Werder U23 vor Auswärtsspiel bei Holstein Kiel

Leitwolf Kazior zurück an alter Wirkungsstätte

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Werders U23-Leitwolf Rafael Kazior

Bremen – Von Malte Rehnert. Mit Holstein Kiel hat Rafael Kazior Höhen und Tiefen durchlebt, mehrere Jahre spielte der 32-Jährige für die Störche. Nun kehrt der Mittelfeldspieler zurück. Diesmal als Gegner. Seit dem Sommer ist Kazior für Werders U23 aktiv und hat dabei eine wichtige Rolle inne - der Routinier ist der Leitwolf der Grün-Weißen.

Im Kieler Holstein-Stadion kennt sich Rafael Kazior bestens aus. Hier hat er von 2011 bis 2015 gespielt - mit den Störchen große Erfolge gefeiert und bitter Momente durchstanden. Am Samstag kehrt der 32-Jährige nun zurück. Statt den gewohnten Gang in die Heimkabine, wird er diesmal seine Schuhe in der Gästekabine schnüren. Im Sommer war der Routinier von der Förde an die Weser zu Werders U23 gewechselt. Bei den Grün-Weißen hat der Mittelfeldspieler die Führungsrolle von Florian Bruns (35) übernommen, der nach der vergangenen Saison seine Spieler-Karriere beendet hatte und in Werders Trainerteam gewechselt war.

„Ich habe gehört, dass ,Flo‘ das überragend gemacht hat“, sagt Kazior über die Führungsqualitäten seines Vorgängers. Er selbst sieht sich als „Mittelsmann zwischen Team und Trainern“. Und er ist bereit, in Bruns’ Fußstapfen zu treten – auch als Kapitän. „Ein Leitwolf ist man aber nicht einfach so“, weiß Kazior: „Nur den Mund aufmachen und Blabla reicht da nicht. Das muss sich entwickeln. Den Respekt muss man sich erarbeiten.“

Und das will er nun in Bremen tun. So, wie er es zuvor auch in Kiel getan hat. Bei den Kielern trug er ebenfalls die Kapitänsbinde – erlebte dort vor wenigen Monaten aber auch den „bittersten Moment meiner Karriere“. Im Relegations-Rückspiel bei 1860 München hatte Kazior das 1:0 für den Außenseiter erzielt. Es lief perfekt, auch nach dem Ausgleich war noch alles gut. Doch mit dem 1:2 in der Nachspielzeit wurden die Kieler brutal aus ihren Zweitliga-Träumen gerissen. „Es war wie in einem schlechten Film“, erinnert sich Kazior: „Zuerst kaum Tränen, dafür pure Fassungslosigkeit.“ Und im Mannschaftsbus, in dem die Kieler zwölf Stunden nach Hause fahren mussten, „lagen noch die Aufstiegsshirts. Die mussten schnell versteckt werden.“ Bis auf diesen schmerzhaften Abschied hat der 32-Jährige, der bei Werder künftig zufälligerweise die 32 trägt, aber „nur positive Erinnerungen“ an seine Kieler Zeit. Und er freut sich sehr darauf, seinen Ex-Club am Samstag wiederzusehen.

Kazior, der im Herrenbereich vor Kiel beim FC St. Pauli, Hamburger SV II, MSV Duisburg, Wacker Burghausen und Rot-Weiß Essen spielte und 55 Zweitliga-Einsätze vorweisen kann, ist für Werder der perfekte Drittliga-Experte. Er hat dort in den vergangenen beiden Jahren 70 Spiele für Kiel bestritten und weiß genau, wie es läuft. Und er warnt: „Da weht ein anderer Wind, das ist eine richtige Profiliga. Es wird sehr physisch gespielt, das ist harter Fußball.“ Chancenlos sei Aufsteiger Werder aber nicht: „Wir haben den Anspruch, in der Dritten Liga zu spielen – das müssen wir aber auch immer zeigen. Dann ist vieles möglich.“

Gezeigt hat es Werder bereits: Am ersten Spieltag siegten die Grün-Weißen nach Rückstand noch 2:1 in Rostock. Ein starker Auftritt. Allerdings folgte eine Woche später schon die Ernüchterung. Im Heimspiel gegen Energie Cottbus setzte es eine 0:2-Pleite. Von ihrer Auswärtsfahrt nach Kiel wollen die Bremer nun aber wieder Zählbares mitbringen – damit das gelingt, muss auch Kazior seinen Teil dazu beitragen. Dass er das kann, davon ist Coach Nouri überzeugt. „Er ist einer, der durch Leistung auf dem Platz den Weg vorgibt und uns mit seiner Qualität enorm weiterhilft“, sagte Nouri bereits vor Saisonbeginn.

Und nicht allein auf dem Platz sind Kaziors Qualitäten gefragt: „Auch abseits des Rasens hat er sehr positiven Einfluss und eine hohe soziale Kompetenz. Diese Kombination ist für mich als Trainer sehr wichtig, er ist eine Persönlichkeit und ein absoluter Führungsspieler“, so Nouri.

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