Ujah contra Modeste

Tony trifft auf Tony – das besondere Duell der Torjäger

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Anthony Ujah (li.) wechselte im Sommer für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Köln zu Werder Bremen. Für die gleiche Summe holte Köln Anthony Modeste als Nachfolger. Heute gibt es im Weserstadion den Vergleich: Wer ist der bessere Tony?

Bremen/Köln - Die alte Geschichte von Anthony Ujah aufwärmen? Einmal muss es noch sein – der Anlass gebietet es. Heute (20.30 Uhr) empfängt Ujah mit Werder Bremen seinen Ex-Club 1. FC Köln im Weserstadion.

Es geht um das Weiterkommen im DFB-Pokal, um den Einzug ins Achtelfinale. Es geht aber auch um die alte Liebe und um die Antwort auf die Frage: Wer ist eigentlich der bessere Stürmer – Ujah oder Anthony Modeste, sein Nachfolger in Köln?

Anthony Modeste

Dass beide auf den Spitznamen „Tony“ hören, macht es vor allem für die FC-Fans einfach. Sie mussten sich nicht großartig umgewöhnen, als im Sommer der eine Tony für 4,5 Millionen Euro nach Bremen ging und der andere Tony für 4,5 Millionen Euro von 1899 Hoffenheim geholt wurde. Damals ahnten die Kölner noch nicht, dass es ein finanzielles Nullgeschäft mit sportlichem Gewinn sein würde. Sie waren alle noch sauer. Auf Ujah. Dessen Abgang war nicht so, wie man es von einem Fan-Liebling hätte erwarten können. Klammheimliche Verhandlungen, dann nach der Einigung ein Foto mit ihm unter einem „100% Werder“-Schriftzug. Das nahm man ihm in „Kölle“ übel.

Zu Recht, wie Ujah heute einräumt. Die Foto-Aktion „war unglücklich“. „Schlaflose Nächte“ habe er gehabt, ein schlechtes Gewissen. Obwohl: „Ein Transfer ist ja kein Verbrechen.“ Und der 1. FC Köln werde nach drei Jahren, in denen er „nichts als Erfolg“ hatte (34 Tore in 94 Spielen), sowieso in seinem Herzen bleiben, sagte er dem „Express“: „Ich werde immer FC-Fan sein.“

Anthony Ujah (li.) wechselte im Sommer für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Köln zu Werder Bremen.

Bevor jetzt die Werder-Fans rebellieren: Die Ujah-Geschichte ist eine, bei der es eigentlich nur Gewinner gibt. Der Stürmer ist glücklich mit Werder, Werder ist glücklich mit dem Stürmer – auch wenn der immer noch auf sein erstes Heimtor für die Bremer wartet. „Er ist nach wie vor ein Glücksgriff für uns“, urteilt Geschäftsführer Thomas Eichin: „Er ist ein toller Kerl, ein toller Mensch.“ Und Köln? Ist längst nicht mehr sauer auf Ujah, sondern hat den neuen Tony ins Herz geschlossen.

Modeste hat am Rhein direkt Ujahs Rolle übernommen – als Torjäger, als Fan-Liebling. Sechs Tore in zehn Spielen gelangen dem konter- und kopfballstarken Franzosen, vier Mal war es ein 1:0. Köln ist begeistert und spricht ebenfalls von einem Glücksgriff. „Wir haben die richtige Entscheidung getroffen und Tony durch Tony ersetzt“, sagt FC-Trainer Peter Stöger.

Zuletzt, beim 0:4 gegen den FC Bayern, nahm der Österreicher seinen Top-Stürmer allerdings schon früh vom Feld. Nach 58 Minuten war Schluss für den müde wirkenden Modeste, und Stöger grantelte nach dem zweiten torlosen Spiel seiner Truppe in Folge (zuvor 0:1 in Hannover) über seine Offensive: „Da war keine Überzeugung drin.“

Viktor Skripnik, Stögers Bremer Pendant, hatte ähnliche Dinge auch über seine Abteilung Attacke gesagt, als nichts ging bei Werder. Fünf Pleiten mit nur einem eigenen Tor sind seit Samstag aber Vergangenheit. Dank Tony Ujah, der sich und sein Team mit dem Doppelpack beim 3:1 in Mainz erlöste. Es waren die Saisontore drei und vier für den Nigerianer. Zuvor war er in Berlin (1:1) und gegen Hoffenheim (3:1) erfolgreich gewesen, dazwischen herrschte fünf Spiele lang die totale Flaute. Skripnik: „Und diese fünf Spiele haben wir alle verloren. Aber wenn Ujah trifft, punkten wir auch. Wir brauchen ihn.“ Und im Vergleich mit dem Kölner Tony sei der Bremer Tony sowieso der Bessere. Skripnik: „Modeste macht entscheidende Tore. Er ist robust, ackert viel. Aber Ujah ist der kompaktere Stürmer. Er kann Fußball spielen.“

csa

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