Doppelpack gegen Hertha

Zwei Tore und der Abschied von Aaron Hunt

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Aaron Hunt hat in seinem letzten Heimspiel für Werder Bremen einen perfekten Abschied aus dem Weserstadion gefeiert.

Bremen - Aaron Hunt hat in seinem letzten Heimspiel für Werder Bremen einen perfekten Abschied aus dem Weserstadion gefeiert. Das überragende Vereins-Urgestein sorgte am Samstag mit einem Doppelpack (48./90.+1) für den 2:0 (0:0)-Sieg im Duell der Bundesliga-Mittelfeldclubs mit Hertha BSC.

Die bereits zuvor vor dem Abstieg geretteten Hanseaten rückten damit in der Tabelle auf zwei Zähler an Berlin heran und machten im Kampf um höhere Zahlungen aus dem TV-Topf Boden gut.

Umjubelter Held in einer nur phasenweise attraktiven Partie vor 42 100 Zuschauern, darunter zahlreiche Mitglieder der Double-Mannschaft von 2004 und Meistertrainer Thomas Schaaf, war Hunt nicht nur wegen seiner Tore. Im Sommer verlässt der frühere Nationalspieler mit noch unbekanntem Ziel Bremen, schon vor Anpfiff wurde er mit reichlich Applaus bedacht. „14 jahre das w auf dem trikot, danke aaron!“, entrollten die Werder-Fans als Aufschrift auf einem Plakat.

Emotionaler Höhepunkt war bis zum Schlusspfiff jedoch die Ehrung für Schaaf, Ailton & Co. zur Pause. „Die Freude ist groß, die meisten wiederzusehen“, sagte der frühere Coach zu seinem ersten öffentlichen Auftritt bei einem Heim-Pflichtspiel nach der Trennung im Mai 2013.

Schon vor der Partie formulierte Werders Stadionsprecher die Erwartungen angesichts der wenig prickelnden Ausgangslage: „Ein spannender Nachmittag, vor allem auf den anderen Plätzen.“ Nach einer halben Stunde vertrieben sich die Werder-Fans ihre Zeit mit Spottgesängen in Richtung des Erzrivalen Hamburger SV. Spätestens als die Führung des FC Bayern auf der Anzeigetafel aufleuchtete, rückte das Geschehen auf dem Rasen durch die lautstarken Rufe in den Hintergrund: „2. Liga - Hamburg ist dabei.“

Obwohl sowohl Werders Coach Robin Dutt als auch sein Gegenüber Jos Luhukay mit zwei Stürmern auf eine offensive Taktik setzten, hatten beide Verteidigungen das Spiel weitgehend im Griff. Nach dem 2:5 beim Meister aus München rückte Bremens Eljero Elia als zweite Spitze in den Angriff. Bei den Gästen dufte der zu Dortmund wechselnde Adrian Ramos mal wieder von Anfang ran, setzte aber sein Formtief fort.

Bei der größten Berliner Chance der ersten Halbzeit scheiterte Per Skjelbred an Werders Keeper Raphael Wolf, den Nachschuss verzog Marcel Ndjeng (9.). Auf der anderen Seite nutzte Hunt einen gedankenschnell ausgeführten Einwurf von Franco Di Santo und übertölpelte die Hertha-Abwehr. Die Hereingabe setzte Theodor Gebre Selassie im Rutschen jedoch knapp daneben (21.).

Bilder vom Spiel

Werder gewinnt 2:0 gegen Hertha

Im Anschluss an die Ehrung für das Double-Team von 2004 in der Halbzeit glänzte erneut Hunt. Nach feiner Kombination mit Di Santo ließ er Hertha-Keeper Thomas Kraft frei stehend keine Chance. Kurz danach kam es zu Schlägereien im Werder-Fanblock, der Großteil der Anhänger skandierte: „Nazis raus.“ Wenig später herrschte schon wieder lauter Jubel im Block - dank des zweiten Bayern-Treffers.

Bilder von der Verabschiedung

Verabschiedung bei Werder Bremen

Aaron Hunt: Bilder seiner Zeit bei Werder Bremen

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Nach dem Rückschlag präsentierte sich Hertha ungeordnet und musste nach einer Stunde den Ausfall des angeschlagenen Ronny verkraften. Bremen drängte auf die Vorentscheidung - der auffällige Di Santo donnerte den Ball aus halbrechter Position über die Latte (58.). Die Berliner schienen auch weiter nicht übermäßig an einem Erfolgserlebnis interessiert, so dass Werder den Sieg locker sicherte. Kurz vor Schluss vollendete Hunt seine Vorstellung mit dem zweiten Treffer.

dpa

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