U19-Europameister Davie Selke landet strahlend, aber schweigend in Bremen

Überglücklich daheim

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Glücklich aber schweigsam: Davie Selke

Bremen/Budapest - Davie Selke, der Junge, der Fußball-Deutschland begeistert hat, geht schweigend gen Ausgang. Ja klar, er strahlt, freut sich über die anerkennenden Blicke anderer Fluggäste nach seiner Landung am Bremer Flughafen. Sein Papa sowie Werder-Sprecher Michael Rudolph sind neben einem Kamerateam und zwei Fotografen gekommen, um den frisch gebackenen U19-Europameister und Turnier-Torschützenkönig zu empfangen. Aber reden, dem Glück Ausdruck geben – nein, das macht Selke nicht.

Er möchte nicht – das war die offizielle Version. Richtiger ist vermutlich, dass Werder ihm geraten hat, erstmal nichts zu sagen über seinen Triumph, seine plötzliche Bekanntheit, seine unklare Zukunft in Bremen. Selkes Vertrag läuft 2015 aus, bis zur EM wurde über eine Verlängerung nur lose gesprochen, jetzt geht es wohl richtig los. „Wir müssen ihn halten“, hatte Geschäftsführer Thomas Eichin schon vor einigen Tagen gesagt. Und: „Alle anderen Clubs können sich die Anrufe sparen.“

Es soll eine Reihe neuer Interessenten für den 19-Jährigen geben, seitdem dieser bei der EM mit sechs Treffern (mehr hat noch nie ein Spieler in der Altersklasse bei einer EM geschossen) zum Torschützenkönig geworden ist. Und bevor Davie Selke gestern Bremen erreichte, gab er auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen eine Antwort, die sich nicht gerade nach einer Nibelungentreue für Werder anhörte. „Ich fliege jetzt zurück nach Bremen und bespreche mit den Verantwortlichen, wie es weitergeht“, sagte der robuste Stürmer.

Vielleicht wird heute schon klarer, was Selke plant. Werder hat zur Pressekonferenz mit ihm und Cheftrainer Robin Dutt geladen. Dann will/darf der frisch gebackene Europameister reden – und sich auch feiern lassen für den größten internationalen Erfolg eines Werder-Profis, seit Mesut Özil und Sebastian Boenisch vor fünf Jahren U21-Europameister geworden sind.

Glücklich aber schweigsam: Davie Selke

Um den Triumph so richtig auszukosten, bleibt für Davie Selke aber kaum Zeit. Bereits heute wird er wieder trainieren – erstmal nur leicht, eine Regenerationseinheit. Doch dann geht es für ihn schnell wieder rein in den normalen Trainingsbetrieb. Der Pflichtspielstart für die Profis naht – und Werder will den jungen Torjäger nun „nach und nach in unser Bundesliga-Team integrieren“, so Eichin.

In der vergangenen Saison war dieser Versuch versandet. Drei Bundesliga-Einsätze in der Hinrunde – dann folgte nichts mehr. Jetzt der neue Anlauf – mit dem Rückenwind, Europameister geworden zu sein. Nur 18 Tage nach dem WM-Erfolg des A-Teams diesen Titel geholt zu haben, sei „überragend“, sagte der sechsfache Torschütze vor der Rückreise nach Bremen: „Wir freuen uns, dass wir Deutschland zwar einen kleineren, aber den zweiten Titel in diesem Sommer schenken durften. Wir haben tolle Werbung für Deutschland gemacht.“

Trotz Titel und Torjägerkanone blieb ihm das i-Tüpfelchen, das die ganze Angelegenheit perfekt gemacht hätte, verwehrt: nämlich ein Tor im Finale. „Das ist mir jetzt aber total egal“, meinte Selke, er sei auch so „überglücklich“.

csa

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