich kommt dann unser erster Sieg.“ Das dürfte auch Cynthia freuen – und die Werder-Fans sowieso. ck

Werder bei Hertha - 1:1

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