Ujah schindet und verschießt einen Elfmeter / Zoff mit dem Ex-Kollegen Maroh: „In Köln versteht ihn keiner“

Ein Fall, ein Fehlschuss und zwei echte Feinde

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Anthony Ujah (re.) und Dominic Maroh – zwei, die sich nicht nur auf dem Platz beharkten.

Bremen - Echte Fründe ston zesamme – so singt es der Kölner im Karneval. Aber so viel ist klar: Anthony Ujah und Dominic Maroh werden zu diesem Song nicht mehr gemeinsam schunkeln. Denn zwischen den Ex-Kollegen hat es nach dem 1:1 zwischen Werder und dem FC gewaltig gekracht. Grund: Der Elfmeter mit all seinen Begleiterscheinungen.

Maroh hatte es in Interviews auf Ujah abgesehen. Der habe den (letztlich verschossenen) Strafstoß mit einer Schwalbe herausgeholt – und das, „obwohl er vor einem Jahr noch das FC-Wappen geküsst hat“. Und: Ujah hätte seine Fallsucht gestanden, wenn der Schiedsrichter ihn nur gefragt hätte. Was – anders als Minuten zuvor bei einer zurückgenommenen Ecke für Köln – jedoch nicht passiert war.

Doch Ujah weiß nichts von einer Schwalbe im Zweikampf mit Dominique Heintz. „Es gab einen Kontakt. Ob stark genug oder nicht, ist egal“, sagte Ujah, der – daran sei erinnert – eine Woche zuvor in Stuttgart nach einem heftigen Tritt keinen Elfmeter bekommen hatte. Diesmal lag objektiv betrachtet kein Foul vor, dennoch gab’s den Pfiff – und den Anpfiff von Maroh und Co. direkt hinterher. Ujah wurde von den ehemaligen Mitspielern bearbeitet, er solle zum Schiri gehen. Und gestehen. „Ich habe ihnen gesagt, dass der Schiri mich nicht gefragt hat. Was ich geantwortet hätte, habe ich nicht gesagt“, meint Ujah.

Dass Maroh ihm Unsportlichkeit vorwarf, fand der 25-Jährige – sagen wir es vorsichtig – unpassend. Seine Retourkutsche: „Ich bin nicht überrascht, dass von Maroh solche Kommentare kommen. Er ist der einzige komische Spieler im Kölner Kader, keiner versteht ihn dort.“ Außerdem: „Er versucht, mich bei den Kölner Fans schlecht zu machen. Aber die Liebe, die mir von den Kölner Fans entgegengebracht wird, bekommt er in zehn Jahren nicht.“ Wie gesagt: Echte Fründe werden die beiden gewiss nicht mehr.

Letztlich war die ganze Aufregung aber umsonst. Denn den Elfmeter brachte Ujah nicht an Kölns Keeper Timo Horn vorbei. Dass er unter dem Druck, gegen Ex-Club und Ex-Kollegen, besser nicht angetreten wäre, wollte Ujah allerdings nicht einsehen. „Ich muss mich entschuldigen, dass ich nicht getroffen habe. Aber ich bereue nicht, geschossen zu haben. Ich habe mich gut gefühlt, und es hat mir niemand gesagt, dass er schießen will.“ Was nicht ganz richtig ist. Jannik Vestergaard war schon auf dem Weg, aber Ujah war schneller.

Horn fand das total prima. „Ich kenne ihn ja gut. Deshalb war es besser, dass er geschossen hat als ein anderer. Tony hat auch früher im Training schon häufiger in diese Ecke geschossen“, feixte der Kölner Elfmeter-Killer. Wettbewerbsübergreifend hat er jetzt acht von 22 Strafstößen gehalten – nicht schlecht.

Dass Anthony Ujah so schnell keinen Elfmeter mehr für Werder schießen wird, ist dem Torjäger klar. Nicht mal, wenn es morgen im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Borussia Mönchengladbach zum Elfmeterschießen kommen sollte. Der Nigerianer lachend: „Ich trete nicht an. Und wenn ich muss, dann nur als Letzter noch nach Felix Wiedwald.“

csa/mr

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