Werder kann mit Platz 16 zum Jahreswechsel leben

Hinrunden-Abschluss weniger schlecht als befürchtet

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt zeigte sich enttäuscht über das späte Gegentor gegen Mainz. Mit der tabellarischen Ausgangslage nach der Hinrunde ist er aber nicht gänzlich unzufrieden.

Bremen - Die Delegation, die am Morgen des 4. November an Gate A22 des Frankfurter Flughafens erschien, war nicht gerade groß. Sechs, vielleicht sieben Männer, allesamt gekleidet in schwarzen Trainingsanzügen.

Zu ihrem Mienenspiel passte die Farbe des Outfits ziemlich gut. Werder hatte am Vorabend durch ein Gegentor in der Schlussminute mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt verloren, das Debüt von Neu-Trainer Florian Kohfeldt war damit in die Hose gegangen. Viele Bremer Profis verabschiedeten sich direkt aus Frankfurt in die Länderspielpause, lediglich das Trainerteam und ein paar Spieler flogen am nächsten Tag gemeinsam zurück nach Bremen.

Kohfeldt saß im hinteren Teil der Maschine, schloss die Augen, dachte nach. Worüber, das hat er nun am Samstag nach dem letzten Hinrundenspiel angedeutet. Werder hatte gegen Mainz 05 wieder ein Gegentor in der Schlussminute kassiert, 2:2, und fühlte sich wieder wie ein Verlierer. Dieses Mal aber anders. Seit dem Tiefpunkt von Frankfurt ist schließlich viel passiert.

Rückblick auf das Frankfurt-Spiel

„Ich möchte mir einen Rückblick erlauben“, begann Kohfeldt seine Analyse nach dem Mainz-Spiel. Dann kehrte er gedanklich zurück zum 4. November, zu Flug LH352 von Frankfurt nach Bremen. „Ich glaube, in dem Moment hätte jeder den Tabellenplatz unterschrieben, auf dem wir jetzt stehen“, sagte der Coach, dessen Mannschaft als 16. der Bundesliga, sprich auf dem Relegationsplatz überwintert. Der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt zwei Punkte. Zum Vergleich: Nach dem Frankfurt-Spiel waren es fünf.

Kohfeldt ist es in seinen bisher sieben Partien als Cheftrainer (drei Siege, drei Niederlagen, ein Remis) gelungen, mit der Mannschaft den Anschluss ans untere Mittelfeld herzustellen. Mainz (15.) und Stuttgart (14.) haben beide 17 Punkte, Freiburg und Wolfsburg jeweils 19 – alles noch in Reichweite. Mit einem Heimsieg gegen Mainz hätte Werder – so wie der Spieltag am Ende gelaufen ist – gar den Sprung auf Platz 14 geschafft. Zwar war der Ärger darüber, eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben zu haben, bei allen Grün-Weißen groß.

Philipp Bargfrede brachte Werder in der zweiten Minute in Führung.

Mit dem Ausgang der Hinrunde konnten sie aber doch irgendwie leben. „Vor einigen Wochen sah es noch viel schlimmer aus“, sagte Sportchef Frank Baumann, der am Samstagabend darum bemüht war, einen positiven Blick auf Werders Lage zu vermitteln. „Wir sind in einer schweren Situation. Dafür ist der Relegationsplatz ganz gut, weil er die Sinne dafür schärft, dass wir noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns haben.“

Kohfeldt kennt das. In der Saison 2014/2015 überwinterte Werder ebenfalls auf dem drittletzten Rang, damals mit 17 Punkten auf dem Konto. Am Ende glückte Chefcoach Viktor Skripnik mit seinen Co-Trainern Torsten Frings und Florian Kohfeldt der Klassenerhalt. Das kann durchaus ein gutes Omen sein, wenn man so will. Fürs Bremer Gefühl ist es jedenfalls nicht schlecht. Noch besser würde das Befinden zweifelsohne, wenn Werder am Mittwoch das Fußball-Jahr mit einem Sieg beendet.

Pokalfight gegen Freiburg

Im Achtelfinale des DFB-Pokals gastiert der SC Freiburg ab 18.30 Uhr im Weserstadion. Frank Baumann weiß, dass es eine große Chance ist. „Eines unserer intern ausgegebenen Ziele ist es, dass wir im Pokal überwintern“, sagte der 42-Jährige – und stellte klar: „Das würde einen positiven Effekt für die Hinrunde haben.“ Auf Werders mögliche Aktivitäten auf dem Transfermarkt hätte der Einzug ins Viertelfinale aber keine Auswirkungen. „Nein, nicht im relevanten Ausmaß“, sagte Baumann.

Kohfeldt vermied es am Samstag, öffentlich Verstärkungen zu fordern. Er hob lieber sein Vertrauen in den aktuellen Kader hervor. „Wir werden die Liga halten“, sagte er. Es war die Auffrischung eines Versprechens, das der Trainer schon kurz nach seiner Amtsübernahme abgegeben hatte und an dessen Einlösung er seitdem nicht eine Sekunde gezweifelt hat. Auch nicht am 4. November, irgendwo in der Luft zwischen Frankfurt und Bremen.

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Quelle: DeichStube

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